Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V.

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Landes-Netz-Werk Demenz

Demenzstrategie des Landes Rheinland-Pfalz

Seit 2003 setzt sich die Landesregierung Rheinland-Pfalz im Rahmen der Initiative „Menschen pflegen“ gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern für die Belange von Menschen mit Demenz ein.

Als Grundlage der Demenzstrategie wurden folgende Ziele formuliert:

  • Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Bedürfnisse von Menschen mit Demenzerkrankungen und für die Situation der Angehörigen
  • Enttabuisierung des Themas in der Öffentlichkeit
  • Verbesserung von Beratungsangeboten für die häusliche und stationäre Pflege
  • Qualifizierung von Hausärzten, Pflegefachkräften und Angehörigen
  • Entwicklung und Realisierung von spezifischen Versorgungskonzepten in stationären Pflegeeinrichtungen
  • Aufbau von niedrigschwelligen Betreuungsangeboten
  • Erprobung neuer Wohnkonzepte für Menschen mit Demenzerkrankungen
  • Vernetzung der Hilfeangebote von Gesundheitswesen und Altenhilfe.

Weitere Informationen zur Demenzstrategie Rheinland-Pfalz finden Sie auf der Website des Ministeriums für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie (MSAGD). Zur Website

Entstehungsgeschichte

Die Demenzkampagne Rheinland-Pfalz wurde im März 2004 von der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) und dem Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen (MASGFF) im Rahmen der Initiative Menschen pflegen sowie anderen Partnern ins Leben gerufen. Übergeordnetes Ziel der Kampagne ist es, die Öffentlichkeit für die Demenzerkrankung zu sensibilisieren. Möglichst jeder Bürger und jede Bürgerin in Rheinland- Pfalz soll den Begriff „Demenz“ gehört haben und ein Krankheitsbild damit verbinden. Betroffene und ihre Familien sollen nicht nur ihre Scham und Scheu überwinden können, sondern die gesamte Lebenssituation soll sich verbessern und das Verständnis für pflegende Angehörige gesteigert werden. Dazu gehören Informationen über Diagnose- und Therapieverfahren und soziale Hilfs- und Unterstützungsangebote für an Demenz erkrankte Menschen und deren Angehörige. Hierzu ist es nötig, nicht nur zu informieren und aufzuklären, sondern alle an der Versorgung von an Demenz erkrankten Menschen beteiligten Gruppierungen in die Kampagne zu integrieren.

Das Symbol der Kampagne war der „Demenz-Koffer“, der, vollgepackt mit Informationen zur Erkrankung, ins Land reiste: Gemeinsam mit regionalen Partnern informiert die LZG im Rahmen von Aktionstagen, Vorträgen und Fortbildungen über die Hintergründe und Folgen von Demenzerkrankungen. Betroffene und Angehörige erfahren etwas über die vielfältigen Hilfsmöglichkeiten in Rheinland-Pfalz und bekommen einen Überblick über geeignete diagnostische Verfahren und sinnvolle Therapiemöglichkeiten.

Landes-Netz-Werk Demenz

Durch die Arbeit der Demenzkampagne entstanden in ganz Rheinland-Pfalz regionale Demenznetzwerke. Seit 2009 fördert das Landes-Netz-Werk Demenz als landesweite Servicestelle die regionale Vernetzung von Fachkräften, Selbsthilfe und ehrenamtlich engagierten Menschen. Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind, sollen durch vernetzte Strukturen vor Ort schnell und umfassend Unterstützung finden. Mit Materialien zur Öffentlichkeitsarbeit (Broschüren, Ausstellungen, etc.) unterstützt das Landes-Netz-Werk Demenz das große Engagement der regionalen Demenznetzwerke vor Ort.

Expertenforum Demenz

Zur Weiterentwicklung der Demenzstrategie wurden im Jahr 2013 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Praxis und selbst betroffene Menschen um Empfehlungen gebeten.

Die Expertinnen und Experten schlugen vor, die Demenzversorgung in ganz unterschiedlichen Bereichen anhand gemeinsam erarbeiteter Qualitätsindikatoren unter anderem daran zu messen, wie eng sie an den Wünschen und Bedürfnissen von Menschen mit Demenz ausgerichtet ist. Wesentlich ist aus Sicht der Expertengruppe, dass eine professionell gestützte Angehörigenarbeit geleistet wird, dass die Versorgungsangebote regional gut vernetzt sind und die Kommune demenzfreundlich ausgerichtet ist. Das Expertenforum hat in seiner Arbeit gemeinsame Prioritäten gesetzt, Qualitätsindikatoren erarbeitet und sowohl übergeordnete als auch sehr fachspezifische Empfehlungen für eine gelingende Demenzversorgung in den Bereichen Pflege, Medizin, Beratung und Selbsthilfe verfasst. Die Empfehlungen des Expertenforums Demenz können Sie hier herunterladen.

Landesgremium Demenz Rheinland-Pfalz

Vor dem Hintergrund einer gemeinsamen Weiterentwicklung der rheinland-pfälzischen Demenzstrategie hat Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler 2015 das Landesgremium Demenz einberufen. Das Gremium setzt sich aus Expertinnen und Experten aus den Bereichen der Pflege, Medizin, Beratung und Selbsthilfe zusammen. Damit sollen das Wissen und die Erfahrung aus der Praxis und insbesondere die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz in einem breiten Beteiligungs- und Umsetzungsprozess eingebunden werden.

Die Grundlage des Landesgremiums Demenz bilden die Ergebnisse des unabhängigen und multiprofessionellen Expertenforums Demenz, das im Auftrag des Ministeriums für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie in 2014 Empfehlungen für eine bestmögliche Versorgung, Beratung und Betreuung von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen vorgelegt hat.

Zum Erreichen der Ziele des Landesgremiums Demenz soll die mit dem Expertenforum Demenz gestartete Vernetzung der unterschiedlichen Bereiche Pflege, Medizin, Beratung und Selbsthilfe fortgeführt werden. Um zusätzliche fachliche Expertise einzubinden, steht dem Landesgremium ein Beirat zur Seite. An der konkreten Ausarbeitung der Projektideen wirken Arbeitsgemeinschaften in den einzelnen Bereichen mit.

Als Ergebnis des Landesgremiums Demenz werden in dieser engen Zusammenarbeit konkrete Umsetzungsprojekte in Rheinland-Pfalz entwickelt.

Weitere Informationen zur Demenzstrategie Rheinland-Pfalz und dem Landesgremium Demenz finden Sie auf der Website des Ministeriums für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie (MSAGD) hier.

Begleitet wird der Prozess von zwei Koordinierungsstellen:

Bereiche Beratung und Selbsthilfe
Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG)
Leiterin der Koordinierungsstelle ist Susanne Herbel-Hilgert, Mitarbeiterin Nele Lemke
Kontakt: 06131- 2069 41; nlemke@lzg-rlp.de

Mehr Informationen zu der Koordinierungsstelle Beratung und Selbsthilfe finden Sie hier.

Bereiche Medizin und Pflege
Rheinhessen-Fachklinik Alzey
Leiter der Koordinierungsstelle ist Prof. Dr. Andreas Fellgiebel, Mitarbeiterin Teresa Weber
Kontakt: 06731-50 1863; t.weber@rfk.landeskrankenhaus.de 
Mehr Informationen zu der Koordinierungsstelle Medizin und Pflege finden Sie hier.

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55131 Mainz
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