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Essstörungen

Essstörungen sind nach den medizinischen Klassifikationssystemen keine Suchterkrankungen, weisen in ihren Merkmalen und Verlaufsformen aber viele Parallelen zu süchtigem Verhalten auf. Das Referat Suchtprävention der LZG engagiert sich deshalb auch in diesem Bereich, etwa durch den Aufbau eines Kompetenznetzwerks und durch Öffentlichkeitsarbeit.

 

Weitere Informationen zum Thema Essstörungen finden Sie hier.

Kompetenznetz Essstörungen

Für die meisten Menschen ist Essen mit Genuss, Befriedigung und Lebensfreude verbunden. In der Suchtprävention und der psychosozialen Beratung wird jedoch zunehmend deutlich, dass viele Jugendliche und jungen Erwachsene unter einer Essstörung leiden, die mit erheblichen somatischen, psychischen und sozialen Folgen verbunden ist.

Aufgrund der Parallelen von Essstörungen zu Suchterkrankungen nehmen Betroffene im Vorfeld oder nach Abschluss einer stationären therapeutischen Maß­nahme Suchtberatungsstellen in Anspruch. Dies macht die Kooperation der einzelnen Fachdienste nötig.

Ziele des Kompetenznetzes Essstörungen

Das Kompetenznetz Essstörungen hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Kooperation aller mit der Beratung und Behandlung von Menschen mit Essstörungen befassten Fachkräfte zu unterstützen. Im Netzwerk sind Multiplikatorinnen und Multiplikatoren der Suchtprävention und Suchtberatung, der Psychosomatik, der Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie der Selbsthilfe vertreten.

Das Kompetenznetz Essstörungen

  • unterstützt den fachlichen Austausch zum Thema,
  • bietet fachliche Informationen und kollegiale Beratung,
  • initiiert und gestaltet Fachveranstaltungen und Fortbildungen,
  • entwickelt eine landesweite Vernetzung in Rheinland-Pfalz.

Ziel ist,

  • den effektiven Zugang von Betroffenen in die Hilfsangebote von Rheinland-Pfalz zu gewährleisten,
  • den fachlichen Transfer in die Einrichtungen zu sichern,
  • Absprachen und Kooperationen landesweit effizient zu gestalten,
  • die Öffentlichkeitsarbeit und Prävention zu fördern.
Öffentlichkeitsarbeit

Das Referat Suchtprävention der LZG unterstützt das Thema „Prävention von Essstörungen“ auch in der Öffentlichkeitsarbeit, etwa durch Artikel in Fachzeitschriften.

Beispiele können Sie hier herunterladen:

Fachartikel „Essstörungen bei Männern“
Fachartikel „Bulimie und Magersucht“

Workshop Esstörungen

am 26. Juni 2017 von 10:00 - 16:00 Uhr im INNdependence Gleiwitzer Straße 4 in Mainz.
Hier finden Sie eine Wegbeschreibung.

Die Teilnahmegebühr beträgt 10,- Euro, darin enthalten sind die Kosten für Tagungsgetränke und Mittagsimbiss.

Referent: Dipl.-Psych. Florian Hammerle; Geschäftsführer der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie- und Psychotherapie, Universitätsmedizin Mainz

Da wir die maximale Teilnehmerzahl erreicht haben, ist die Anmeldung nun geschlossen. Falls Sie gerne auf die Warteliste möchten, benachrichtigen Sie bitte Freya Hölz (fhoelz@lzg-rlp.de).

 

Inhalt:
Gestörtes Essverhalten und Maßnahmen zur Gewichtskontrolle sind verbreitete Phänomene im Jugendalter, deren Häufigkeit bei 12% bis 22% liegt (Herpertz-Dahlmann et al., 2008; Hölling & Schlack, 2007). Im Vergleich dazu sind manifeste Essstörungen seltener mit Häufigkeiten von 0,3% für Anorexia nervosa, 0,4% für Bulimia nervosa und 0,5% für die Binge-Eating-Störung (Hammerle et al. 2016). Obwohl Essstörungen damit einen geringen Teil psychischer Störungen ausmachen, gelten sie als sehr schwer zu behandeln (Herpertz, Herpertz-Dahlmann, Fichter, Tuschen-Caffier, & Zeeck, 2011), nehmen häufig chronische Verläufe und weisen besonders im Bereich der Anorexia nervosa mit zwischen 6 bis 16% der Betroffenen die höchsten Mortalitätsraten aller psychischen Störungen auf (Arcelus et al. 2011; Zipfel et al. 2000). Die häufig geringe Krankheitseinsicht und Behandlungsmotivation stellen Personen des psychosozialen Helfernetzes vor große Herausforderungen.
Ziele:
1. Vermittlung von diagnostischen Eckdaten und Häufigkeit von Essstörungen sowie mögliche akute Gefahren
2. Einführung in die Entstehungsbedingungen, Störungsmodelle und Funktionalität von Essstörungen, sowie Wissen zu Früherkennung
3. Erlernen und praxisbezogenes Üben von Gesprächsführung zur Herstellung und Aufrechterhaltung einer gelingenden Zusammenarbeit
Methode:
Der Workshop ist stark interaktiv gestaltet. Dabei wechseln sich Elemente mit Frontallehre unter Einbindung von Power-Point und Videos mit Kleingruppenübungen und Rollenspielen ab. Im Bereich der Funktionalität und Früherkennung von Essstörungen wird die Umsetzung durch Verhaltensanalysen praktisch erfahrbar. Es wird erlernt, welche kurzfristigen Konsequenzen Essstörungen aufrechterhalten können. Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf der praxisbezogenen Vermittlung von Gesprächsführungsmethoden mit Bezug auf die Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT) um Handlungsstrategien im Umgang mit Klienten zu entwickeln. Die Veranstaltung wird durch einen Überblick über Helfernetze, Ansprechpersonen und Anlaufstellen abgerundet.

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