Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V.
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Demenz

Netzwerkprofil
Netzwerk Demenz für die Städte Pirmasens/Zweibrücken und den Landkreis Südwestpfalz

Maler-Bürkel-Straße 33
66954 Pirmasens
Kreis: Landkreis Südwestpfalz, Städte Pirmasens und Zweibrücken
http://www.pirmasens.de

Einzugsgebiet des Netzwerks:

Landkreis Südwestpfalz, Städte Pirmasens und Zweibrücken

Kooperationspartner/Mitglieder im Netzwerk:

Mitglieder im Netzwerk:

  1. Pflegestützpunkt/Beko-Stelle Pirmasens, Blumenstraße
  2. AHZ Pirmasens Blumenstr.
  3. Pflegestützpunkt/Pirmasens Pfarrgasse
  4. Pflegestützpunkt/Beko-Stelle Maßweiler, für die Verbandsgemeinde Thaleischweiler- Fröschen und Land
  5. Pflegestützpunkt/Beko-Stelle Dahn, für Verbandsgemeinde Dahn, Hauenstein,Pirmasens-Land
  6. Pflegestützpunkt/ Waldfischbach-Burgalben für die Versorgungsregion Rodalben, Wallhalben, Waldfischbach
  7. Pflegestützpunkt/Beko-Stelle, Zweibrücken
  8. Malteser Hilfsdienst Pirmasens, gGmbH und e.V.
  9. Ambulante Dienste KIS-MED
  10. Koordinierungsstelle für Psychiatrie
  11. Seniorenbüro der Stadtverwaltung Pirmasens
  12. Seniorenbüro der Stadtverwaltung Zweibrücken
  13. Seniorenbeirat Stadt Pirmasens
  14. Facharztpraxis für Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie Dr. Klees
  15. Medizinischer Dienst der Krankenkasse, MDK
  16. Psychiatrische Abteilung des Städtischen Krankenhauses, Dr. Rambach
  17. Betreuungsvereine für die Städte Pirmasens/Zweibrücken und Landkreis, Südwestpfalz (Caritas,AWO,SKFM)
  18. AWO Seniorenzentrum "Johanna Stein", Pirmasens
  19. Diakonie Zentrum, Alten- und Pflegeheim Bethanien, Pirmasens
  20. Alten und Pflegeheim Bethesda, Thaleischweiler
  21. Alten- und Pflegeheim der GHG im ASB, Pirmasens
  22. Caritas – Altenzentrum St. Anton, Pirmasens
  23. Alten- und Pflegeheim "Haus am Neding", Hauenstein
  24. Alten- und Pflegeheim Maria Rosenberg, Waldfischbach-Burgalben
  25. Alten- und Pflegeheim Bickenalb, Zweibrücken
  26. Alten- und Pflegeheim "Johann-Hinrich-Wichern Haus", Zweibrücken
  27. Kurzzeitpflegeheim der DRK Zweibrücken
  28. Seniorenhaus der AWO, Haus am Rosengarten, Zweibrücken
  29. Seniorenanlage "Haus Gräfenstein", Rodalben
  30. Seniorenresidenz Villa Sertel, Pirmasens
  31. Seniorenzentrum, Sozialkonzept Mariettenhof, Dahn
  32. Seniorenpark Hinterweidenthal
  33. Pro Seniore Residenz Pirmasens
  34. Einrichtung Seniorenpflege Rodalben, Haus Martin
  35. Alzheimer Selbsthilfegruppe
  36. PS: patio
  37. Ausländerbeirat
  38. Soziale Dienste SickingenPrivat
  39. DRK Zweibrücken (ambulanter Dienst) Kreisverband Südwestpfalz
  40. Ökumenische Sozialstation Zweibrücken
  41. Ökumenische Sozialstation Dahn, Hauenstein, Pirmasens-Land
  42. AHZ Sozialstation Pirmasens Adam Müller Straße
  43. Ökumenische Sozialstation Rodalben, Walhalben, Waldfischbach
  44. Pflegedirektor, Krankenhaus Pirmasens
  45. Leitstelle "Älter werden" Kreisverwaltung Südwestpfalz

Ansprechperson(en) des Netzwerks:

Herr Bernhard Kaduk
Tel.: 06331-877-161
E-Mail: bernhardkaduk@pirmasens.de

Netzwerkleitbild, organisatorische Form des Netzwerks, Netzwerkarbeit:

Konzeption des "NETZWERK DEMENZ"
Versorgungsregion Landkreis Südwestpfalz und Städte Pirmasens/Zweibrücken

GLIEDERUNG

1. Präambel
2. Begriffs- und Bedarfsklärung
3. Übergeordnete Zielsetzung → Teilziele
4. Arbeitsweise - Netzwerk Demenz

 

1. Präambel

Die Verbesserung der Situation von Menschen mit Demenzerkrankungen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nur durch das Zusammenwirken verschiedener Institutionen des Gesundheitswesens, der Altenhilfe und der für die Menschen einer Region verantwortlichen Kommunen zu lösen ist. Da eine Heilung von Demenzerkrankungen bislang noch nicht möglich ist, liegt ein Schwerpunkt der Versorgung dieser Menschen auf der Betreuung und der Pflege. Im März 2004 startete eine landesweite Öffentlichkeitskampagne der Landeszentrale für Gesundheitsförderung und dem Ministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit in Rheinland-Pfalz zum Thema Demenz. Die Kampagne sollte der Beginn für verschiedene Aktivitäten in den Kommunen sein, um durch intensive und aktive Aufklärungsarbeit dazu beizutragen, Vorurteile zu der Entstehung und dem Verlauf dementieller Erkrankungen abzubauen und um zu mehr Verständnis im Umgang mit dementiell erkrankten Menschen, insbesondere auch deren pflegenden Angehörigen zu führen. Für die Umsetzung der Kampagnenziele wurden die Kommunen mit einem "Demenz-Koffer" versorgt, der verschiedene Informationsmaterialien zum Thema Demenz enthielt. Diese Anregung wurde in unserer Versorgungsregion aufgegriffen und führte vor Ort zu verschiedenen öffentlichen Veranstaltungen, in denen über die Hintergründe und Folgen von Demenzerkrankungen, über die vielfältigen Hilfsmöglichkeiten in unseren Kommunen, über geeignete diagnostische Verfahren und sinnvolle Therapiemöglichkeiten informiert wurde. Im Sinne eines Netzwerkes wollen die Netzwerkmitglieder unserer Versorgungsregion zukünftig alle vorhandenen Ressourcen bündeln, neue Strukturen und Rahmenbedingungen entwickeln und im Sinne der Betroffenen und Angehörigen "das Thema Demenz" aktiv und verantwortungsvoll begleiten.

2. Begriffs- und Bedarfsklärung

Demenzen gehören zu den häufigsten Erkrankungen im Alter. Wenn wir von diesem Krankheitsbild sprechen, so denken wir in der Regel an die Alzheimer-Krankheit, eine Erkrankung, die mit einem sehr langsam fortschreitenden Untergang der Nervenzellen und Nervenzellkontakten einhergeht. Dieser Untergang betrifft vor allem jene Abschnitte des Gehirns, die für Denkvermögen, Sprache, und Orientierungsfähigkeit wichtig sind. Die Alzheimer-Krankheit ist keine normale "Alterserscheinung", sondern eine Krankheit, die mit zunehmendem Alter häufiger auftritt.

Da wir wissen, dass die Anzahl der Hochaltrigen in den nächsten Jahren deutlich ansteigen wird, können wir auch leicht prognostizieren, dass dieses Krankheitsbild auch eine entsprechende Verbreitung erfahren wird. Auf Deutschland bezogen besagen die epidemiologischen Daten zum Thema "Demenz", dass es bis zum Jahre 2050 eine Veränderung um ca. + 150% geben wird: Im Jahre 2000 waren es ca. 0,9 Mio. Menschen im Jahre 2050 werden es ca. 2,1 Mio. Menschen sein. Insgesamt leiden derzeit in Deutschland ca. 1,2 Millionen Menschen an einer mittelschweren oder schweren Demenz. Bei den über 80-Jährigen ist jeder Fünfte betroffen, bei den über 90-Jährigen jeder Dritte. Über 7,2% der über 65-Jährigen sind schon heute von diesem Krankheitsbild betroffen. In Rheinland-Pfalz spricht man derzeit von ca. 70.000 Menschen. Etwa 11.000 Personen werden voraussichtlich jährlich neu erkranken. Auf unsere Versorgungsregion heruntergerechnet sind dies ca. 3.500 Menschen. Dies bedeutet, dass in unserer Region jährlich ca. 550 Menschen an Demenz neu erkranken. Generell geht die Alzheimer Gesellschaft davon aus, dass diese Zahlen aufgrund einer erheblichen Dunkelziffer wesentlich höher liegen.

3. Übergeordnete Zielsetzung

Das übergeordnete Ziel des Netzwerkes Demenz ist es, Strukturen und Voraussetzungen zu schaffen, um auf die aktuelle Versorgungslage und die sich abzeichnende demographische Altersentwicklung angemessen reagieren zu können. Es geht vor allem darum, die Versorgungssituation für ältere Menschen sowie die Versorgungsqualität der Betroffenen und deren Angehörigen zu verbessern. Angebote und Initiativen sollen im wahrsten Sinne des Wortes wie ein Netz zusammengeführt werden und somit Halt und Sicherheit für Betroffene und deren Angehörige bieten.

Diesem übergeordneten Ziel sind folgende Teilziele untergeordnet:

  1. Enttabuisierung des Themas Demenz/Sensibilisierung der Öffentlichkeit
  2. Erfassung der Versorgungslage und Aufzeigen von Versorgungslücken
  3. Durch Vernetzung und Kooperation von ambulanten, teilstationären und stationären Angeboten, vorhandene Kapazitäten nutzen und Fachkompetenz bündeln, um (Hilfs-)Angebote effektiver einsetzen zu können
  4. Optimierung der gesundheitlichen Versorgung von an Demenz erkrankten Menschen
  5. Entlastungsmöglichkeiten für pflegende Angehörige

4. Arbeitsweise - Netzwerk Demenz

Das Netzwerk Demenz ist ein Zusammenschluss verschiedener Diensten und Institutionen der gemeinsamen Versorgungsregion. Mindestens 2 Netzwerkkonferenzen pro Jahr werden einberufen. Voraussetzung für die Mitgliedschaft im Netzwerk Demenz ist die (selbst)verpflichtende Teilnahme an der aktiven Mitarbeit in einem der vier unten genannten Themenkreise. Relevante Inhalte und alle Informationen aus diesen Themenkreisen fließen in den Netzwerkkonferenzen zusammen. Gemeinsam werden hier weiter führende Initiativen des Netzwerkes besprochen.

Aktuell wurden folgende Themenkreise zu unterschiedlichen Schwerpunkten gebildet:

  1. Themenkreis "Öffentlichkeits-/Pressearbeit"
  2. Themenkreis "Betroffenen-/Angehörigenarbeit"
  3. Themenkreis "Medizinische Versorgung/-Information"
  4. Themenkreis "Angebotsstruktur"

Kurze Geschichte der Entstehung des Netzwerks:

2003
Arbeitskreis (AK) Gerontopsychiatrie: Gründung gemeinsam mit einer kleinen Gruppe aktiver Vertreter aus dem Betreuungsbereich der Altenhilfe in der gemeinsamen Versorgungsregion (Beko-Stellen, Alzheimer Gesellschaft, etc.), erste Sitzungen - Problembeschreibung für den Personenkreis der älteren, psychisch kranken Menschen - Leitung: Bernhard Kaduk (Koordinierungsstelle für Psychiatrie)

2004
Demenzkampagne für die Stadt Pirmasens und den Landkreis Südwestpfalz: Initiative des Landes Rheinland-Pfalz, das zunehmend bedeutender werdende Thema "Demenz" aktiv in die Kommunen des Landes zu transportieren.

- Bearbeitung des Themas im AK Gerontopsychiatrie: erste Veranstaltungen in der Stadt Pirmasens und im Landkreis Südwestpfalz mit der Übergabe des "Demenzkoffers" an die verantwortlichen Vertreter der genannten Kommunen; symbolischer Akt, um ein zentrales Thema der Zukunft öffentlich zu machen.

2005
Demenzkampagne für die Stadt Zweibrücken: aus dem AK Gerontopsychiatrie heraus Planung der Öffentlichkeitskampagne mit der Übergabe des "Demenzkoffers" an Verantwortliche der Stadt Zweibrücken

Weitere Veranstaltungen aus dem AK Gerontopsychiatrie z. B.:

  • Filmvorführung im Kinocenter: IRIS Reise aus der Dunkelheit
  • Schulungsprogramm für pflegende Angehörige

2006
u.a. Inhaltliche Vorbereitungen zur Gründung eines Netzwerk Demenz: Ziel dieses Netzwerkes sollte es sein, auf die demographische Entwicklung und die damit einhergehenden Herausforderungen in der Betreuung von Menschen, die an Demenz erkrankt sind, zu reagieren.

2007
Inhaltliche Auseinandersetzung im AK Gerontopsychiatrie mit der Pflege, der Angebotsstruktur in der Versorgungsregion, Erweiterung des Arbeitskreises (AK) Gerontopsychiatrie im Hinblick auf die Gründung eines Netzwerkes Demenz

2008
Vorstellung und Verabschiedung der Konzeption "Netzwerk Demenz". Beginn einer fest strukturierten Arbeit des Netzwerkes, aufgeteilt in 4 verschiedene Themenkreise ("Öffentlichkeits-/Pressearbeit", "Betroffenen-/Angehörigenarbeit", "Medizinische Versorgung/Information", "Angebotsstruktur")

Projekte und Termine des Netzwerks:

abgeschlossene Projekte:

Das Netzwerk Demenz

  • unterstützt Menschen, die von Demenz betroffen sind
  • bietet konkrete Hilfen, sowie eine vernetzte Beratung
  • verbessert die Angebotsstruktur
  • organisiert gemeinsame Veranstaltungen
  • tauscht sich regelmäßig fachlich aus
  • macht die Öffentlichkeit auf das Thema "Demenz" aufmerksam

Unter dieser Zielsetzung organisierte das Netzwerk in der Vergangenheit und auch für die Zukunft z. B.:

  • Qualifizierungskurse/Schulungen für ehrenamtliche Laienhelfer und Angehörige zur Entlastung Angehöriger von Demenzkranken
  • Erstellung eines Beratungskompasses als Nachschlagewerk mit immer wieder neu aktualisierten Adressen und Telefonnummern - Vierteljährliche Fachveranstaltungen zum Thema Demenz
  • Öffentlichkeitsarbeit (z.B. Memmory Mobil am Schlossplatz 2008) - Infoveranstaltung zur Früherkennung und Behandlungsmöglichkeiten
  • Projekt "Atempause" mit Fortbildungsreihen 2008 und 2009
  • Im Projektladen PS Patio wurde zum monatlichen Demenzkaffe eingeladen - Familiengottesdienste für Demenzkranke und ihre Angehörigen
  • Freizeitangebot: z. B. Sommer 2009: Picknick für Angehörige und Demenzkranke im Dahner Park
  • Lesung "Spurensuche im Niemandsland" im Carolinensaal von Schauspielern des Pfalztheaters KL im September 2009
  • Fortbildungsveranstaltung zum Thema "Beschwerdemanagement"
  • Eine 14 tägig sehr erfolgreiche Veranstaltungsreihe "Demenzwochen" mit täglichen Programm zu fachlichen Themen ebenso wie spielerische Darbietungen über Theaterstücke und Gesangdarbietungen (verschiedene Chöre)
  • Aufführung des Musicals "Zeitreise" in der Festhalle Pirmasens.

Viele positive Rückmeldungen der Mitarbeiter von Diensten und Einrichtungen, die im Netzwerk engagiert sind, aber auch von Angehörigen, ermutigen zu weiteren gemeinsamen Aktivitäten im Sinne der Zielsetzung.

aktuelle Projekte und Termine:

Siehe: "abgeschlossene Projekte"

geplante Projekte:

Siehe "abgeschlossene Projekte"

Folgende Materialien wurden im Rahmen der Netzwerkarbeit veröffentlicht:

"Beratungskompass" unter: http://www.pirmasens.de/14894/Netzwerk_Demenz.html