Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V.

06131 2069-0

<

Seelische Gesundheit

Wer behandelt eine Depression?

Je nach Art und Schwere der Erkrankung kommen unterschiedliche Fachleute für die Behandlung in Frage. In jedem Fall ist die Hausärztin bzw. der Hausarzt die erste Anlaufstelle.

Hausärztin / Hausarzt

Hausärztin oder Hausarzt sind in der Regel sowohl mit dem Gesundheitszustand ihrer Patientinnen und Patienten als auch mit deren persönlichem Umfeld vertraut. Deshalb sind sie besonders geeignet, Hinweise auf seelische Verstimmungen oder Erkrankungen zu deuten.

Bevor sie von depressiven Symptomen auf eine Depression schließen, werden sie organische Ursachen der Beschwerden ausschließen. So werden sie zum Beispiel überprüfen, ob die Schilddrüse normal arbeitet.

Behandlung planen

Lautet die Diagnose auf Depression, so wird gemeinsam mit der Patientin, dem Patienten eine Behandlungsstrategie entworfen. Dabei werden die Betroffenen zunächst befragt, in welcher privaten und beruflichen Situation sie sich befinden und welche Sorgen sie belasten. Außerdem wird ermittelt, zu welcher Form der Therapie die Betroffenen motiviert sind. Nach den Ergebnissen dieser Befragung richtet sich das Therapiekonzept.

Weiterbehandlung oder Weiterleitung?

Hausärztinnen und Hausärzte, die entsprechend ausgebildet sind und die Zusatzbezeichnung „Psychotherapie“ erworben haben, können den psychotherapeutischen Teil einer Therapie selbst durchführen. Es kann aber auch sein, dass die Hausärztin, der Hausarzt die erkrankte Person an eine psychotherapeutisch tätige Fachärztin bzw. einen Facharzt oder an eine Psychologin bzw. einen Psychologen überweist.

Fachärztin / Facharzt

Liegt eine schwere Form der Depression vor oder tritt nach zwei bis drei Monaten keine Besserung der Beschwerden ein, so wird die Hausärztin, der Hausarzt wahrscheinlich eine Überweisung zur Fachärztin, zum Facharzt vornehmen.

In den meisten Fällen wird das eine Psychiaterin bzw. ein Psychiater sein, also eine Fachärztin/ ein Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Diese haben nach ihrem Medizinstudium eine fünfjährige Facharztausbildung absolviert und sind besonders zur Diagnose und zur Therapie von psychischen Erkrankungen befähigt. Dieselbe Befähigung hat auch die Nervenärztin bzw. der Nervenarzt (Neurologin/Neurologe).

Psychotherapeutin / Psychotherapeut

Psychotherapeuten sind besonders qualifizierte Psychologinnen und Psychologen.

Die Psychologie ist die Wissenschaft vom Erleben, Verhalten und Handeln des Menschen. Sie beschäftigt sich nicht ausschließlich mit Erkrankungen, weswegen Psychologen, die psychotherapeutisch tätig werden wollen, eine zusätzliche Ausbildung durchlaufen müssen.

Um körperliche Erkrankungen, deren Anzeichen einer Depression ähneln, auszuschließen, werden Psychotherapeuten ihre Klienten vor Beginn der Psychotherapie an eine Arztpraxis verweisen – sofern diese nicht von dort kommen. Auch während der Psychotherapie arbeiten Psychologen mit Ärzten zusammen, beispielsweise wenn die Gabe von Medikamenten notwendig ist.

Seit Inkrafttreten des Psychotherapeutengesetzes ist der Titel „Psychotherapeut“ gesetzlich geschützt. Ausschließlich Psychologinnen und Psychologen mit einer entsprechenden Ausbildung dürfen sich Psychotherapeutin/Psychotherapeut nennen.

Betroffene können sich auch direkt an eine Psychologin oder einen Psychologen wenden. Haben diese eine Kassenzulassung, werden die Behandlungskosten von der Krankenkasse übernommen.

Landeszentrale für 
Gesundheitsförderung 

in Rheinland-Pfalz e.V.
Hölderlinstraße 8
55131 Mainz
Telefon 06131 2069-0
Fax 06131 2069-69

© 2016 Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V.