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Homeoffice mit kleinen Kindern – ein Balanceakt für alle

Freitag, 1. Mai 2020 bis Freitag, 15. Mai 2020

Kita und Schule sind geschlossen, Betreuung durch die Großeltern, Nachbarn oder Freunde ist nicht möglich, die Eltern sind im Homeoffice – während der Corona-Krise ist dies der Alltag für viele Familien. Gerade die Kleinen müssen am längsten zu Hause bleiben. Für sie ist es schwer, sich über längere Zeit alleine zu beschäftigen. Und für Mütter und Väter ist es schwierig, daheim konzentriert zu arbeiten, während der Nachwuchs Aufmerksamkeit braucht. Für Alleinerziehende ist ein normales Arbeitspensum neben der Kinderbetreuung schon gar nicht zu schaffen. Dazu kommt, dass das völlig neue Leben mit einer Pandemie Erwachsene wie Kinder seelisch belastet. Glück hat, wer zu zweit zu Hause ist – dann lässt sich der Corona-Alltag einigermaßen strukturieren.

Arbeitszeiten aufteilen

Versuchen Sie, den Tag so aufzuteilen, dass immer nur ein Elternteil arbeitet. Am besten legen Sie dafür regelmäßige Zeiten fest. Der jeweils andere Elternteil kümmert sich währenddessen ausschließlich um die Kinder. Wenn beide in Vollzeit arbeiten, heißt das allerdings: Der ganze Tag muss ausgenutzt werden und wird für die Eltern in abwechselnde Büro- und Kinderzeiten aufgeteilt. Das durchzuhalten, ist eine große Herausforderung und zehrt an den Kräften. Versuchen Sie daher, wenigstens das Wochenende für etwas Entspannung zu nutzen.

Der Raum, in dem gearbeitet wird, ist für den Rest der Familie tabu. Das können Sie kleinen Kindern zum Beispiel vermitteln, indem Sie ein Kuscheltier als liebevollen Wächter vor die Tür setzen. Auch ein außen drapiertes Arbeitsmittel, zum Beispiel ein Aktenordner, kann symbolisieren: Hinter dieser Tür arbeiten Mama oder Papa und dürfen im Moment nicht gestört werden.

Planen Sie auch feste gemeinsame Zeiten ein, etwa zum Essen. Vielleicht finden Sie ein Ritual, das den Übergang von der einen zur anderen Betreuungsperson symbolisiert. Das kann ein Kapitel aus dem Lieblingsbuch sein, eine Runde Karten, ein Telefonat mit der Oma oder auch das gemeinsame Überlegen, was am vorherigen Tag besonders schön war.

Am besten raus ins Freie

Wie es in Waldkindergärten üblich ist, können Sie jeden Tag eine bestimmte Zeitspanne für Exkursionen reservieren – unabhängig vom Wetter. Das wird dem Tatendrang der Kinder gerecht und hilft der Konzentration des zurückbleibenden Elternteils auf das Homeoffice. Wer über einen Garten verfügen kann, hat natürlich Glück. Aber auch sonst gibt es im öffentlichen Raum einiges zu tun.

Vielleicht sind die Kinder in einem Alter, in dem sie etwas Neues lernen können? Radfahren oder Inline-Skaten etwa. Auch die Orientierung kann geschult werden. Vielleicht üben Sie sogar den Weg zu Kita oder Schule ein. Den meisten Kindern macht es Freude, gemeinsam mit Mutter oder Vater im Garten zu arbeiten, etwas zu bauen oder zu renovieren. Hierbei sollte jedoch vor allem der Spaßfaktor für die Kinder Anlass für das Projekt sein, weniger ein zeitnahes Ergebnis.

Starten Sie doch mal eine Fotosafari. In der Stadt können Sie den Reiz von mehr und weniger künstlerischen Graffitis entdecken. Oder Sie suchen gemeinsam nach verborgenen Herzen oder Gesichtern im Asphalt, in der Baumrinde oder im bröckelnden Putz. Wer eher ländlich wohnt, kann bestimmte Orte in der Natur aufsuchen und festhalten, wie sie sich verändern – gerade jetzt im Frühling passiert viel! Für solche Beobachtungen sind auch Vorgärten gut geeignet. Wenn ein Kind die Fotos macht, haben die Besitzer sicher nichts dagegen. Wenn Sie eine App zur Pflanzenbestimmung haben, können Sie unbekannte Gewächse kennenlernen und sich auf die Suche nach weiteren Bäumen, Blüten und Kräutern dieser Art machen.

Kleine Aufmerksamkeiten für die Freunde

Die meisten Kinder vermissen ihre sozialen Kontakte, manche haben sogar Angst um ihre Freundschaften. Wie wäre es, den Freundinnen und Freunden (oder auch den Großeltern und anderen lieben Menschen) Briefe zu malen und diese persönlich vorbeizubringen? Auf diesem Weg können auch kleinere Kinder ihre Traurigkeit ausdrücken und bei der Auslieferung ergibt sich vielleicht sogar ein Wiedersehen auf Distanz. Im Idealfall kommen Briefe zurück und eine kleine Schatzkiste füllt sich. In vielen Städten reihen Menschen bunt bemalte „Corona-Steine“ aneinander als Symbol dafür, in Verbindung zu bleiben. Schon mit einem einzelnen fröhlich bemalten Stein, den man Freunden vor die Haustür legt, kann man dies ausdrücken – und wer weiß, was sich daraus ergibt...

Zur Abwechslung geht’s auch mal digital

Ab dem Alter von vier oder fünf Jahren verstehen Kinder Videoanrufe. Sie erkennen dann, dass die Freundin oder die Großmutter auf dem Bildschirm und nicht im Raum ist. Sind die Kinder noch etwas älter, kann man Videochats auch für gemeinsame Spiele nutzen. Freunde können sich gegenseitig kleine Aufgaben stellen, etwa in einer bestimmten Zeit lauter rote Gegenstände herbeizuholen. Wer die meisten präsentieren kann, hat gewonnen. Eine moderne Form von „Finde die Fehler“ spielt man, indem man kurz die Kamera ausschaltet und im Hintergrund etwas verändert: Eine Blumenvase rückt auf die andere Seite, ein Bild wird abgehängt oder ein Stofftier kommt ins Bild. Wie lange braucht der Freund am anderen Ende, bis er alles entdeckt hat?

© Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG)
Text: Susanne Schneider freistil-texte.de
Redaktion: Birgit Kahl-Rüther Mail

 

Weiterführende Links

Aus entwicklungspsychologischer Sicht: Was Kinder in der Corona-Krise erleben

Ideen für bemalte Steine aus einer Glückssteinschlange

Spiele für Online-Chats

Outdoor-Spiele, die sich auch während der Pandemie umsetzen lassen

 


 

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