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Wenn die Harnröhre brennt - Blasenentzündungen nicht verharmlosen

16.01.2018–31.01.2018

Ständiger Harndrang sowie Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen sind oftmals untrügliche Anzeichen einer Blasenentzündung. Doch wer schnell genug gegensteuert, hat die Chance, eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Was ist eine Blasenentzündung?

Eine Blasenentzündung, die Ärzte sprechen auch von einer Zystitis, ist eine Infektion der unteren Harnwege. Sie wird in den meisten Fällen durch Bakterien – meist Coli-Bakterien, die natürlichen Bewohner des Darms – ausgelöst. Die Keime gelangen in der Regel von außen über die Harnröhre in die Blase und führen dort zu einer Entzündung und Reizung der Blasenwand.

Männer sind eher selten von einer Blasenentzündung betroffen, wohingegen laut Schätzungen jede zweite Frau einmal im Leben unter der Erkrankung leidet. Grund dafür sind wohl die kurze Harnröhre der Frau sowie die Nähe des Harnröhrenausgangs zum After. Eine Blasenentzündung kann durch verschiedene Faktoren begünstigt werden: durch eine Abwehrschwäche und bestimmte Stoffwechselstörungen, wie z. B. Diabetes mellitus, durch Unterkühlung, Geschlechtsverkehr, Schwangerschaft, durch Harnstau oder Restharn in der Blase sowie durch einen Dauerkatheter.

Hausmittel zur Therapie

Eine Blasenentzündung ist zwar eine lästige und schmerzhafte Erkrankung, lässt sich in der Regel jedoch gut behandeln. Bei ersten Anzeichen können Hausmittel oft helfen, das Schlimmste zu verhindern. Wichtig ist, viel zu trinken, damit die Erreger ausgeschwemmt werden. Blasen- und Nierentees sind besonders zu empfehlen. Außerdem sollte man den Unterleib warmhalten, zum Beispiel mit einer Wärmflasche, und sich am besten hinlegen.


Wann ist ärztlicher Rat notwendig?

Um die genaueren Ursachen zu klären und gegebenenfalls eine Nieren- oder Nierenbeckenentzündung auszuschließen, sollte in folgenden Fällen eine Ärztin beziehungsweise ein Arzt aufgesucht werden:
· wenn Schwangere, Kinder oder Diabeteskranke betroffen sind
· wenn Männer betroffen sind, da bei ihnen die Blasenentzündung oft mit einer akuten oder chronischen Prostataentzündung einhergehen kann
· wenn die Schmerzen zunehmen oder die Krankheitszeichen nicht nach drei Tagen verschwinden
· wenn der Harn weißlich trübe ist oder sogar Blut enthält
· wenn Fieber auftritt
· wenn die betroffene Person Schmerzen in der Rückengegend hat.

Wird Ihnen als betroffene Person ein Antibiotikum verschrieben, ist es wichtig, dass Sie dieses auf jeden Fall so lange einnehmen, wie es ärztlich vorgeschrieben ist – auch wenn Sie bereits zu einem früheren Zeitpunkt keine Beschwerden mehr haben sollten. Die Bakterien müssen vollständig abgetötet werden, da sie sonst widerstandsfähig gegen Antibiotika werden und somit bei der nächsten Krankheit schlechter bekämpft werden können.

Sind Sie viermal oder öfter im Jahr von dem Infekt betroffen, spricht man übrigens von einer chronischen Blasenentzündung. In diesem Fall besteht die Möglichkeit einer Impfung – lassen Sie sich darüber von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt beraten.

Vorbeugung

Zur Vorbeugung einer Blasenentzündung empfehlen wir Ihnen die folgenden Maßnahmen:
· Trinken Sie viel, am besten zwei Liter täglich, um die Harnröhre durchzuspülen.
· Gehen Sie regelmäßig zur Toilette und entleeren Sie die Blase immer vollständig.
· Um keine Darmkeime in die Scheide zu bringen, benutzen Sie das Toilettenpapier von vorne nach hinten.
· Gehen Sie nach jedem Geschlechtsverkehr auf die Toilette zum Wasserlassen.
· Halten Sie Füße sowie Blasen- und Nierengegend warm.
· Trinken Sie Cranberry-, Preiselbeer- oder Meerrettichsaft, da diese eine antibakterielle Wirkung haben.
· Reinigen Sie den Intimbereich am besten nur mit warmem Wasser, nicht mit Seife.

© Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG)
Text: Dr. Beatrice Wagner, www.beatrice-wagner.de
Redaktion: Marielle Becker


 

Weiterführende Links

Artikel der DAK-Gesundheit: „Blasenentzündung – Ursachen und Behandlung“ (März 2017). Zur Homepage

Artikel des Ärzteblatts: „Blasenentzündung: Neues Bakterium als Auslöser entdeckt“ (März 2017). Zur Homepage

Artikel der ÄrzteZeitung von Juni 2017: „Bakterielle Zystitis: Antibiotika sind nicht die erste Wahl!“. Zur Homepage

 


 

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