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Gesund beginnt im Mund – Informationen zum Tag der Zahngesundheit

Mittwoch, 16. September 2020 bis Mittwoch, 30. September 2020

Am 25. September ist der Tag der Zahngesundheit. Unter dem Motto „Gesund beginnt im Mund – Mahlzeit!“ möchte der Aktionskreis zum Tag der Zahngesundheit in diesem Jahr Wissen über eine Ernährung vermitteln, die die Mund- und Zahngesundheit stärkt.

Was wir essen und trinken, nimmt unmittelbaren Einfluss auf unsere Mundgesundheit. Die Zusammensetzung der Nahrung kann das Entstehen von Krankheiten innerhalb der Mundhöhle beschleunigen. Karies, die durch eine übermäßige Zufuhr von Kohlenhydraten in Form von Zucker befördert wird, ist ein Beispiel dafür. Auch eine vitamin- und mineralstoffarme Ernährung kann Zahnfleisch und Zähnen schaden und so wiederum die Nahrungsaufnahme erschweren – ein Teufelskreis beginnt.

Mundgesundheit und allgemeine Gesundheit hängen zusammen

Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) unterstreicht anlässlich des Tags der Zahngesundheit 2020, dass zwischen Erkrankungen innerhalb der Mundhöhle und Allgemeinerkrankungen eine Wechselwirkung besteht. So gibt es zum Beispiel einen Zusammenhang zwischen Übergewicht und Zahnkaries: Wer viele zuckerhaltige Nahrungsmittel und Getränke zu sich nimmt, wird nicht nur dick, sondern schädigt damit auf Dauer auch die Zähne. Diabetes, der häufig eine Folge von Übergewicht ist, kann wiederum Zahnbetterkrankungen begünstigen. Die Schmerzen beim Kauen, die aus einer schlechten Mundgesundheit resultieren, können eine Mangelernährung zur Folge haben und damit die körperliche und psychische Gesundheit beeinträchtigen. Und schließlich kommt einem übermäßigen Alkoholkonsum bei der Entstehung von Mundhöhlentumoren eine erhebliche Bedeutung zu.

Von klein auf: So wenig Zucker wie möglich

Eine wichtige Grundregel für die mund- und zahngesunde Ernährung, an die Kinder schon von klein auf gewöhnt werden sollten, lautet: Süßigkeiten und zuckerhaltige Getränke gibt es nur in geringen Mengen, idealerweise nach bzw. zu den Hauptmahlzeiten. Danach heißt es, Zähne putzen mit einer fluoridierten Zahnpasta. Es bringt übrigens nichts, Säfte zu verdünnen. Bakterien brauchen sehr wenig Zucker oder Fruchtzucker, um ihre kariesauslösende Wirkung zu entfalten. Der Verein für Zahnhygiene (VfZ) warnt daher: Auch ein kleiner Schuss Apfelsaft im Mineralwasser kann schon schädigend für die Zähne sein.

Gesunde Ernährungsrituale

Der Bundesverband der Zahnärztinnen und Zahnärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BZÖG) betont die Verantwortung der Eltern für eine mund- und zahngesunde Ernährung ihrer Kinder. Das Sprichwort „Gesundes Essen hält Leib und Seele zusammen“ ist nämlich keine Binsenweisheit. Er zeigt vielmehr, wie groß die elterliche Verantwortung für die körperliche und geistige Entwicklung ihrer Kinder ist. Die Ernährung beeinflusst als Bestandteil der Erziehung den weiteren Lebensweg und die künftige Gesundheit der Kinder. Deshalb ist es wichtig, dass im Elternhaus eine gesunde Esskultur vermittelt wird. Dazu gehören z.B. regelmäßige Mahlzeiten – am Tisch in Gesellschaft statt alleine unterwegs am Kiosk – und viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte. Süßigkeiten und süße Getränke sollten die Ausnahme sein.

Jüngeren Kindern sollten Eltern nicht die Babyflasche zum Dauernuckeln überlassen. Um Karies an den Milchzähnen zu vermeiden, ist es besser, wenn Kinder möglichst früh schon Wasser und ungesüßte Tees aus einem normalen Becher trinken.

Zähne putzen – kinderleicht!

Neben einer zuckerarmen Ernährung ist natürlich das sorgfältige, regelmäßige Putzen ein zentraler Baustein, um Zähne gesund zu erhalten. Das gilt auch bereits für das Milchgebiss. Sobald beim Kind der erste Zahn da ist, sollten Eltern mit einer kleinen weichen Zahnbürste mit dem Putzen beginnen. Dabei wird anfangs einmal am Tag ein Hauch fluoridhaltige Kinderzahnpasta verwendet. Später, etwa ab dem zweiten Geburtstag, sollte zweimal am Tag mit einer erbsengroßen Menge Zahncreme geputzt werden.

Milchzähne haben viele wichtige Aufgaben und müssen gut gepflegt werden, auch wenn sie später ausfallen:

  • Sie dienen dem Beißen und Kauen und sind notwendig dafür, dass sich Kinder gut ernähren können.
  • Sie beeinflussen die Sprachentwicklung des Kindes.
  • Sie sind Platzhalter für die bleibenden Zähne. Wenn sie zu früh ausfallen, kippen die Nachbarzähne in die Zahnlücke. Das hat zur Folge, dass der nachwachsende bleibende Zahn seinen Platz nicht einnehmen kann und es zu Fehlstellungen kommt.
  • Sie sind die Grundlage für gesunde „zweite“ Zähne. Kariöse Milchzähne bergen immer die Gefahr, dass die Karies auf die gerade entstehenden bleibenden Zähne übergeht.

Da Kindern das Zähneputzen aber nicht immer Spaß macht, ist bei den Eltern viel Kreativität und Fantasie gefragt. Mit einer Geschichte oder einem Lied zum Beispiel kann das Kind abgelenkt werden. Vielleicht will sich das Kind während des Putzens im Spiegel beobachten? Auch das kann ablenken. Wichtig ist, dass die Eltern sich Zeit nehmen und einen günstigen Zeitpunkt zum Zähneputzen auswählen. So kann nach und nach ein Ritual entstehen und das Zähneputzen wird zur Gewohnheit – genauso wie das Händewaschen vor dem Essen.

Putzen nach der KAI-Technik

Wichtig ist allerdings nicht nur der Spaß beim Putzen, sondern vor allem die richtige Putztechnik. Ab dem Schulalter sollten Kinder die KAI-Methode erlernen. Das „K“ steht für Kauflächen. Alle Kauflächen werden durch Hin- und Herbürsten gereinigt. Dabei ist der Mund weit geöffnet. Das „A“ steht für die Außenflächen. Sie werden mit kreisenden Bewegungen der Zahnbürste bei leicht geöffnetem Mund geputzt. Das „I“ schließlich steht für die Innenflächen. Mit kleinen Drehbewegungen aus dem Handgelenk werden die Zahninnenflächen „von Rot nach Weiß“, also vom Zahnfleisch zum Zahn, sauber gewischt.

Kinder sind zunächst feinmotorisch nicht in der Lage, durch Drehen und Wenden der Bürste an alle Zahnseiten zu kommen. Hier gilt die Faustregel: Erst wenn ein Kind flüssig schreiben kann, ist es auch feinmotorisch zu einer gründlichen Reinigung fähig. Das ist meistens im Laufe der zweiten Klasse der Fall. Solange sollten die Eltern morgens und abends nachputzen.

„Die gleichen Grundsätze gelten auch in der zahnmedizinischen Gruppenprophylaxe“, so Sanitätsrat Dr. Helmut Stein, Vorsitzender der LAGZ RLP – Landesarbeitsgemeinschaft für Jugendzahnpflege Rheinland-Pfalz. „Auch wir beginnen mit den Programmen zur Zahnpflege bereits in frühester Kindheit in Krabbelgruppen und Miniclubs und führen diese im Schulbereich fort. Nach und nach wird die Zahnputztechnik verfeinert.“

Nehmen Eltern ihr Kind außerdem zweimal jährlich mit zum Zahnarzt, legen sie den Grundstein für eine gute Mund- und Zahngesundheit, die sich durch Übernahme der Gewohnheiten auch im Erwachsenenalter fortsetzt.


© Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG)
Text: Aktionskreis Tag der Zahngesundheit; Dr. Beatrice Wagner, www.beatrice-wagner.de
Redaktion: Birgit Kahl-Rüther, Mail: bkahl@lzg-rlp.de


Weiterführende Links

Die Landesarbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege (LAGZ) Rheinland-Pfalz e.V. entwickelt gemeinsam mit ihren 23 regionalen Arbeitsgemeinschaften zahnmedizinische Präventionsprogramme für Krabbelgruppen, Kindertagesstätten und Schulen. Die Anleitung zur richtigen Mundhygiene, die Aufklärung über zahngesunde Ernährung, die Zahnschmelzhärtung durch Fluoride und die Gewöhnung an frühzeitige, regelmäßige Zahnarztbesuche sind die Kerninhalte aller Programme. Auf der Homepage der LAGZ finden Sie z.B. Informationen über die vier Säulen der Kariesprophylaxe.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung informiert über zahngesunde Ernährung bei Kindern

Pressemeldung des Aktionskreises zum Tag der Zahngesundheit

Nützliche Tipps zur Zahnpflege für eine optimale Zahngesundheit

Tipps und Materialien rund um das Thema Zahnhygiene

 


 

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