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Haushalt mit Kindern: Was gehört in die Hausapotheke?

Mittwoch, 1. Mai 2019 bis Mittwoch, 15. Mai 2019

Kinder klagen meist abends über körperliche Beschwerden – genau dann, wenn Apotheken und Arztpraxen geschlossen haben. Oft wird ihnen der Schmerz erst bewusst, wenn Ruhe einkehrt und sie nicht mehr vom Tagesgeschehen abgelenkt werden. Gut also, wenn Sie mit einer Kinder-Hausapotheke auf den Notfall vorbereitet sind.

Hausapotheke speziell für Kinder

Ganz generell gilt: Medikamente für Erwachsene sind nicht für Kinder geeignet! Denn der Organismus von Kindern ist keine verkleinerte Version des Organismus von Erwachsenen. Viele Organe wie Nieren, Leber oder Darm sind sensibler und weniger belastbar. In eine Kinder-Hausapotheke gehören deshalb nur solche Arzneimittel, die tatsächlich für Kinder zugelassen sind und die der Kinderarzt, die Kinderärztin oder die Apotheke empfohlen hat.

Die Grundausstattung an Arzneimitteln soll für die häufigsten Krankheitssymptome und Verletzungen Hilfe bieten.

  • Dazu gehören zunächst Zäpfchen, Saft oder Tabletten mit fiebersenkender und schmerzstillender Wirkung. Geeignete Wirkstoffe sind Ibuprofen und Paracetamol – in der entsprechenden Dosierung für Kinder. Doch bitte beachten Sie: Paracetamol ist auf Dauer leberschädigend. Deshalb sollten Sie Paracetamol ohne ärztliche Verordnung nie länger als drei Tage hintereinander und nie öfter als zehn Tage pro Monat geben. Zwischen den Einzelgaben ist ein Abstand von mindestens sechs Stunden einzuhalten.
  • Wichtig ist auch eine Wund- und Heilsalbe, die Sie bei kleineren Verletzungen auf die Wunde geben.
  • Gegen einen wunden Po hilft Zinkoxidsalbe oder eine Creme mit dem Wirkstoff Dexpanthenol.
  • Ein Nasenspray mit isotonischer Kochsalzlösung befeuchtet die Schleimhäute und sorgt bei Schnupfen für Linderung. Abschwellende Nasensprays oder -tropfen befreien Nase und Nebenhöhlen und können gerade bei Säuglingen das Trinken erleichtern. Sie sollten aber nur kurzzeitig angewendet werden.
  • Ein sanfter Hustensaft sowie ein Balsam zum Einreiben oder bei älteren Kindern auch zum Inhalieren sind insbesondere im Herbst und Winter eine sinnvolle Ergänzung der Kinder-Hausapotheke.

Hilfsmittel und Verbandsmaterial

Neben den Medikamenten brauchen Sie auch Hilfsmittel und Verbandsmaterial. Dieses ist für Erwachsene und Kinder in gleicher Weise geeignet.

  • Praktisch ist ein digitales Fieberthermometer, denn es misst schneller als ein analoges.
  • Besorgen Sie auch eine so genannte Splitterpinzette, die vorne gebogen ist. So können Sie Fremdkörper leicht aus der Haut herausziehen. Für Zecken ist eine spezielle Zeckenkarte empfehlenswert.
  • Einmalhandschuhe sind immer angezeigt, wenn Sie mit fremdem Blut in Berührung kommen.
  • Hat Ihr Kind eine Wunde, säubern Sie diese mit einem speziell für Kinder geeigneten Desinfektionsmittel.
  • Bedeckt wird die Wunde mit einem Pflaster – hiervon sollten Sie verschiedene Größen vorrätig haben. Besorgen Sie sich auch sogenannte Strips, das sind kleine Pflasterstreifen, die im rechten Winkel über eine kleinere Platzwunde geklebt werden. Wundränder können so wieder leichter zusammenwachsen.
  • Kinder können sich auch verbrennen oder verbrühen. Hierfür gibt es spezielle Brandwundpflaster, die kühlen, den Wundschmerz sofort lindern und außerdem nicht mit der Wunde verkleben. Achtung: Beginnen sich auf der Haut Blasen zu bilden, wenden Sie sich an einen Notdienst.
  • Absolut notwendig sind sterile Mullbinden zum Abdecken von Wunden. Besorgen Sie auch eine Pflasterrolle, damit werden die Mullbinden auf der Haut festgeklebt.
  • Elastische Binden werden bei Verstauchungen oder Muskelzerrungen um die verletzte Stelle gewickelt.
  • Für das Zurechtschneiden von Verbandmaterial ist es gut, wenn eine Schere bereitliegt, die für nichts Anderes verwendet und ab und zu desinfiziert wird.
  • Immer hilfreich ist ein Leinentuch, welches Sie bei Fieber in einen kühlenden Umschlag verwandeln oder zum Einwickeln einer Wärmflasche gebrauchen können.
  • In den Kühlschrank und nicht den Arzneimittelschrank gehört eine Gel-Kühlkompresse, auch Coolpack genannt - die erste Notfallmaßnahme bei einer Verstauchung oder Zerrung! Achtung: Coolpacks aus dem Gefrierfach nie direkt mit der Haut in Kontakt bringen!

Der richtige Umgang mit der Hausapotheke

  • Bringen Sie den Medizinschrank am besten dort unter, wo es kühl und trocken ist. Bad und Küche sind aufgrund der schwankenden Temperaturen und der meist hohen Luftfeuchtigkeit nicht geeignet. Flur, Schlafzimmer oder Abstellraum dürften eher in Frage kommen. Achten Sie in jedem Fall darauf, dass Ihr Kind den Schrank nicht öffnen kann.
  • Wenn Sie keinen eigenen Arzneischrank für Kindermedikamente einrichten wollen, reservieren Sie ein deutlich gekennzeichnetes Fach für diese Arzneien – es erleichtert Ihnen den Zugriff und hilft fremden Personen, sich im Notfall schnell zurechtzufinden.
  • Überprüfen Sie mindestens einmal im Jahr den Inhalt, denn schneller als man denkt, sind einzelne Bestandteile der Kinder-Hausapotheke aufgebraucht oder abgelaufen.
  • Um Krankheitserreger nicht weiterzutragen, sollten Sie Augen- und Nasenmedikamente nach der Genesung Ihres Kindes austauschen. Fragen Sie Ihre Apotheke, ob sie die abgelaufenen Medikamente als Sondermüll entsorgt – wozu sie allerdings nicht verpflichtet ist. Andernfalls entsorgen Sie die Arzneimittel über den Hausmüll und nicht über die Toilette, denn Kläranlagen sind nicht auf Arzneimittelrückstände ausgerichtet.
  • Vielleicht wollen Sie noch eine Liste mit den wichtigsten Rufnummern von Arztpraxen und Not- und Bereitschaftsdiensten in den Schrank legen? In der ersten Aufregung hat man diese oft nicht parat, selbst wenn sie noch so geläufig sind.

Tees aus Heilkräutern sind eine sinnvolle Ergänzung zur Hausapotheke. Ein Anis-, Fenchel-, Kümmeltee kann bei Blähungen oder ein Kamillentee bei Magenbeschwerden bereits erste Linderung verschaffen. Gegen Bauchschmerzen oder einfach zum Trost halten Sie eine Wärmflasche, vielleicht mit Kuscheltierbezug, bereit. Ob Sie einen kleinen Trick für Ihre jungen Patienten bereithalten wollen, müssen Sie selbst entscheiden: Manchmal wirkt schon eine Traubenzuckertablette, die aus dem Arzneischrank kommt, Wunder…

© Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG)
Text: Dr. Beatrice Wagner, www.beatrice-wagner.de
Redaktion: Monika Seibel
 

 

Weiterführende Links

Kinder- und Jugendärzte im Netz informieren über die Hausapotheke und die Dosierung von Paracetamol

Tipps, wenn Kinder Schmerzen haben


 

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