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Schwanger in den Urlaub?

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Urlaub mit Bauch? Viele Schwangere scheuen sich davor, denn sie wissen nicht so recht, ob das ihrem Ungeborenen guttut. Allerdings ist es auch die letzte Gelegenheit, noch einmal ohne Kind, nur mit dem Partner oder der Freundin wegzufahren und dabei Kraft zu tanken. Denn so viel ist gewiss: Nach der Geburt wird ihr Leben erst einmal auf den Kopf gestellt. Grundsätzlich spricht bei einem unkomplizierten Schwangerschaftsverlauf nichts gegen das Verreisen. Optimal ist die Zeit zwischen dem vierten bis Ende des siebten Monats. Denn davor ist der Körper noch mit der Umstellung auf die Schwangerschaft beschäftigt. Mitunter kommt es zu Übelkeit und Erbrechen, auch besteht in dieser Zeit die erhöhte Gefahr von Blutungen oder Fehlgeburten. In den letzten Schwangerschaftsmonaten hingegen könnte es beschwerlich werden, weil der Bauch dann recht dick und die Beweglichkeit eingeschränkt ist. Dann sollten Sie zumindest keine großen Sprünge mehr machen, also keine Fernziele mehr ansteuern.

Im Folgenden beantworten wir Ihnen ein paar Fragen, die Sie vielleicht beschäftigen:
 

Welche Ferienziele sind generell geeignet?

Keine Bedenken gibt es gegen einen Urlaub in Europa. Zu warm sollte es allerdings nicht werden. Ihr Körper arbeitet jetzt schon auf Hochtouren, um das Baby zu versorgen, südliche Ziele im Hochsommer könnten beschwerlich werden. Angenehm sind Temperaturen bis 28 Grad. Wenn Sie in die Berge reisen, dann sollten Sie Ziele über etwa 1.800 Metern meiden, also keine Gipfeltouren machen. Denn die Sauerstoffsättigung nimmt mit der Höhe ab, und Sie geraten damit leicht in Atemnot. Gut geeignet ist somit das Mittelgebirge, vor allem wenn es dort in der Nacht ein bisschen abkühlt.
 

Was ist mit den Tropen als Urlaubsziel?

Urlaub in einem tropischen Klima, ebenso anstrengende Rundreisen und Abenteuerferien sind für Schwangere belastend. Gegen Fernreisen in exotische Länder spricht außerdem, dass dort fremde Erreger heimisch sind, zum Beispiel die Malariaerreger. Die Infektionsgefahr ist groß und vorbeugende Medikamente und Impfungen sind für das Baby riskant. Davon ist also abzuraten.
 

Darf ich Sport machen?

Generell ist Sport zu empfehlen, denn er regt den Kreislauf an und vermindert somit Wasserablagerungen im Gewebe. Wichtig ist, dass Sie auf die Signale Ihres Körpers hören und das Training anpassen. In den ersten zwei Schwangerschaftsdritteln sind tägliches Joggen, Radfahren oder Schwimmen in Ordnung, auch Surfen und Segeln sind für geübte Sportlerinnen möglich. Ab dem siebten Monat sollten Sie die Belastung deutlich reduzieren. Vermeiden Sie generell Sportarten mit Sturzgefahr, wie zum Beispiel Inlineskating oder hochalpines Wandern, um das Baby nicht zu gefährden. Kampf- und Mannschaftssportarten sind tabu, weil es zu viele unberechenbare Faktoren gibt. Auch von Tauchgängen raten wir ab, die veränderten Druckverhältnisse unter Wasser könnten für das Baby gefährlich werden.
 

Mit welchem Verkehrsmittel sollte ich reisen?

Solange Sie sich wohlfühlen, ist es aus gesundheitlichen Gründen egal, ob Sie mit der Bahn, dem Flugzeug oder dem Auto reisen. Im Flugzeug eignet sich am besten ein Gangplatz, um etwas mehr Beinfreiheit zu haben. Da das Risiko einer Thrombose bei schwangeren Frauen leicht erhöht ist, empfehlen wir Ihnen vor allem bei längeren Flügen das Tragen von Kompressionsstrümpfen. Diese entlasten die Venen und unterstützen die Blutzirkulation. Hilfreich ist es auch, wenn Sie während des Flugs immer wieder aufstehen oder sich bei einer Bahn- oder Autofahrt alle zwei Stunden bewegen. Trinken Sie auch viel, um das Blut dünnflüssig zu halten. Vor einer Flugreise sollten Sie zur Sicherheit mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt Rücksprache halten. Erkundigen Sie sich auch bei Ihrer Fluggesellschaft, bis zu welchem Monat Sie überhaupt mitfliegen dürfen, denn das ist unterschiedlich geregelt. Oft gilt: Ab der 33. Woche brauchen Sie eine ärztliche Unbedenklichkeitsbescheinigung. Manche Fluggesellschaften nehmen Schwangere ab der 35. Woche gar nicht mehr mit.
 

Was brauche ich noch?

Unverzichtbar sind Mutterpass und Impfausweis, bei Auslandsreisen eine Zusatzversicherung bei der Krankenkasse. Sinnvoll ist auch eine Reiserücktrittsversicherung: Diese springt dann ein, wenn es unerwarteter Weise doch zu Komplikationen kommen sollte. Wichtig ist nur, dass Sie zum Zeitpunkt des Versicherungsabschlusses keine Probleme mit Ihrer Schwangerschaft hatten. Vielleicht kann Ihr Arzt Ihnen das bescheinigen? Dann muss die Versicherung für die Kosten der Stornierung aufkommen.
Und nun sollten Sie nur noch die Adresse eines Frauenarztes beziehungsweise einer Frauenärztin in der Nähe Ihres Urlaubsortes heraussuchen. Damit sind Sie für Notfälle gewappnet und können Ihren Babymoon – wie der Urlaub vor der Niederkunft liebevoll genannt wird – so richtig genießen.

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Text: Dr. Beatrice Wagner, www.beatrice-wagner.de
Redaktion: Marielle Becker


 

Weiterführende Links

Artikel „Reisen ohne Risiko“ auf www.familienplanung.de (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung BZgA) Zur Homepage

„Tipps für die Reise“ der Techniker Krankenkasse (TK) Zur Homepage

 


 

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