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Sommer, Sonne, Urlaub - Tipps für die schönste Zeit des Jahres

Donnerstag, 1. Juli 2021

Endlich wieder draußen sein, endlich Sommer! Die meisten Menschen genießen den Aufenthalt im Freien, tanken frische Luft und – vor allem im Urlaub – viel Sonne. Tatsächlich hebt Sonnenschein unsere Stimmung, und die UV-B-Strahlung versorgt den Körper mit dem wichtigen Vitamin D. Zu viel Sonne jedoch schadet. Deutlich sichtbar ist dies an den roten Rändern, die am Abend unser T-Shirt auf der Haut nachzeichnen. Andere Schäden zeigen sich erst im Laufe der Zeit. Zum Beispiel an den Augen.

Sonnenbrille – mehr als ein Mode-Artikel

Wussten Sie, dass man auch in den Augen einen Sonnenbrand bekommen kann? Er entsteht, wenn zu starke UV-Strahlung auf Bindehaut und Hornhaut gelangt. Rötungen, Juckreiz und starker Tränenfluss sind typische Symptome, auch unscharfes Sehen, ein Fremdkörpergefühl und starke Lichtempfindlichkeit treten auf. Diese Symptome klingen nach einigen Tagen ab. Hornhauttrübungen und Schäden an der Netzhaut machen sich erst später bemerkbar. Sogar der Graue Star, die Trübung der Augenlinse, die meist im Alter auftritt, wird mit starker UV-Strahlung in Zusammenhang gebracht.

Deshalb ist es so wichtig, die Augen mit einer Sonnenbrille mit gutem UV-Filter zu schützen. Am besten kaufen Sie Ihr neues Modell im Fachgeschäft – Optikerinnen und Optiker wissen am besten, welche Kriterien für wirksamen Schutz erfüllt sein müssen. Sie können die Qualität des UV-Filters der Brillengläser sogar messen. Achten Sie beim Kauf außerdem auf die folgenden Kennzeichnungen:

  • Das CE-Zeichen auf der Bügelinnenseite bestätigt, dass die Brille die in Europa geforderte UV-Schutz-Norm erfüllt und Wellenlängen bis zu 380 Nanometer herausfiltert.
  • Die Angabe „UV 400“ oder „100 Prozent UV-Schutz“ besagt, dass zusätzlich Wellenlängen bis 400 Nanometer blockiert werden.

Wählen Sie ein eher großes Modell, das nah an den Augen sitzt. Breite Bügel schützen zusätzlich vor dem Einfall des Sonnenlichts. Die Tönung der Gläser hat dagegen keinen direkten Einfluss auf die Schutzfunktion – diese liegt im Glas selbst. Hier sollten Sie die Farbe aussuchen, mit der Sie am komfortabelsten sehen. Graue, grüne und braune Gläser verändern die natürlichen Farben nur wenig. Gelb oder Orangetönungen verstärken die Kontraste. Im Optikergeschäft erfahren Sie übrigens auch, welche Art von Sonnenbrille für Ihren Lieblingssport geeignet ist. Das ist besonders wichtig, wenn Sie auf dem Wasser oder in den Bergen unterwegs sind.

Braune Haut – oft teuer erkauft

Nach wie vor gilt gebräunte Haut als attraktiv. Jedoch sollten Sie keinen zu hohen Preis dafür bezahlen: UV-Strahlung greift die Zellen an, was auf Dauer zu Krebs führen kann. Nahezu jeder Sonnenbrand hinterlässt irreparable Schäden, auch in tieferen Hautschichten.

Schützen Sie Ihre Haut also durch ein gutes Sonnenschutzmittel mit angemessen hohem Lichtschutzfaktor – auch wenn der Himmel trüb ist. Gerade im Sommer dringen die Strahlen leicht durch eine Wolkendecke. Tragen Sie die Creme großzügig auf, denken Sie auch an Ohren, Lippen und lichte Stellen auf dem Kopf. Vergessen Sie nicht, den Sonnenschutz zu erneuern, vor allem, wenn Sie stark schwitzen oder im Wasser waren. Noch besser schützt Kleidung vor schädlicher Sonnenstrahlung: langärmelige Hemden, lange Hosen und luftdurchlässige Sonnenhüte sind in sonnenreichen Weltgegenden schon immer verbreitet. Mittlerweile gibt es auch Bade- und Outdoorkleidung mit „eingebautem“ Sonnenschutz.

Nicht zu unterschätzen: der Hitzefaktor

Eine indirekte Auswirkung der Sonnenstrahlung ist die Hitze. Ist unser Kopf zu lange ohne Schutz der Sonne ausgesetzt, reizt die Hitze die Hirnhäute – ein Sonnenstich droht. Erste und ernstzunehmende Anzeichen sind Kopf- und Nackenschmerzen, häufig kommen Ohrgeräusche dazu. Dann sollten Sie sofort aus der Sonne gehen, den Kopf kühlen und etwas trinken. Sorgen Sie dafür, dass jemand bei Ihnen bleibt, denn wenn Sie nicht mehr ansprechbar sind, muss ein ärztlicher Notdienst gerufen werden. Das sollte bei Verdacht auf einen Hitzschlag sofort geschehen, denn dieser kann lebensbedrohlich sein. Er entsteht durch Überanstrengung in großer Hitze. Die Körpertemperatur steigt stark an, die Schweißproduktion funktioniert nicht mehr, es droht ein Wärmestau. Anzeichen sind Krämpfe und eine große Mattigkeit bis hin zur Bewusstseinstrübung.

Die 3+1-Regel für den gesunden Umgang mit der Sonne

Wenn Sie den Sommer im Freien genießen wollen, schützen Sie sich wie oben beschrieben und denken Sie an die folgenden Regeln:

  1. Je näher am Äquator, je höher in den Bergen und je dichter am Wasser wir uns aufhalten, desto größer muss die Vorsicht sein.
  2. Je länger wir in der Sonne sind, desto häufiger müssen wir den Sonnenschutz erneuern.
  3. Je stärker wir uns an den Gewohnheiten der Einheimischen in heißen Ländern orientieren, desto klüger verhalten wir uns. Bestes Beispiel: die Siesta im Schatten.

Und: Bei Kindern gelten dieselben Vorsichtsmaßnahmen – nur um ein Vielfaches verstärkt!

© Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG)
Text: Susanne Schneider, www.freistil-texte.de
Redaktion: Birgit Kahl-Rüther, E-Mail: bkahl@lzg-rlp.de


 

Weiterführende Links

Worauf Sie bei Kleidung als Sonnenschutz achten sollten

Wissenswertes über Sonnenbrillen

Über bedenkliche Stoffe in Sonnencremes informiert Öko-Test (detaillierte Ergebnisse kostenpflichtig)

Erste Hilfe bei Sonnenbrand, Sonnenstich und Hitzschlag

 


 

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