Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V.
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Seelische Gesundheit

Suizid (Selbstmord) im Alter

Die offizielle Todesursachenstatistik (Statistisches Bundesamt, 2013) zeigt, dass die Suizidrate, d.h. die Anzahl der Selbsttötungen bezogen auf 100.000 Personen der jeweiligen Altersgruppe, mit steigendem Alter zunimmt.

Das Risiko, an Suizid zu versterben, ist somit vor allem für alte Menschen extrem erhöht. Etwa 35% aller Suizide werden von Menschen über 65 Jahren verübt. Ihr Anteil an der Bevölkerung beträgt dagegen nur ca. 21% (13)*.

Hohe Dunkelziffern

Statistiken zu Suizidhandlungen im Alter sind vielfach Schätzungen. Kaum erfasst werden so genannte „stille“ oder „verdeckte“ Suizide, zum Beispiel durch Verweigerung der Nahrungsaufnahme oder Unterlassen der notwendigen Medikamenteneinnahme. Auch Grenzfälle zu tödlichen Unfallverletzungen und weitere unklare Todesursachen führen zu einer großen Dunkelziffer.

Risiko Depression

Depression erhöht das Suizidrisiko im Alter weiter. Studien zufolge wiesen zwei Drittel aller älteren Personen, die wegen eines Suizidversuches in ein Krankenhaus eingewiesen wurden, eine behandlungsbedürftige Depression auf (14)*. Wie in anderen Altersgruppen auch, sind vor allem Männer von einem erhöhten Suizid-Risiko betroffen.

Wichtig zu wissen

Für Pflegekräfte und Angehörige ist wichtig:

  • Suizid geschieht meist als Folge einer psychiatrischen Erkrankung.
  • Nehmen Sie Hinweise auf eine Selbstmordgefährdung ernst.
  • Sprechen Sie den betroffenen Menschen auf Ihre Vermutung an.
  • Ziehen Sie einen Arzt hinzu.
  • Die Behandlung einer Depression verringert häufig auch die Lebensmüdigkeit.

Suizidraten (je 100.000 Einwohner) in Deutschland 2014

nicht altersstandardisiert; Quelle: Todesursachenstatistik, Statistisches Bundesamt; www.gbe-bund.de (22.12.2015)

* Die zitierte Literatur finden Sie hier.