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Generali Zukunftsfonds rät „Nachbarschaft neu erfinden“

Unter dem Leitthema „Der demografische Wandel – unsere gemeinsame Herausforderung“ fördert der Generali Zukunftsfonds seit seiner Neuaufstellung durch die Generali Deutschland AG im Jahr 2008 bürgerschaftliches Engagement insbesondere der Älteren im gesamten Bundesgebiet. Einer der Schwerpunkte des Zukunftsfonds ist die Förderung und Verbreitung von Studien zur Weiterentwicklung der Zivilgesellschaft und zur Analyse des demografischen Wandels, deren Ergebnisse in der Schriftenreihe „Monitor“ veröffentlicht werden.  

Der aktuelle „Monitor 07“ des Generali Zukunftfonds nimmt die gelebte Nachbarschaft unter die Lupe. Unter dem Titel „Auf gute Nachbarschaft. Zeit für Seniorengenossenschaften“ werden die wichtigsten Ergebnisse eines Forschungsprojektes von Prof. Doris Rosenkranz an der Technischen Hochschule Nürnberg vorgestellt. Die Autoren des Generali Zukunftsfonds und sicher auch das Team um Prof. Doris Rosenkranz sind von dieser organisierten Form Nachbarschaft überzeugt und schreiben dazu: 

„Organisierte Nachbarschaftshilfen praktizieren Subsidiarität in einer reinen und zugleich in einer höchst modernen Form. Bürgerinnen und Bürger sorgen gegenseitig dafür, dass sie in ihrer vertrauten Umgebung in Würde altern können und dass Pflegebedürftigkeit so lange wie möglich vermieden wird. Zugleich bereichern sie das bürgerschaftliche Engagement um eine interessante Facette. Sie lautet: Selbstverantwortung trifft Mitverantwortung.“ (Monitor 07,S.2)

Die Recherche kam auf 220 organisierte Nachbarschaftshilfen mit einem Schwerpunkt im Süden und Westen von Deutschland. Die Wurzeln dieser neuen „Seniorengenossenschaften“ sehen die Autoren in den 1990er Jahren in Baden-Württemberg. Hier darf man vermuten, dass die gelebte Nachbarschaft in Deutschland weit zahlreicher und vielfältiger entwickelt ist und das Forschungsteam der technischen Hochschule Nürnberg den Forschungsansatz selbst begrenzt hat. Weniger formale oder zum Beispiel konfessionell gebundene Nachbarschaftshilfen standen hier nicht im Fokus. 

Auch der Begriff der „Seniorengenossenschaft“ wird vom Generali Zukunftsfonds nicht rechtlich eng ausgelegt. Als Rechtsform hat die Mehrheit der „Nachbarschaftshilfen“ den eingetragenen Verein (e. V.) gewählt. Die Autoren benutzen den Begriff der Seniorengenossenschaft, weil in diesen Vereinen Bürger und Bürgerinnen das Prinzip der Selbsthilfe auf Gegenseitigkeit praktizieren und dies dem Grundprinzip der Genossenschaftsbewegung des 19ten und frühen 20sten Jahrhundert entspricht. 

Der Verein ist eine schnell zu gründende und einfach zu verwaltende Geschäftsform für diesen Zweck. Er hat jedoch Grenzen, wenn es um investive Projekte geht. Steht beispielsweise ein Projekt an, bei dem Wohnraum entstehen soll, werden große Investitionssummen benötigt. Hier bietet die eingetragene Genossenschaft (eG) neue Möglichkeiten, Kapital zu binden und das Gemeinschaftseigentum zu verwalten.

Kontakt zu Fragen der Gesellschaftsformen: LZG, Berit Herger, Telefon 06131 2069-37, bherger@lzg-rlp.de

Info: Monitor 07 zum Download oder als Printmedium zu beziehen bei Generali Zukunftsfonds

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