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Schultour Organspende 2018

Der Tag der Organspende am ersten Samstag im Juni widmet sich schon seit 36 Jahren der Aufklärung, aber auch dem Dank gegenüber Organspendern und ihren Angehörigen. Die Initiative Organspende Rheinland-Pfalz, die bei der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) angesiedelt ist, nimmt den diesjährigen Gedenktag zum Anlass, eine landesweite Schultour durchzuführen. Vom 4. bis 21. Juni 2018 informiert sie gemeinsam mit ihren Kooperationspartnern Junge Helden e.V. und Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) an 18 weiterführenden und berufsbildenden Schulen in Rheinland-Pfalz mehr als 1.500 junge Menschen über Organspende.

„Um die Zahl der Organspenden zu erhöhen, müssen wir an mehreren Hebeln ansetzen. Zum einen haben wir in Rheinland-Pfalz die gesetzliche Grundlage dafür geschaffen, die Stellung und Qualifikation der Transplantationsbeauftragten in den Krankenhäusern zu verbessern. Zum anderen ist die Information der Bevölkerung ein wichtiger Weg, um für Vertrauen zu werben“, erklärt Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler. „Gerade junge Menschen sind an der Auseinandersetzung mit dem Thema Organspende sehr interessiert. Mit Infoveranstaltungen an Schulen können wir sie in ihrer individuellen Entscheidungsfindung unterstützen“, so die Ministerin. Das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium hat die LZG mit der Aufklärung zum Thema Organspende beauftragt und fördert gemeinsam mit den gesetzlichen Krankenkassen die Arbeit der Initiative Organspende RLP finanziell.

Was sind die Voraussetzungen für eine Organspende? Welche Organe und Gewebe eignen sich für eine Transplantation? Warum ist es überhaupt wichtig, eine Entscheidung pro oder contra Organspende zu treffen und diese zu dokumentieren? „Unser Ziel ist es Vorurteile abzubauen, indem wir Fakten zum Thema vermitteln und auf die konkreten Sorgen und Ängste der jungen Menschen eingehen“, erläutert Dr. Matthias Krell, Geschäftsführer der LZG, die Intention der Schultour. Unterstützt werden die Veranstaltungen durch zahlreiche Betroffene, die einen Einblick ermöglichen, was Organspende im Einzelfall bedeutet. „Menschen, die so schwer krank waren, dass nur eine Organtransplantation ihnen die Chance auf ein Weiterleben ermöglicht hat, und Angehörige, die sich an der Schnittstelle zwischen Leben und Tod eines geliebten Menschen mit dem Thema Organspende auseinandersetzen mussten, werden über ihre persönlichen Erfahrungen berichten“, so Dr. Krell.

Alexandra W. und Christian P. – zwei Betroffene, die sich engagieren

Alexandra W. war 15 Jahre alt, als eine Erkrankung ihr Herz so stark schädigte, dass ihr Leben nur durch eine Transplantation gerettet werden konnte. „Ich möchte den Schülerinnen und Schülern vermitteln, dass Organspende keine Frage des Alters ist. Es kann jeden treffen, ganz plötzlich und unerwartet“, betont die heute 22-Jährige. Sie hatte Glück, dass rechtzeitig ein Spenderorgan für sie gefunden wurde und sie mittlerweile ein weitgehend normales Leben führen kann.

Christian P. dagegen war mit dem Thema Organspende als Angehöriger konfrontiert. Gemeinsam mit seiner Frau stimmte er vor zehn Jahren der Organspende des Sohnes zu. Der Sechsjährige, dem die Rachenmandeln entfernt worden waren, verstarb völlig unerwartet infolge OP-Komplikationen. „Heute hilft uns diese Entscheidung, unsere Trauer zu bewältigen“, sagt Christian P. Mit seinem Engagement möchte er dazu beitragen, dass sich mehr Menschen mit dem Thema Organspende auseinandersetzen und Position beziehen.

Große Resonanz der Schulen

Mit 32 Anfragen von allgemein- und berufsbildenden Schulen ist das Angebot der Initiative Organspende auf eine unerwartet hohe Resonanz gestoßen. 18 Termine können dank der Unterstützung der Kooperationspartner und zahlreicher Ehrenamtlicher im Juni realisiert werden, weitere Veranstaltungen werden im neuen Schuljahr durchgeführt. Eine aktuelle Umfrage* der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung, die jetzt veröffentlicht wurde, bestätigt den hohen Informationsbedarf insbesondere bei der jungen Generation: 56 Prozent der 14- bis 25-Jährigen wünschen sich demzufolge mehr Informationen, während in der Gesamtbevölkerung 44 Prozent diese Aussage machten.

Die Zahlen der realisierten Organspenden stagnieren seit Jahren auf einem niedrigen Niveau. In Rheinland-Pfalz gab es laut Deutscher Stiftung Organtransplantation (DSO) im Jahr 2017 38 Organspender (2016: 38) und 137 gespendete Organe (2016: 124). Demgegenüber stehen in Rheinland-Pfalz etwa 440 schwer kranke Bürgerinnen und Bürger auf der Warteliste. Sie hoffen auf ein Spenderorgan, das ihr Leben rettet oder ihnen zu einer besseren Lebensqualität verhilft. Bundesweit sind es mehr als 10.000 Menschen.

Termine der Schultour Organspende 2018

  • 4. Juni 2018 · Berufsbildende Schule, Neustadt/W.
  • 4. Juni 2018 · Integrierte Gesamtschule Kurt Schumacher, Ingelheim
  • 5. Juni 2018 · Realschule plus, Flomborn/Flörsheim-Dalsheim
  • 5. Juni 2018 · Realschule plus und Fachoberschule, Bad Bergzabern
  • 6. Juni 2018 · Berufsbildende Schule Technik 2, Ludwigshafen
  • 7. Juni 2018 · Clara-Viebig-Realschule plus, Wittlich
  • 8. Juni 2018 · Realschule Plus und FOS, Hachenburg
  • 8. Juni 2018 · Berufsbildende Schule 3, Mainz
  • 11. Juni 2018 · Veldenz Gymnasium, Lauterecken
  • 12. Juni 2018 · Karolinen-Gymnasium, Frankenthal
  • 13. Juni 2018 · Integrierte Gesamtschule, Nieder-Olm
  • 13. Juni 2018 · Wilhelm-Hofmann-Gymnasium, St. Goarshausen
  • 14. Juni 2018 · Berufsbildende Schule Gestaltung und Technik, Trier
  • 15. Juni 2018 · Hans-Purrmann-Gymnasium, Speyer
  • 18. Juni 2018 · Gymnasium, Traben-Trarbach
  • 19. Juni 2018 · Berufsbildende Schule Naturwissenschaften, Ludwigshafen
  • 20. Juni 2018 · Kurfürst-Balduin-Gymnasium, Münstermaifeld
  • 21. Juni 2018 · Mons-Tabor-Gymnasium, Montabaur

Weitere Informationen zur Schultour:
www.initiative–organspende-rlp.de
Monika Seibel, Telefon 06131 2069-49 E-Mail


Initiative Organspende Rheinland-Pfalz

Die Initiative Organspende Rheinland-Pfalz, ein Bündnis verschiedener Gesundheitspartner, arbeitet unter der Federführung der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) daran, den Menschen Mut zur rechtzeitigen Entscheidungsfindung zu machen. Die Projekte werden finanziell unterstützt durch das Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie RLP sowie durch die gesetzlichen Krankenkassen. Ziel der Aufklärungsarbeit ist, dass möglichst jede Bürgerin und jeder Bürger in Rheinland-Pfalz eine persönliche Entscheidung pro oder contra Organspende im Falle des Hirntodes trifft und diese auch mittels Organspendeausweis dokumentiert. www.initiative-organspende-rlp.de

Junge Helden e.V.

Junge Helden e.V. ist eine gemeinnützige Organisation, die seit fünfzehn Jahren deutschlandweit und ergebnisoffen insbesondere junge Menschen über Organspende aufklärt. Mit Schulbesuchen, Vorträgen, Sport-Events, Partys und medialer Präsenz platziert Junge Helden e.V. das Thema mitten im Leben. Der Organisation geht es um positive Berührungspunkte, sie will zeigen, dass es bei der Entscheidung für oder gegen Organspende letztlich um das Leben geht. Ihre Botschaft lautet: Ein Junger Held ist, wer sich mit dem Thema auseinandersetzt und eine persönliche Entscheidung trifft - getreu dem Motto „Entscheidend ist die Entscheidung“. Der Verein wurde 2003 von der in Mainz aufgewachsenen Claudia Kotter, ihrer Familie und ihrem Freundeskreis gegründet. Was aus persönlichem Schicksal und Freundschaft entstand, besteht auch nach dem Tod von Claudia Kotter fort. www.junge-helden.org


V.i.S.d.P. Dr. Matthias Krell, Geschäftsführer

 

* Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): Repräsentativbefragung „Wissen, Einstellung und Verhalten der Allgemeinbevölkerung zur Organ- und Gewebespende in Deutschland 2018“. PDF öffnen

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