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Gesund beginnt im Mund – Informationen zum Tag der Zahngesundheit

Montag, 15. September 2025

Jedes Jahr am 25. September lenkt der Tag der Zahngesundheit die Aufmerksamkeit auf die Mundhöhle und alles, was darin vorgeht. In diesem Jahr geht es um die Spucke und ihre weithin unbekannte Superkraft: Ohne Speichel, wie die Körperflüssigkeit offiziell heißt, könnten wir nur schwer sprechen, schlucken oder essen. Speichel schützt uns vor Krankheitserregern, reguliert den Blutdruck und dient als Grundlage für zahlreiche diagnostische Untersuchungen. Vor allem aber unsere Zähne wären ohne Spucke nur halb so gesund. Seltsam eigentlich, dass sich viele Menschen vor diesem Wundermittel ekeln…

Hier können Sie den Gesundheitstext anhören:


Von wegen igitt!

Ohne Spucke wären wir arm dran: Sie ist die erste Verteidigungslinie unseres Immunsystems. Und alltägliche Dinge wie Sprechen, Essen oder Trinken sind ohne Speichel nur schwer möglich. Menschen, die unter Mundtrockenheit leiden, sind in ihrer Lebensqualität stark eingeschränkt. Außerdem setzt Spucke ihre Superkräfte rund um die Uhr ein, um den Mundraum zu reinigen und die Zähne gegen Karies zu schützen. Die Remineralisation, also die immer wieder nötige Härtung des Zahnschmelzes, könnte ohne sie nicht stattfinden.

Gerade nach dem Essen leistet der Speichel diese wichtige Arbeit. Während der Mahlzeiten sinkt nämlich der ph-Wert im Mund ab – das Milieu wird sauer, was wiederum wichtige Mineralien aus dem Zahnschmelz herauslöst und ihn angreifbar für Bakterien macht. Der Speichel neutralisiert die Säuren und sorgt dafür, dass die verlorengegangenen Mineralstoffe wiederaufgebaut werden und den Zahnschmelz härten.

Speichel ist auch das wichtigste Heilmittel bei kleinen Verletzungen der Mundschleimhaut, denn er wirkt antibakteriell. Deshalb heilen Wunden im Mund auch schneller als an anderen Körperstellen. Vor diesem Hintergrund bekommt sogar das reflexhafte „Finger-in-den-Mund-stecken“, wenn man sich geschnitten hat, einen tieferen Sinn.

Dennoch: Spucke allein genügt nicht

Der Speichel kann nicht die gesamte Mundhygiene allein erledigen. Die Zähne und auch der Speichel selbst müssen gepflegt werden – und zwar regelmäßig und in jedem Alter. Das beginnt schon beim Essen. Eine wichtige Grundregel für die mund- und zahngesunde Ernährung lautet: Süßigkeiten und zuckerhaltige Getränke nur in geringen Mengen verzehren, idealerweise nach oder zu den Hauptmahlzeiten. Daran sollten schon Kinder gewöhnt werden. Schorlen sind übrigens nicht weniger schädlich als unverdünnte Säfte: Bakterien brauchen nur sehr wenig Zucker oder Fruchtzucker, um ihre kariesauslösende Wirkung zu entfalten.

Gut für die Mundgesundheit sind Vollkorn-Getreideprodukte, Gemüse, Obst und Salat. Diese Nahrungsmittel müssen lange und gründlich gekaut werden. Das regt den Speichelfluss und damit die Säureneutralisierung im Mund an.

Zähneputzen muss sein – immer

Neben einer zuckerarmen Ernährung ist das sorgfältige, regelmäßige Zähneputzen von zentraler Bedeutung. Das gilt bereits für das Milchgebiss. Sobald der erste Zahn da ist, sollten Eltern mit einer weichen Kinderzahnbürste mit dem Putzen beginnen. Dabei wird anfangs einmal am Tag ein Hauch fluoridhaltige Kinderzahnpasta verwendet. Später, etwa ab dem zweiten Geburtstag, sollte zweimal am Tag mit einer erbsengroßen Menge Zahncreme geputzt werden. Für den Rest des Lebens gilt dann: Zähneputzen morgens nach dem Frühstück und abends vor dem Zubettgehen – mindestens.

Bei der Mundhygiene im Alter sind einige Besonderheiten zu beachten. Zähne, Zahnfleisch und Kiefer verändern sich nämlich im Laufe des Lebens, und die täglichen Rituale müssen daran angepasst werden. Meist bildet sich das Zahnfleisch zurück, so dass die empfindlichen Zahnhälse freiliegen. Deshalb sollte man nicht allzu feste schrubben. Die Zahnzwischenräume werden dagegen größer und müssen mit Zahnseide oder einer Interdentalbürste gereinigt werden. Kommen Menschen ins Pflegealter, sollte man sie beim Zähneputzen unterstützen und sie regelmäßig daran erinnern. Schmerzen in der Mundhöhle ziehen nämlich jede Menge weitere Probleme nach sich, etwa die Vernachlässigung des Essens.

Krankheiten oder Medikamente können bei älteren Menschen den Speichelfluss hemmen. Unabhängig davon sollte man aber in jedem Alter auf genügend Spucke achten, etwa durch ausreichendes Wassertrinken und den Verzicht auf zuckerhaltige, auf süße und auf saure Getränke. Eine milde, fluoridhaltige Zahnpasta tut der gesamten Mundhöhle gut, und wenn die Spucke tatsächlich einmal wegbleibt, hilft ein zuckerfreier Kaugummi.

Auch wenn die Zähne gesund sind, gilt: 2x im Jahr zur Vorsorge

Der Besuch einer zahnärztlichen Praxis gehört nach wie vor zwingend zur wirksamen Zahnprophylaxe. Ohne sie gelingt der Erhalt eines gesunden Gebisses kaum. Übrigens haben schon Kinder ab dem Alter von sechs Monaten Anspruch auf zahnärztliche Kontrolluntersuchungen. Ab dem sechsten Lebensjahr zahlen Kassen eine halbjährliche Untersuchung, genau wie bei Erwachsenen. Karies und Parodontitis können so früh erkannt und mit deutlich weniger Schmerzen behandelt werden als in einem späteren Stadium. Sinnvoll ist auch die regelmäßige Entfernung von Zahnstein, und in manchen Fällen kann eine professionelle Zahnreinigung empfohlen werden.

© Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG)
Text: Susanne Schneider, freistil-texte.de;  Redaktion: Birgit Kahl-Rüther, Mail: bkahl@lzg-rlp.de


 

Weiterführende Links

Aktionskreis zum Tag der Zahngesundheit

Der Verein für Zahnhygiene gibt vor allem Tipps für Kinder

Video der Bundesärztekammer zur Zahn- und Mundpflege bei pflegebedürftigen Senioren

Die Stiftung Gesundheitswissen gibt Tipps zur Vorbeugung gegen Karies

 


 

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