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Presse

Fachtag: Gesundheit ohne Job - machbar oder Illusion?

Verzahnung von Arbeits- und Gesundheitsförderung soll Gesundheit Erwerbsloser verbessern

Gesundheit ist für arbeitslose Menschen eine wesentliche Voraussetzung, um den Wiedereinstieg ins Berufsleben zu schaffen. Dazu ist es wichtig, den Kreislauf aus Gesundheitsproblemen und Arbeitslosigkeit zu durchbrechen. Mit einem Projekt, das Arbeits- und Gesundheitsförderung miteinander verbindet, werden Gesundheitsangebote für erwerbslose Menschen erreichbar, bedürfnisgerecht und attraktiv gestaltet. Auf dem Fachtag „Gesundheit ohne Job – machbar oder Illusion?“ wurde jetzt in Mainz eine Zwi-schenbilanz gezogen.

Kooperation, Vernetzung und bewährte Konzepte

Krankenkassen und -verbände kooperieren seit mehreren Jahren mit der Arbeitsvermittlung, um Gesundheitsförderung für erwerbslose Menschen besser zugänglich zu machen. In Rheinland-Pfalz haben sie die Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit (KGC) in Trägerschaft der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) mit der Federführung im Projekt „Verzahnung von Arbeits- und Gesundheitsförderung in kommunalen Lebenswelten“ betraut.

„Was 2017 als Modellprojekt begann, hat schnell Fahrt aufgenommen, sodass wir mittlerweile auf eine landesweite Vernetzung und bewährte Konzepte blicken können“, stellte Daniel Volksheimer, IKK-Südwest, Regionaldirektion Mainz, als Vertreter des GKV-Bündnisses Gesundheit fest. In Rheinland-Pfalz gibt es an zwölf Standorten im Rahmen der Arbeitsvermitt-lung niedrigschwellige Gruppenangebote für erwerbslose Menschen, beispielsweise Kurse zur Stressbewältigung, zu gesunder und gleichzeitig preiswerter Ernährung oder zur Bewegungsförderung. Dazu kommen Fortbildungen für die Fachkräfte der Arbeitsvermittlung. Neun weitere Regionen starten derzeit ihre Programme. Die Angebote sind grundsätzlich freiwillig – anders als viele andere Maßnahmen der Arbeitsagenturen und Jobcenter.

„Mit herkömmlichen Angeboten der Gesundheitsförderung können wir arbeitslose Menschen oft nicht genügend erreichen“, stellte Sabine Bätzing-Lichtenthäler, Ministerin für Soziales, Arbeit, Gesundheit und De-mografie, fest. „Umso wertvoller ist es, dass in diesem Projekt die Akteure der Arbeitsvermittlung, der Gesundheitsförderung und der Kommunen in Rheinland-Pfalz zusammenarbeiten, um gemeinsam gesundheitsförderliche Rahmenbedingungen und niedrigschwellige Angebote vor Ort zu schaffen“, so die Ministerin, die auch Schirmherrin der Veranstaltung war.

Ressourcen stärken

„Krankheit macht arbeitslos und Arbeitslosigkeit macht krank - vor allem langzeitarbeitslose Menschen haben nicht nur teilweise höhere Krankheitswahrscheinlichkeiten, sondern auch ein deutlich höheres Sterblichkeitsrisiko. Daraus folgt: Wirksame Maßnahmen, die der Gesundheitsförderung arbeitsloser Menschen dienen, können im wahrsten Sinne des Wortes Leben retten“, betonte Prof. Dr. Stefan Sell von der Hochschule Koblenz in seinem Vortrag. Prof. Dr. Klaus Lieb von der Deutsches Resilienz Zentrum (DRZ) gGmbH Mainz zeigte auf, wie die psychische Widerstandskraft es Menschen ermöglichen kann, auch in kritischen Lebenssituationen gesund zu bleiben. „Entscheidend ist, dass Gesundheitsangebote früh ansetzen, um die Ressourcen und Bewältigungskompetenzen von erwerbslosen Menschen zu stärken.“ Der Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und Gesundheit, insbesondere psychischer Gesundheit, ist wissenschaftlich belegt. Das Interesse der Fachkräfte an einem Workshop der LandesPsychotherapeutenKammer (LPK), die den Fachtag unterstützte, zeigte, dass psychische Erkrankungen in der Praxis der Arbeitsvermittlung eine große Rolle spielen.

Perspektiven

Das Projekt wird in Rheinland-Pfalz weiterentwickelt. Dr. Matthias Krell, Geschäftsführer der LZG, fasste die Perspektiven zusammen: „Wir streben zukünftig eine stärkere Beteiligung erwerbsloser Menschen an. Damit die Angebote ins Schwarze treffen, also auf den Bedarf und die Interessen vor Ort eingehen können, brauchen wir den Rat und die Ideen der Betroffenen. Erwerbslose Menschen erhalten über ein landesweites Experten-Netz die Möglichkeit, an der Verbesserung der regionalen Rahmenbedingungen zur Gesundheitsförderung selbst mitzuwirken.“

Projekt zur Verzahnung von Arbeits- und Gesundheitsförderung
In dem bundesweit angelegten und in Rheinland-Pfalz an 21 Standorten umgesetzten Projekt arbeiten Jobcenter gemeinsam mit den gesetzlichen Krankenkassen (GKV) an einer Ausweitung der Gesundheitsförderung für erwerbslose Menschen. Die Koordination des Projektes übernimmt in Rheinland-Pfalz im Auftrag der GKV die Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit (KGC) in Trägerschaft der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG). Hintergrund ist der im Präventionsgesetz von 2015 festgelegte Schwerpunkt auf Gesundheitsförderung für Menschen in benachteiligten Lebenslagen.

Referatsleiterin: Sandra Helms, Telefon 06131 2069-66, E-Mail shelms@lzg-rlp.de

V.i.S.d.P. Dr. Matthias Krell, Geschäftsführer

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