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Weltgesundheitstag: Depression – Let’s talk!

Depressionen sind gut behandelbar

Der Weltgesundheitstag am 7. April lenkt in diesem Jahr die Aufmerksamkeit auf das Thema Depression. Unter dem Motto „Depression – Let’s talk“ will die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Gespräch über die Krankheit anregen. Damit sollen gesellschaftliche Vorurteile abgebaut werden, die Betroffene daran hindern könnten, gegebenenfalls lebenswichtige Unterstützungsangebote aufzusuchen.

„In Rheinland-Pfalz setzen sich zwölf regionale Bündnisse gegen Depression dafür ein, die Bevölkerung über depressive Erkrankungen zu informieren, Stigmatisierungen entgegenzuwirken und Hilfsangebote bekannt zu machen. Sie weisen darauf hin, dass Depressionen gut behandelbar sind, und zwar in jedem Lebensalter“, sagte Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler anlässlich des Weltgesundheitstags.

Die Wahrscheinlichkeit, im Laufe des Lebens an einer Depression zu erkranken, wird auf 11 bis 15 Prozent geschätzt. Rund 5 Millionen Menschen in Deutschland erfüllen die Kriterien einer depressiven Störung. Die persönlichen und sozialen Konsequenzen der Erkrankung sind groß, im schlimmsten Fall kann sie zum Suizid führen. Obwohl die Depression damit zu den verbreitetsten und folgenreichsten Erkrankungen gehört, wird sie immer noch häufig tabuisiert und nicht behandelt.

In Rheinland-Pfalz heißt es: Let’s walk!

Seit 2015 werden an verschiedenen Orten in Rheinland-Pfalz ambulante Laufgruppen für Menschen mit Depression angeboten. Das Modellprojekt unter dem Titel „Der Depression Beine machen!“ der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) und ihrer Partner machte sich die positiven Auswirkungen von Bewegung auf die seelische Befindlichkeit zunutze. „Ich freue mich, dass die Laufgruppen, die aus diesem beispielgebenden Projekt hervorgegangen sind, weiterhin Bestand haben und es Menschen mit Depression ermöglichen, ihre Genesung durch körperliche Aktivität wirksam zu unterstützen“, erklärte Gesundheitsministerin Bätzing-Lichtenthäler. Sie sehe in niedrigschwelligen ambulanten Aktivierungsangeboten, die zugleich die sozialen Kontakte förderten, eine wichtige Ergänzung der Depressionstherapie.

Vor allem bei einer leichten bis mittelschweren Depression kann die medikamentöse und/oder psychotherapeutische Behandlung durch die Teilnahme an Laufgruppen unterstützt werden. So berichteten die rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des einjährigen Modellprojekts nach dessen Abschluss über eine bessere körperliche und psychische Befindlichkeit, gestärkte Widerstandskraft, erhöhte Lebensfreude und mehr Selbstvertrauen. Besonders der Austausch mit anderen Betroffenen wurde als hilfreich angesehen.

„Die wöchentlichen Gruppen bieten den an Depression erkrankten Läuferinnen und Läufern offenbar ein hohes Maß Sicherheit und Verlässlichkeit, was die Teilnahme erleichtert und die Motivation stärkt“, sagte Dr. Matthias Krell, Geschäftsführer der LZG. Die bei der LZG angesiedelte Initiative Bündnisse gegen Depression in Rheinland-Pfalz begleitet Neugründungen von Lauftreffs. „Die ersten Angebote in Mainz, Koblenz und Landau werden inzwischen durch Laufgruppen im Westerwald und in Worms ergänzt. Wir hoffen, dass wir in diesem Jahr weitere Interessierte beim Aufbau eines Laufangebots für Menschen mit Depression in ihrer Region unterstützen können“, so Dr. Krell.

Hintergrundinformationen

Das Projekt „Der Depression Beine machen!“ wurde von mehreren rheinland-pfälzischen Partnern getragen. Die Initiative dazu war von der LandesPsychotherapeutenKammer Rheinland-Pfalz ausgegangen. Beteiligt waren die Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V., der Rheinhessische Turnerbund, die Landesvertretung der Techniker Krankenkasse in Rheinland-Pfalz und die Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe Behinderter Rheinland-Pfalz. Die wissenschaftliche Begleitung erfolgte durch das Zentrum für empirische pädagogische Forschung der Universität Koblenz-Landau (zepf).

Personen, die sich für die Teilnahme an einer Laufgruppe interessieren oder sich für den Aufbau einer neuen regionalen Gruppe engagieren möchten, finden Informationen auf der Webseite www.rlp-gegen-depression.de unter dem Menüpunkt „Projekt Laufen gegen Depression“.

V.i.S.d.P. Dr. Matthias Krell, Geschäftsführer

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