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Blut spenden ist lebenswichtig – Hygieneauflagen sorgen für Sicherheit

Sonntag, 16. August 2020 bis Montag, 31. August 2020

Blutspenden retten Leben – bei Operationen, nach Unfällen oder bei schweren Erkrankungen. Deshalb gibt es in allen Regionen Deutschlands regelmäßig Blutspendetermine. Diese sind wichtig, weil Blutkonserven nicht unbegrenzt haltbar sind und jederzeit ausreichende Mengen vorrätig sein müssen. Schließlich werden nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bundesweit täglich rund 14.000 Blutspenden benötigt.

Wegen des Corona-Lockdowns mussten zuletzt viele Termine abgesagt werden. Das hat zu einem starken Rückgang der Vorräte geführt. Gleichzeitig werden inzwischen dank der Lockerungen viele verschobene Operationen nachgeholt, so dass der Bedarf an Blutkonserven sprunghaft gestiegen ist. Die BZgA und die Blutspendezentren rufen jetzt verstärkt zur Blutspende auf, damit die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Bluttransfusionen sowie die Herstellung von Arzneimitteln aus Blutspenden weiterhin sichergestellt ist. Allerdings sind zurzeit selbst regelmäßige Spenderinnen und Spender aus Angst vor einer Corona-Infektion noch zurückhaltend. Dabei gibt es keinen Grund zur Verunsicherung.

Blut spenden unter Corona-Bedingungen

Blutspendeeinrichtungen unterliegen grundsätzlich strengen Hygieneregeln. Diese schließen selbstverständlich auch aus, dass Spendende mit dem Blut anderer in Berührung kommen. Zusätzlich gelten derzeit die Corona-bedingten Abstands- und Hygieneregeln. Termine in Blutspendemobilen (Bus, Truck) entfallen bis auf Weiteres.

Die DRK-Blutspendedienste aktualisieren ständig die Sicherheitsmaßnahmen. Dazu gehören beispielsweise

  • die Temperaturmessung und Kurzbefragung der Spendewilligen bereits am Eingang
  • die Aufforderung zur Händedesinfektion an Desinfektionsständern im Eingangsbereich
  • die strenge Einhaltung des Sicherheitsabstands, d.h. mindestens 1,5 m zwischen den Spenderliegen im Entnahmebereich und eventuell Plexiglastrennscheiben
  • die Ausstattung der Entnahmeteams mit Schutzausrüstung
  • Maskenpflicht für die Spenderinnen und Spender
  • Statt des sonst üblichen Imbisses gibt es Lunchpakete zum Mitnehmen.

Einige Blutspendedienste bitten um vorherige Anmeldung. Die Regelungen werden mit den zuständigen Behörden abgestimmt und können sich entsprechend ändern.

Wer kann Blut spenden?

Grundsätzlich spenden können alle Erwachsenen ab 18 Jahre, die sich fit und gesund fühlen und mindestens 50 Kilogramm wiegen. Das Höchstalter für die erste Spende liegt bei 60 Jahren. Bis zum 68. Lebensjahr sind regelmäßige Spenden möglich.

Um die Gesundheit der spendenden und der empfangenden Menschen nicht zu gefährden, ist eine gewissenhafte Spenderauswahl wichtig. Dazu zählt, dass Menschen unter bestimmten Bedingungen vorübergehend oder dauerhaft nicht für eine Blutspende in Frage kommen. Über Gründe, die zu einer Rückstellung oder zu einem Ausschluss führen können, informiert die BZgA auf der Website www.blutspenden.de. Personen mit Erkältungssymptomen sind schon in normalen Zeiten von der Blutspende ausgeschlossen. Sie werden auch jetzt bereits am Eingang abgewiesen, ebenso Menschen mit erhöhter Temperatur.

Zu beachten sind darüber hinaus aktuelle Einschränkungen, die aus der Corona-Pandemie resultieren. Diese betreffen zur Zeit Menschen, die sich in den letzten zwei Wochen außerhalb der EU oder der Staaten des Europäischen Freihandelsabkommens (EFTA) aufgehalten haben – sie dürfen kein Blut spenden. Das gilt auch, wenn das Aufenthaltsland kein Risikogebiet nach der Definition des Robert-Koch-Instituts ist. Für Personen, die Kontakt zu nachweislich an Corona Erkrankten oder zu Verdachtsfällen hatten oder die selbst infiziert bzw. erkrankt waren, gelten momentan Sperrfristen von zwei bis vier Wochen.

Über die besonderen Einschränkungen für eine Blutspende unter Corona-Bedingungen informiert der für Rheinland-Pfalz zuständige DRK-Blutspendedienst West auf der Website www.blutspendedienst-west.de/corona.

Wie läuft eine Spende ab?

Vor einer Blutspende sollte man auf körperliche Anstrengung verzichten, ausreichend trinken und eine fettarme Mahlzeit zu sich nehmen. Für die Anmeldung im Blutspendezentrum ist ein Lichtbildausweis nötig. Anhand eines Fragebogens, weiterer Untersuchungen und eines persönlichen Gesprächs entscheidet eine Ärztin oder ein Arzt, ob die Spende stattfinden kann. Abgefragt werden beispielsweise Medikamente, Reisen und Impfungen. Puls, Temperatur, Blutdruck, Kreislauffunktion und Blutwerte werden überprüft.

Ist alles in Ordnung, werden im Verlauf von etwa zehn Minuten 500 Milliliter Blut über ein steriles System entnommen. Anschließend sollten die Spendenden 20 bis 30 Minuten ruhen. Insgesamt dauert der Termin normalerweise etwa eine Stunde. Aufgrund der Corona-Bestimmungen können derzeit jedoch Wartezeiten entstehen. Auf Sport und Sauna sollten Spenderinnen und Spender für den Rest des Tages verzichten.

Was passiert mit dem gespendeten Blut?

Die Blutspende wird anonymisiert weitergegeben und im Labor auf Infektionen wie Hepatitis B und C, HIV und Syphilis untersucht, ebenso wird die Blutgruppe ermittelt. Auf SARS-CoV-2-Erreger wird derzeit nicht getestet – es gibt keinerlei Hinweise auf die Übertragung des Corona-Virus durch Blut oder Blutprodukte.

Aus dem gespendeten, einwandfreien Blut werden unterschiedliche Produkte hergestellt. So können bis zu drei Personen von einer Blutspende profitieren. Am häufigsten sind dies Krebspatienten, gefolgt von Menschen mit Herz-, Magen- und Darmkrankheiten. Außerdem kommt das Spenderblut bei Unfallverletzungen, Blutarmut, Geburtskomplikationen und Erkrankungen von Leber, Nieren, Knochen und Gelenken zum oft lebensrettenden Einsatz.

Wo kann man spenden?

Blut spenden kann man in Unikliniken und in vielen Krankenhäusern, beim Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes und in kommunalen und privaten Blutspendezentren. Außerdem gibt es mobile Blutspendedienste, die in abgelegeneren Gegenden oder auch bei Firmen oder in Schulen Station machen. Die Termine werden meist in der lokalen Presse oder durch Aushänge bekannt gemacht, auch die örtlichen Verwaltungen können Auskunft geben.

Warum sind Blutspenden so wichtig?

Blutkonserven, Blutplasma und weitere Präparate auf Blutbasis werden täglich in der Medizin benötigt. Jeder Dritte in Deutschland ist einmal in seinem Leben auf ein Blutprodukt angewiesen! Einige Präparate sind nur sehr kurz haltbar, andere können tiefgefroren bis zu drei Jahre aufbewahrt werden. Dennoch kommt es gerade in der Sommerzeit immer wieder zu Engpässen, so dass zum Beispiel Operationen aus Mangel an Blutkonserven verschoben werden müssen.

Blut spenden ist ein Akt der Nächstenliebe und zeugt von Verantwortungsbewusstsein gegenüber unseren Mitmenschen. Viele Spenderinnen und Spender fühlen sich aber nicht nur deshalb gut: Da die Blutentnahme beispielsweise vorübergehend zur Senkung von hohem Blutdruck führt, können Menschen mit Bluthochdruck unter Umständen selbst von regelmäßigen Blutspenden profitieren.


© Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG)
Text: Susanne Schneider, www.freistil-texte.de
Redaktion: Birgit Kahl-Rüther, Mail: bkahl@lzg-rlp.de


Weiterführende Links

Tagesaktuelle Informationen des DRK-Blutspendediensts West zum Thema SARS-CoV-2 (Covid-19) und Blutspenden

Informationen zur Blut- und Plasmaspende der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Rückstellung und Ausschluss: Wer kein Blut spenden darf

Aufruf der Robert-Koch-Instituts zur Blutspende

So läuft eine Blutspende ab

Kann ich derzeit zu einer Blutspende zugelassen werden oder nicht? Spende-Check des Bayerischen Roten Kreuzes

Blutspendetermine in Ihrer Nähe

 


 

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