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Grüner Star & Co. – Schleichende Gefahren für die Augen

Samstag, 16. Februar 2019 bis Donnerstag, 28. Februar 2019

Die Augen gelten als unser wichtigstes Sinnesorgan, denn sie vermitteln uns die meisten Informationen über die Welt. Trotzdem werden Vorsorgeuntersuchungen für die Augen unterschätzt – auch weil sie meist nicht zu den Pflichtleistungen der Krankenkassen gehören und privat finanziert werden müssen. Augenkrankheiten entstehen oft schleichend. Wenn sie sich bemerkbar machen, können bereits Schäden eingetreten sein. Doch rechtzeitig erkannt und behandelt, kann auch bei sich anbahnenden Erkrankungen die Sehkraft meist erhalten und manchmal sogar deutlich verbessert werden.

Alterssichtigkeit

Meist harmlos und leicht mit einer Sehhilfe zu korrigieren ist die Alterssichtigkeit, von den Augenärzten auch Presbyopie genannt. Um das fünfzigste Lebensjahr herum trifft sie fast alle Menschen. In jungen Jahren stellt sich das Auge schnell und problemlos auf Sehziele in allen Entfernungen ein, indem sich die Linse mehr oder weniger krümmt. Mit zunehmendem Alter verliert die Linse ihre Elastizität. Dies merken Sie daran, dass der Abstand, mit dem Sie am besten scharf sehen, weiter in die Ferne rückt und das nahe Sehen anstrengt. Der Augenarzt findet schnell heraus, ob Sie eine Brille brauchen oder ob eine richtige Augenerkrankung hinter den Beschwerden steht.

Makuladegeneration

Die häufigste Ursache für einen schweren Sehverlust im Alter ist die Makuladegeneration. Bei dieser Erkrankung werden die Sinneszellen der zentralen Netzhaut, der Makula, allmählich zerstört. Es gibt zwei Formen der Makuladegeneration, die trockene und die feuchte. Anzeichen der trockenen Form sind Ablagerung von Stoffwechselschlacken in der Makula und die Bildung von Vernarbungen. Bei der aggressiveren feuchten Form wachsen krankhaft kleine Blutgefäße unter die Makula. Das Netzhautgewebe hebt sich ab und vernarbt. In beiden Fällen sehen Betroffene zum Beispiel verbogene statt gerade Linien, und das Lesen fällt ihnen schwer. Im späteren Stadium der Krankheit erscheint schließlich ein grauer Fleck in der Mitte des Gesichtsfeldes, der sich mehr und mehr ausweitet.

Diese Schäden werden selten direkt bemerkt, denn oft ist zunächst nur ein Auge betroffen. Das gesunde Auge gleicht dann den Sehverlust des erkrankten Auges aus. Die Augenärztin oder der Augenarzt stellt durch eine gezielte Untersuchung des Augenhintergrundes fest, ob Veränderungen in der Netzhaut vorliegen. Eine Heilung der Erkrankung ist bis heute nicht möglich: Zerstörte Sehzellen können nicht ersetzt werden. Zumindest bei der feuchten Makuladegeneration kann es aber gelingen, durch eine Therapie das Fortschreiten zu stoppen oder wenigstens zu verlangsamen.

Grüner Star

Eine heimtückische Krankheit, die häufig sehr langsam voranschreitet, ist der Grüne Star, auch Glaukom genannt. Es ist die zweithäufigste Augenkrankheit im Alter. Dabei steigt der Augeninnendruck an, quetscht den Sehnerv immer mehr ein und verschlechtert schleichend das Sehen. Dies beginnt meist im Randbereich des Sehfeldes und fällt deshalb zunächst nicht auf. Allmählich jedoch verengt sich das Gesichtsfeld immer mehr. Wird der Grüne Star nicht behandelt, kann er mit Blindheit enden. Besonders gefährdet sind Menschen, bei denen ein Elternteil bereits unter einem Glaukom leidet, dunkelhäutige Menschen sowie solche mit einem sehr stressigen Alltag. Diese sollten ab einem Alter von 30 Jahren einmal im Jahr beim Augenarzt den Augeninnendruck messen lassen. Menschen ohne Risikofaktoren sollten ab dem vierzigsten Lebensjahr zu einer Vorsorgeuntersuchung gehen. Wird ein Glaukom festgestellt, helfen spezielle Augentropfen, den Druck in den Augen zu senken.

Netzhautschäden durch Diabetes

Die dritthäufigste Erkrankungsursache sind Netzhautschäden durch einen zu hohen Blutzucker, die diabetische Retinopathie. Infolge des erhöhten Blutzuckers treten über Jahre hinweg Blutgefäßschäden im ganzen Körper und auch in den Augen auf. Dies kann die Netzhaut zerstören. Als Warnzeichen gilt, wenn klares Sehen nicht mehr möglich ist und alles verschwommen wahrgenommen wird. Da das unbehandelte Auge erblinden kann, sollten sich Diabetiker mindestens einmal im Jahr augenärztlich untersuchen lassen. Bei eher schlechten Blutzuckerwerten sind sogar zwei Untersuchungen jährlich angeraten.

Im Allgemeinen übernehmen die Krankenkassen diese Kontrolluntersuchungen. Dabei wird die Sehschärfe geprüft und die Netzhaut inspiziert. Liegen bereits Schäden vor, können krankhafte Gefäße gelasert werden. Im fortgeschrittenen Stadium gelingt es jedoch nur noch mit einer sehr komplizierten Operation, das Sehvermögen zu retten. Dabei wird der Glaskörper des Auges und mit ihm die dort auftretenden Blutungen und Wucherungen entfernt. Das Beste, was Diabetiker für ihre Augen tun können, ist also – neben regelmäßigen augenärztlichen Kontrollen – den Blutzucker im Griff zu haben.

© Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG)
Text: Dr. Beatrice Wagner www.beatrice-wagner.de
Redaktion: Birgit Kahl-Rüther


Weiterführende Links

Mehr zu Augenkrankheiten finden Sie hier.

Hier finden Sie ein 3D-Modell vom Auge, das Sie mit dem Maus-Cursor sogar bewegen können. Es ist auch ohne 3D-Brille sehenswert.

Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft bietet Patientenbroschüren über zahlreiche Augenerkrankungen zum kostenlosen Download an. Sie wurden mit Unterstützung der Pharmaindustrie erstellt, sind aber dennoch informativ.


 

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