Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V.
telephone 06131-2069-0
search

Landesarbeitsgemeinschaft Stillstrategie nimmt ihre Arbeit auf

LZG begleitet Pilotkommunen auf dem Weg zu stillfreundlichen Strukturen in Rheinland-Pfalz

Aufnahme einer Personengruppe
© LZG

Stillen stärkt die Gesundheit von Anfang an. Muttermilch ist an die Bedürfnisse des Säuglings angepasst, ist gut für eine gesunde Entwicklung und kann dazu beitragen, Kinder vor bestimmten Infektionen und Erkrankungen zu schützen. Auch für die Mütter ist Stillen mit gesundheitlichen Vorteilen verbunden. Darüber hinaus fördert Stillen die frühe Bindung zwischen Mutter und Kind und kann Familien im Alltag entlasten.

Stillförderung als gesellschaftliche Aufgabe

Stillförderung ist weit mehr als ein individuelles Gesundheitsthema. Sie unterstützt Chancengleichheit, weil Muttermilch für alle Familien, unabhängig vom sozialen Status, in gleicher Qualität verfügbar ist. Stillen ist ressourcenschonend und nachhaltig. Zudem stärkt Stillförderung gesellschaftliche Teilhabe, wenn stillende Mütter in öffentlichen Räumen, Einrichtungen und Arbeitswelten gute Bedingungen vorfinden.

Die aktuelle Situation zeigt jedoch: Stillen ist in Deutschland nicht überall möglich. Deutschland gilt im internationalen Vergleich nur als moderat stillfreundlich. Ob und wie lange Mütter stillen, hängt oft nicht nur von persönlicher Entscheidung und körperlichen Voraussetzungen ab, sondern auch von Information, Beratung, sozialer Unterstützung und den Bedingungen im direkten Lebensumfeld.

Vom Pilotprojekt zur Landesstrategie

Hier setzt das Projekt „Landesweite Stillstrategie Rheinland-Pfalz“ an, das die LZG mit Unterstützung des GKV-Bündnisses für Gesundheit Rheinland-Pfalz durchführt. Die LZG begleitet zwei Pilotkommunen dabei, stillfreundliche Rahmenbedingungen zu entwickeln und nachhaltig zu verankern. Fachliche Orientierung bieten unter anderem die Qualitätskriterien des Thüringer Leitfadens zur stillfreundlichen Kommune.

Ziel ist es, vor Ort passgenaue Lösungen zu erarbeiten: Welche Angebote gibt es bereits? Wo fehlen Informationen, Ansprechpersonen oder geschützte Stillmöglichkeiten? Welche Akteurinnen und Akteure müssen eingebunden werden? Und wie können Strukturen entstehen, die Familien dauerhaft unterstützen?

Die Erfahrungen aus den beiden Pilotkommunen sollen in eine landesweite Stillstrategie für Rheinland-Pfalz einfließen. Damit verbindet das Projekt die konkrete Arbeit vor Ort mit einer strategischen Perspektive für das ganze Land. Anknüpfungspunkte gibt es auch auf politischer Ebene: Im Koalitionsvertrag haben sich die Partner dazu bekannt, Netzwerke zur Unterstützung von Kindern und Familien von der Schwangerschaft an zu stärken und Rheinland-Pfalz zu einem besonders kinderfreundlichen Bundesland weiterzuentwickeln.

Die Landesarbeitsgemeinschaft übernimmt bei der Entwicklung der landesweiten Stillstrategie eine zentrale Rolle: Sie bündelt fachliche Expertise, entwickelt Hilfestellungen für Kommunen und trägt dazu bei, aus den Erfahrungen vor Ort tragfähige Modelle abzuleiten, die perspektivisch landesweit genutzt werden können. Im Mittelpunkt stehen zunächst zwei Aufgaben: Stillförderung im politischen und fachlichen Raum sichtbarer zu machen, etwa durch Argumentationshilfen, Factsheets und eine Kommunikationsstrategie, sowie Kommunen praktisch zu unterstützen. Dazu gehört unter anderem eine Materialsammlung rund um das Thema Stillen, die Sichtung und Anpassung bestehender Informationsmedien sowie eine Analyse kommunaler Barrieren.

LZG stärkt Gesundheit von Anfang an

Die LZG begleitet die beiden Pilotkommunen fachlich. Sie hilft beim Aufbau lokaler Netzwerke und koordiniert die Arbeit auf Landesebene. „Mit der Stillstrategie Rheinland-Pfalz setzen wir mit Gesundheitsförderung frühzeitig dort an, wo Familien leben und Unterstützung brauchen“, sagt Sandra Helms, stellvertretende Geschäftsführerin der LZG. „Stillfreundliche Rahmenbedingungen entstehen nicht allein durch gute Information. Sie brauchen verlässliche Strukturen, sensibilisierte Fachkräfte, gut erreichbare Angebote und ein Umfeld, das Familien stärkt, ohne Druck aufzubauen. Unser Ziel ist es, Kommunen dabei zu unterstützen, solche Bedingungen dauerhaft zu schaffen und Stillförderung als Teil familienfreundlicher Lebenswelten zu verankern.“

Mit ihrem Engagement für die Stillstrategie entwickelt die LZG ihre lebenslaufbegleitende Gesundheitsförderung weiter und setzt in einer Lebensphase an, in der gute Unterstützung langfristig wirken kann.

V.i.S.d.P. Sandra Helms, stellvertretende Geschäftsführerin

Bildunterschrift: Zum Auftakttreffen der Landesarbeitsgemeinschaft Landesweite Stillstrategie Rheinland-Pfalz kamen Vertreterinnen und Vertreter von acht Institutionen in Mainz zusammen.

Foto: LZG

 

Zurück