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Passende Schuhe – glückliche Füße!

Donnerstag, 1. März 2018 bis Donnerstag, 15. März 2018

Füße sind ein Wunderwerk der Natur. Sie tragen uns Tag für Tag durchs Leben – und doch werden sie meist nicht gut behandelt. Ohne dass wir es wissen, muten wir ihnen viel zu viel zu.

So kam eine Studie des Deutschen Schuhinstituts vor einigen Jahren zu dem Ergebnis, dass nur jeder Fünfte passende Schuhe trägt! 82 Prozent der Untersuchten hingegen trugen Schuhe in der falschen Länge oder Breite. Die richtige Passform eines Schuhes ist aber sehr wichtig für das Wohlbefinden und auch Voraussetzung dafür, langfristigen Schäden am Fuß vorzubeugen. Was also ist beim Schuhkauf zu beachten?

Die richtige Schuhgröße

Ein passender Schuh ist einen Daumen breit länger als der längste Zeh. Schließt ein Schuh direkt mit den Zehen ab, hat der Fuß keinen Platz mehr zum Abrollen und wird bei jedem Schritt gestaucht. Das ist schmerzhaft und ungesund. Außer der Schuhlänge ist auch die Schuhweite wichtig. Ein Schuh darf nicht zu weit sein, weil der Fuß sonst keinen Halt hat. Aber auch ein zu enger Schuh ist nicht gut, denn er begünstigt eine Fehlstellung der Zehen.

Für Kinder gibt es in Deutschland drei genormte Schuhweiten: weit, mittel und schmal. Viele, vor allem die hochwertigen Marken, bieten Kinderschuhe nach diesem von Orthopäden entwickelte WMS-System an. Für Erwachsene wird die Schuhweite mit den Buchstaben F, G, H, K und M angegeben. Dabei ist F die schmalste und M die weiteste Form. Allerdings sieht das Angebot für Erwachsenenfüße häufig weniger gut aus: Die meisten Schuhe gibt es nur in einer Weite, die für den „normal“ gebauten Fuß passend sind. Ausnahmen gab es früher nur bei Gesundheitsschuhen oder hochwertigen Herrenschuhen. Die Philosophie der Schuhindustrie scheint sich jedoch allmählich zu ändern, denn immer mehr Hersteller bieten auch modische Modelle für Damen in abweichenden Schuhweiten an. Wer einen schmalen oder breiten Fuß hat, wird also nicht mehr nur im Sanitätshaus fündig. Es lohnt sich, in verschiedenen Geschäften nach Schuhen in der individuellen Weite zu fragen oder im Internet zu suchen, wo das Angebot häufig größer ist.

Auf jeden Fall hilft es, verschiedene Schuhpaare auszuprobieren, um das mit dem besten „Fußgefühl“ herauszufinden. Achten Sie darauf, dass der neue Schuh schon beim ersten Anprobieren passt und bequem ist. Verlassen Sie sich nicht auf das Einlaufen von Schuhen, auch wenn Ihnen das neue Paar noch so gut gefällt!

Gute Schuhe für Jung und Alt

Vor allem Kinder und Senioren tragen häufig falsche Schuhgrößen, weil sich ihre Füße verändern. Kinder merken kaum, wenn sie aus ihren Schuhen herausgewachsen sind. Ihre Füße wachsen schubweise, manchmal zwei Größen innerhalb weniger Monate. Nutzen Sie am besten jeden Besuch im Schuhgeschäft, um die Füße neu ausmessen zu lassen – dies geht schnell und unkompliziert. Oder Sie zeichnen die Umrisse der nackten Füße auf einem Karton nach, geben bei der längsten Zehe 12 bis 17 mm hinzu, schneiden den Karton entsprechend aus und nehmen ihn mit zum Schuhkauf. Herausnehmbare Schuhsohlen sind übrigens oft nicht passformgenau, sie dienen also schlecht als Kaufhilfe.

Auch im Alter verändert sich der Fuß, er wird breiter und länger. Das Fettpolster unter der Ferse verschiebt sich mit den Jahren nach hinten, und das Hohlgewölbe senkt sich ab. Auch Wassereinlagerungen können den Fuß anschwellen lassen. All das kann dazu führen, dass die Schuhgröße mit steigendem Alter um ein oder gar zwei Nummern zunimmt. Lassen Sie Ihre Schuhgröße also immer wieder neu bestimmen!

Über das Tragen von High-Heels

Hochhackige Schuhe, so genannte High-Heels, werden oft für Fußverformungen verantwortlich gemacht. Belastend sind sie auf jeden Fall für Hüfte und Knie. Außerdem schränken sie die Venenfunktion und die Blutzirkulation ein, was zu Krampfadern führen kann. Bei dauerndem Tragen wird die Wadenmuskulatur breiter und kürzer. High-Heels sollten also am besten nur stundenweise und zu besonderen Anlässen getragen werden.

Zum Glück entstehen Fußschäden nicht durch einzelne orthopädisch bedenkliche Schuhpaare. Wirklich schädlich ist das dauerhafte Tragen von unpassenden Schuhen. Am besten haben Sie also von regelmäßig getragenen Schuhen mindestens zwei Paar zur Auswahl, die Sie abwechselnd anziehen können. Das gilt für Joggingschuhe genauso wie für schicke Büroschuhe oder legere Alltagstreter. Übrigens ist ein häufiger Schuhwechsel auch für die Schuhe gut, insbesondere für Lederschuhe. Sie brauchen nämlich einen ganzen Tag, um auszulüften und richtig zu trocknen.

Tipps für den Wanderschuh

Auf Wanderungen benötigen Sie Schuhe, die Ihnen einen guten Fersenhalt bieten. Gleichzeitig müssen die Zehen genügend Platz haben, um auch beim Bergabgehen nicht vorne anzustoßen. Für Regenwetter haben sich Schuhe mit atmungsaktivem, textilem Funktionsmaterial als Zwischenfutter bewährt. Diese geben Feuchtigkeit nach außen ab, lassen aber für einige Zeit kein Wasser nach innen. Achten Sie darauf, dass es im Schuh trocken ist, und schlüpfen Sie nicht mit nassen Füßen oder Socken in die Wanderschuhe, da es sonst es zur Blasenbildung kommt. Wenn dies trotzdem passiert ist, sollten Sie die Stelle nicht weiter belasten. Bekleben Sie sie mit einem Blasenpflaster, um sie vor weiteren Reibungen und Druckbelastungen zu schützen.

© Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG)
Text: Dr. Beatrice Wagner, www.beatrice-wagner.de


 

Weiterführende Links

Zusätzliche Informationen zu Kinderschuhen gibt die Bundesärztekammer

Worauf man beim Schuhkauf achten sollte, erklärt das Deutsche Schuhinstitut

 


 

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