Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V.
telephone 06131-2069-0

Aktuelles

Lebenselixier Sonne – richtig dosiert

Gesundheitstipp

Es ist Sommer und alles dreht sich wieder einmal um die Sonne. Wo ist das schönste Reisewetter? In welcher Gegend kann man am besten Sonne tanken? Auch wenn wir Sehnsucht nach Sonnenlicht haben – ein maßvoller Umgang damit ist wichtig.

Braune Haut gilt in unserer Gesellschaft als attraktiv. Wer braun ist, suggeriert damit Gesundheit, Lebensfreude und materiellen Wohlstand. Dies ist der Grund, warum die Sonne von so vielen Menschen regelrecht angebetet wird. Intensives Sonnenbaden ist jedoch gefährlich, denn zu viele UV-Strahlen überfordern den Selbstschutzmechanismus der Haut. Als Folge davon wird die Haut ledrig, altert schneller und das Risiko für Sonnenbrände und gefährlichen Hautkrebs steigt.

Andererseits ist Sonne lebenswichtig, zum Beispiel, weil der Körper mithilfe der UV-Strahlen in den oberen Hautschichten Vitamin D bildet. Dieses trägt unter anderem dazu bei, Knochen und Zahnsubstanz aufzubauen und es unterstützt die Funktion von Muskeln, Nerven und Immunsystem. Das durch Sonne gebildete Vitamin D kann nicht überdosiert werden, dafür sorgt der Körper schon selbst: Denn Sonne verändert die Pigmente der Haut, was die Durchlässigkeit für UV-Strahlen senkt. Damit wird die Bildung von Vitamin-D gebremst.

Wer die Vorzüge der Sonne genießen will, ohne ein Risiko einzugehen, sollte sich an die ABC-Regel des Sonnenschutzes halten. Die Empfehlung lautet: Ausweichen, Bekleiden, Cremen.

Ausweichen sollten Sie vor allem den sehr aggressiven UV-Strahlen zur Mittagszeit. Gehen Sie in den Mittagsstunden von 11 bis 15 Uhr in den Schatten oder ins Hausinnere. Das gilt übrigens nicht nur für Aufenthalte im Süden, sondern ebenso für das Sonnenbaden in Rheinland-Pfalz.

Bekleiden Sie sich auch in der Sonne – vor allem auf Wanderungen und Ausflügen. Kopf und Oberkörper sollten bedeckt sein, denn hier kommt am meisten Strahlung an. Frauen mit schulterfreien T-Shirts sollten an ein Schultertuch denken. Außerdem gibt es spezielle UV-Schutz-Kleidung, die einen höheren UV-Schutzfaktor hat als normale Textilien. Der UV-Schutzfaktor wird mit den Buchstaben UPF gekennzeichnet. Ein T-Shirt mit einem UPF von 80 lässt nur ein Achtzigstel der UV-Strahlen durch. Die Textilien sind meist luftig und leicht.

Cremen Sie sich mit der richtigen Sonnencreme ein. Einen Anhaltspunkt ist der Lichtschutzfaktor, abgekürzt LSF. Er gibt an, wie viel Mal länger Sie sich mit einem Sonnenschutzmittel sonnen können, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen – im Vergleich zu einem Sonnenbad ohne Sonnencreme. Wenn sich bei Ihnen also ungeschützt nach 15 Minuten schon die Haut rötet, tut sie es mit einem Lichtschutzfaktor von 30 erst nach 7,5 Stunden. Diese Stunden sollten Sie aber trotzdem nicht ausnutzen, sondern schon nach etwa einem Drittel der Zeit aus der Sonne gehen. Warum? Der Lichtschutzfaktor gibt nur den Schutz vor UV-B-Strahlen an. Diese sind für Hautrötungen und Sonnenbrände verantwortlich. Es gibt aber noch den UV-A-Schutzfaktor. Er schützt vor den UV-A-Strahlen, auf deren Konto die Hautalterung geht. Beide Strahlungsarten befördern das Hautkrebsrisiko. Der UV-A-Schutzfaktor beträgt nur ca. 1/3 des Lichtschutzfaktors, insofern wird die erlaubte Sonnenzeit entsprechend begrenzt.

Beachten Sie außerdem: Wenn Sie in den Süden fahren und ein heller Hauttyp sind, müssen Sie einen höheren Lichtschutzfaktor wählen als wenn Sie sich in unseren Breitengraden aufhalten und ein dunkler Typ sind. Achten Sie ebenso darauf, die Sonnencreme nicht sparsam anzuwenden. Cremen Sie sich vielmehr nach der Zwei-Finger-Methode ein. Das heißt, zwei Finger voll Sonnencreme pro Körperteil, wie Arme, Beine, Po, Gesicht, Bauch, Brust, Schulterbereich und Rücken. Wer viel schwitzt, muss viel nachcremen. Dieses Nachcremen erlaubt aber nicht, länger als berechnet in der Sonne zu bleiben.

Bei Kindern sollten Sie besonders auf die Sonne achten, schließlich ist Kinderhaut noch sehr sensibel und besonders leicht zu schädigen. Gehen Sie also mit gutem Vorbild voran und beachten Sie die ABC-Regel. Neben regelmäßigem Eincremen ist es wichtig, die Kinderhaut mit einem T-Shirt und einer Kopfbedeckung zu schützen und Kinder nicht in der prallen Sonnen spielen zu lassen. Babys sollten der Sonne niemals direkt ausgesetzt werden. Sorgen Sie dafür, dass auch Ihren Kindern der Sonnenschutz zur Gewohnheit wird, genauso wie das abendliche Zähneputzen. 

Und noch ein Tipp zum Schluss: Der Besuch von Solarien, um die Haut an die Urlaubssonne zu gewöhnen, ist nicht zu empfehlen. Die künstlichen UV-Strahlen setzen sich anders zusammen als die natürlichen, denn sie enthalten besonders viel der schnell bräunenden UV-A-Strahlen. Die entstehende Vorbräunung ist nur ein vermeintlicher Schutz vor der natürlichen Sonne. Das Risiko, an einem malignen Melanom, dem besonders aggressiven schwarzen Hautkrebs, zu erkranken, steigt bei regelmäßiger Nutzung des Solariums. Für Jugendliche unter 18 Jahren ist der Besuch im Solarium aufgrund des Hautkrebsrisikos seit 2009 sogar verboten.

Zurück