Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V.
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Leben und Wohnen

Gemeinschaftliches Wohnen trifft zur Zeit das Lebensgefühl vieler Menschen - egal ob mit Familie oder allein, alt oder jung. Die Vorteile geteilter Aufgaben und einer unterstützenden Nachbarschaft liegen auf der Hand.

Städtische Quartiere bieten gute Infrastruktur, müssen aber auch Schnelllebigkeit und Anonymität kompensieren. Wohnprojekte in der Stadt sorgen dafür, dass jeder jeden kennt und das Wohnen ein Zuhause wird. In ländlichen Räumen können Gemeinschaftsprojekte fehlende Infrastruktur kompensieren und Unterstützung im Alter bieten.

Oft macht ein Freundeskreis den Anfang und skizziert seine Idee. Sie suchen Mitstreiter*innen und werden mehr. Sie machen sich auf die Suche nach einem Standort. Wenn die Entscheidung für ein Grundstück gefallen ist, kommt die Projektplanung in Gang.

Es gibt auch andere Verfahrensweisen, um gemeinschaftliches Wohnen auf den Weg zu bringen. Auf kommunaler Ebene kann der Gemeinderat oder eine Arbeitsgruppe einen Stammtisch initiieren. Später wachsen daraus häufig Vereine, sie heißen dann "Gemeinsam Wohnen", "Wohnen im Alter", "Wir", "Unser Dorf" oder ähnliches. Sie bilden den Kontakte- und Ideenpool, in dem Gründungsinitiativen heranwachsen. Häufig haben es kommunale Stammtische sogar leichter als Privatinitiativen, weil daraus mehrere Projekte mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung hervorgehen können. Während die Projekte sich verselbständigen, bleibt der Stammtisch erhalten und bietet einen Versammlungsraum für Menschen, die erst einmal Informationen suchen, oder solche, die sich in den Projektinitiativen noch nicht wiederfinden.

Generation 50plus

Die Lebensmitte ist meist eine Phase des Umbruchs - Wegzug der Kinder, Veränderungen im Beruf, Kümmern um die Eltern, Veränderung der Partnerschaft. Ob alleine, als Paar oder als Lebensgemeinschaft, man kann oder möchte nicht mehr alles autonom und alleine bewältigen. Die Idee, sich mit anderen zu verbinden und eine Unterstützungsgemeinschaft zu gründen, finden viele sehr reizvoll. Die Kooperation im Alltag ist ein Thema, dass sich in den Gemeinschaftsräumen wiederfindet. Die Verkleinerung der Wohnfläche betrifft vor allem die eigenen vier Wände. Viele möchten ihr Einfamilienhaus zugunsten einer Wohnung aufgeben und suchen Lösungen, wo sie das gewohnte Gefühl, bei der Gestaltung des Wohnraums mitzuwirken, behalten können.

Auch der Gedanke ans Alter spielt eine Rolle. Eine lebendige Nachbarschaft mit viel persönlichem Kontakt bietet Sicherheit. Auch wenn Pflege eine Sache der Fachdienste bleibt, ist das Kümmern, die Ansprache, das Füreinanderdasein sehr wichtig. Mit dem Eintritt ins Rentenalter reduzieren sich die Sozialkontakte. Wohnprojekte bieten hier guten Ausgleich.

Mehrgenerationengemeinschaft

Junge Familien schätzen vor allem die Kooperation im Alltag, bei der Versorgung der Kinder und die Nutzung gemeinschaftlicher Räume als Spielfläche, Turnraum, Gemeinschaftsgarten, Hausflohmarkt usw.

Wo Eigenkapital vorhanden ist, können sich Baugruppen zusammenschließen. Sie treten in einen Planungsprozess ein, bei dem die Persönlichkeiten der Mitglieder, die Standort- und Planungsfaktoren sowie das Finanzierungskonzept miteinander in Einklang gebracht werden müssen. Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal ist die Rechtsform.

Eigentum

Eigentümergruppen beginnen mit der Gründung einer Planungs-GbR, um sich abzusichern. Sie arbeiten meist mit einem/r Projektentwickler/in und einem/r Planer/in zusammen. Sie firmieren als WEG, GmbH, KG oder ähnliches.

Gemeinschaftseigentum und Genossenschaften

Genossenschaften arbeiten meist mit einem/r Genossenschaftsberater/in und einem Planer/in zusammen. Sie treten in die Phase der "Genossenschaft in Gründung" ein und sind als eG i.G. abgesichert. Sie wählen einen Genossenschaftsverband aus, bei dem sie Mitglied werden und ihre Gründungsprüfung ablegen. Mit ihm stimmen sie die Satzung ab und nehmen Beratung im Gründungsprozess in Anspruch.

Wo kein Eigenkapital vorhanden ist, muss Wohnraum gemietet werden. Die Gruppe braucht einen Partner für die Vermietung. Für beide Seiten ungewöhnlich ist, dass die Gruppe ihre Mitbewohner aussuchen möchte, d.h. es muss ein ganzes Haus zur Verfügung stehen und der Vermieter räumt der Gruppe ein Vorschlagsrecht für die Auswahl der künftigen Mieter und Nachmieter ein.

Um diese Verantwortung wahrnehmen zu können, müssen sich die Mieter als Verein zusammentun und mit dem Vermieter einen Kooperationsvertrag schließen. Nähere Informationen hierzu bietet die LZG-Broschüre "Mietervereine" (siehe LZG-Shop).

In der Praxis sind kommunale Wohnungsunternehmen ein geeigneter Ansprechpartner. Ideal ist, wenn bei anstehenden Bauvorhaben bereits während der Bauphase eine Kooperation besteht. Das erleichtert der Gruppe, Interessenten zu finden, weil das Vorhaben sehr konkret ist. Es erleichtert dem Unternehmen die Vermietung, weil die Vermarktung entfällt. 

Mieterverein

Der/die Bewerber/in stellt sich beim Verein vor und wird ggf. als neuer Mitbewohner/in ausgewählt. Der Verein schlägt den Bewerber/in dem Wohnungsunternehmen vor. Das Wohnungsunternehmen führt die Finanzprüfung durch und schließt einen Einzelmietvertrag. Der Verein schließt mit dem Bewerber/in eine Mitgliedschaft ab.

Generalmieterverein

Als Generalmieter mietet der Verein das ganze Haus und schließt mit dem Wohnungsgeber einen Mietvertrag ab. Die Weitervermietung der einzelnen Wohnungen organisiert der Generalmieterverein, die Bewohner/innen sind Untermieter des Vereins.

Beide Formen gibt es in Rheinland-Pfalz. Seit dem Erscheinen der Broschüre "Mietervereine" haben bereits mehrere neue Vereine einen Kooperationsvertrag mit einem Wohnungsunternehmen geschlossen.

Gerne begleiten wir Sie ins Abenteuer "Wohnprojekt"!

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Kontakt

Berit Herger
06131 2069-37
bherger@lzg-rlp.de

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