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Reiseschutzimpfung - Empfehlungen zur Urlaubszeit

Freitag, 1. Juni 2018 bis Freitag, 15. Juni 2018

Urlaub ist etwas Wunderschönes. Andere Länder, andere Natureindrücke, andere Sitten – aber leider auch: andere Krankheitserreger. Vor diesen können Sie sich schützen, wenn Sie frühzeitig, am besten sechs Wochen vor Reiseantritt, an Ihren Impfschutz denken! Dabei ist eine anstehende Reise eine gute Gelegenheit, die Grundimmunisierung aus der Kindheit aufzufrischen.

  • Gegen Wundstarrkrampf, also Tetanus, sowie gegen Diphtherie sollten Sie sich alle zehn Jahre impfen lassen.
  • Gegen Kinderlähmung und Keuchhusten ist eine einmalige weitere Impfung notwendig.
  • Alle nach 1970 geborenen Personen benötigen eine Impfung gegen Masern, denn das Masernvirus befällt nicht nur Kinder, sondern auch Jugendliche und Erwachsene.
  • Menschen über 60 ist eine einmalige Impfung gegen Pneumokokken zu empfehlen sowie jeden Herbst eine Grippeimpfung. Bedenken Sie, dass in tropischen und subtropischen Gebieten die Grippe (Influenza) ganzjährig auftritt.

Empfehlungen für Deutschland und Europa

Die beliebtesten Urlaubsziele liegen vor unserer Haustür: in Deutschland, seinen Nachbarstaaten und den Mittelmeerländern. Obwohl diese Ziele so nah sind, können auch hier zusätzliche Impfungen sinnvoll sein.

  • Die FSME-Impfung gegen eine von Zecken übertragene Hirnhaut- oder Hirnentzündung empfiehlt sich, wenn Sie einen Wanderurlaub oder naturnahen Urlaub in Baden-Württemberg, Bayern, Südhessen, Thüringen, Sachsen oder in der Schweiz, in Österreich, Skandinavien oder Osteuropa planen.
  • Vor Reisen in Länder südlich der Alpen oder östlich der Oder sollten Sie an eine Impfung gegen Hepatitis A denken. Dies gilt besonders für ältere Menschen, da die Krankheit bei ihnen häufig einen schweren Verlauf nimmt. Hepatitis A-Erreger sind in verunreinigten Lebensmitteln zu finden.
  • Bei Reisen in ländliche Gebiete der Türkei ist eine Impfung gegen Typhus zu überlegen, um sich gegen eine schwere Erkrankung des Verdauungstraktes zu schützen.
  • Insbesondere im Osten von Polen, in Osteuropa, im Baltikum und auf dem Balkan kann die Tollwut zu einer Gefahr werden. Mit Tollwut-Erregern kommen Sie in der Regel nur dann in Berührung, wenn Sie Kontakt zu einem befallenen Tier haben. Tollwütige Tiere wirken krankheitsbedingt oft mitleiderregend, sie sind meist abgemagert, zittrig und ängstlich. Wenn Sie befürchten, von einem tollwütigen Tier gebissen oder gekratzt worden zu sein, dann suchen Sie sofort einen Arzt auf. Helfen kann nämlich nur eine Impfung – auch noch direkt nach dem Kontakt und vor Ausbruch von Krankheitsanzeichen.

Empfehlungen für Fernreisen

  • Wer in die Tropen reist, muss sich um einen den Schutz vor Malaria kümmern. Der Malariaerreger wird von einer Tropenmücke übertragen und führt zu einer lebensgefährlichen fiebrigen Infektion. Hiervor kann zwar kein Impfstoff schützen, wohl aber gibt es vorsorglich einzunehmende Medikamente. Weil in unterschiedlichen Gebieten verschiedene Varianten des Malariaerregers leben, sollten Sie den Malariaschutz genau mit Ihrem Arzt abstimmen.
  • Fernreisende nach Asien, Afrika oder Lateinamerika sollten sich generell gegen Hepatitis A und in der Regel auch gegen Kinderlähmung, Typhus und Tollwut impfen lassen, bei längeren Reisen zusätzlich gegen Hepatitis B. Für Personen über 50 Jahre ist bei Reisen nach Indien und Japan eine Impfung gegen die japanische Enzephalitis – eine durch Viren ausgelöste Tropenerkrankung – sinnvoll. Auch eine Cholera-Schluckimpfung bei Reisen nach Südasien und Afrika ist angeraten. Für das tropische Afrika wird ein Impfschutz gegen Meningokokken, die lebensbedrohliche Erkrankungen hervorrufen können, empfohlen.
  • In Lateinamerika und Afrika besteht für einige Länder eine Impfpflicht gegen Gelbfieber – der Impfnachweis ist hier Bedingung für die Einreiseerlaubnis. Allerdings ist die Gelbfieber-Impfung bei bestimmten genetischen Defekten und bei älteren Menschen mit Risiken verbunden: Schwere Impfbegleiterkrankungen sind eine Infektion des Nervensystems oder ein Multiorganversagen. Deswegen darf die Gelbfieber-Impfung nur an so genannten Gelbfieber-Impfstellen von speziell weitergebildeten Ärztinnen und Ärzten verabreicht werden.

Wo finden Sie konkrete Empfehlungen?

Diese allgemeinen Tipps bieten eine grobe Orientierung – länderspezifische Empfehlungen können wir hier nicht geben. Entscheidend für die Bestimmung der erforderlichen Impfungen ist das Reiseland. Vor allem bei Fernreisen in ländliche Gebiete empfehlen wir, sich in einer auf Reisemedizin spezialisierten Arztpraxis beraten zu lassen. Auch manche Apotheken haben reisemedizinisch geschulte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sprechen Sie mit Ihrer Krankenkasse, um die Kostenübernahme zu klären: Viele gesetzliche Krankenkassen erstatten freiwillig die Impfungen für den privaten Auslandsurlaub.

© Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG)
Text: Dr. Beatrice Wagner, www.beatrice-wagner.de


 

Weiterführende Links

Das Robert-Koch-Institut hat die FSME-Risikogebiete in Deutschland auf einer Karte dargestellt (S. 168, Stand April 2018)

Hier finden Sie auch die Adressen der Tropeninstitute in Deutschland

Täglich aktualisierte Infos für über 300 Reiseziele mit besonders herausgestellten Informationen zu Hepatitis und Malaria finden Sie bei fit for travel

Ärztliche Beratungsstellen nennt beispielsweise die Homepage des Centrums für Reisemedizin

In der Reise- und tropenmedizinischen Beratungsstelle der Universitätsmedizin Mainz, Telefon: 06131 17-9173, erhalten Sie eine reisemedizinische Beratung

 


 

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