Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V.
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Demenz

Die Bedeutung der Musik für den Menschen

Musik spielt seit Bestehen der Menschheit, durch alle Zeiten und Kulturen hindurch, eine herausragende Rolle. Sie begleitet den Menschen von der Geburt bis zu seinem Lebensende und gehört zu den ursprünglichsten zwischenmenschlichen Ausdrucksformen. Oft wird sie daher auch als die Sprache der Seele bezeichnet.

Nahezu jeder Mensch, der etwas bei Musik empfindet, sich von Musik beeindrucken lässt, im Musizieren oder Musikhören Sinn finden kann, ist musikalisch. Und jede musikalische Aktion, deren Ergebnis als Musik empfunden wird, ist Musik – also auch die elementarste musikalische Gestaltung beispielsweise eines Menschen mit einer schweren Behinderung oder dementiellen Erkrankung.

Musik spricht besonders die emotionale Seite des Menschen an. Sie trägt dazu bei, intensive Erlebnisse zu verstärken, und sie weckt Erinnerungen. Musik spiegelt unsere Gefühle wider, kann unser seelisches Befinden beeinflussen und zur Reduzierung von Angst und Stress beitragen. Musikhören und Musikmachen können die allgemeine Wahrnehmungs- und Erlebnisfähigkeit des Menschen steigern, Singen und Musizieren die Phantasie anregen, die Kreativität und die Persönlichkeitsentfaltung fördern und Konzentrationsschwächen und Lernhemmungen entgegenwirken. Musik vermag Unsicherheit, Nervosität, Depressionen, Aggressionen und Frustrationen abzubauen, emotionale Sicherheit zu geben und das Selbstwertgefühl zu steigern.

Die Wirkung von Musik zeigt sich auch in sozialer Hinsicht. Sowohl gemeinsames Singen als auch gemeinsames Musizieren oder Musikhören vermitteln Geborgenheit durch das Angenommen- und Aufgehobensein in einer Gruppe.

Musik kann Kommunikation in Gang setzen, ein Medium der Beziehungspflege sein sowie Gemeinschaft und Solidarität fördern.

All dies gilt auch für Menschen mit Demenz.

Musik als Schlüssel zu Menschen mit Demenz

Mit Musik können an Demenz erkrankte Menschen auf einer sehr individuellen und emotionalen Ebene angesprochen werden. Denn die Reaktion auf klangliche Außenreize und die emotionale Ansprechbarkeit bleiben ihnen im Krankheitsstadium bis zum Tod erhalten. Musik ist daher bestens geeignet, um die Lebensqualität von an Demenz erkrankten Menschen zu verbessern sowie bestimmte Kompetenzen und damit ein selbstbestimmtes Leben zumindest in Teilen länger zu erhalten.

Musik ist ein nonverbales und emotionales Ausdrucksmedium, das Zugangswege und Begegnungsräume mit den nur noch begrenzt kommunikationsfähigen Patienten schaffen kann. Musik kann dazu führen, dass Menschen mit Demenz sich besser fühlen. Sie kann ihnen zudem Sicherheit und Orientierung geben, weil sie sich an etwas erinnern oder in einer Situation besser zurechtfinden.

Angebote der LZG

Die Landeszentrale für Gesundheitsförderung arbeitet seit über zehn Jahren in diesem Bereich und bietet unter anderem die erfolgreiche berufsbegleitende Weiterbildung „Musik schafft Beziehung“ an. Hier verbindet die LZG eine langjährige intensive Kooperation mit Prof. Hans-Hermann Wickel von der FH Münster, Prof. Theo Harthog von der Uni Vechta, dem Landesmusikrat Rheinland-Pfalz und der Landesmusikakademie Rheinland-Pfalz sowie der Deutschen Gesellschaft für Musikgeragogik.(Verlinkung)

Im Rahmen der alle zwei Jahre stattfindenden Weiterbildung „Musik schafft Beziehung“ machten mittlerweile an die 100 Musikgeragoginnen und Musikgeragogen ihren Abschluss. Die Vermittlung von Musikgeragoginnen und Musikgeragogen an Einrichtungen der Altenhilfe kann bei der LZG angefragt werden.

Hier geht es zur Weiterbildung „Musik schafft Beziehung“

Hier finden Sie die Broschüre „Ich weiß nicht, was soll es bedeuten – Demenz und Musik“ LINK

Ansprechpartnerin in der LZG
Daniela Stanke, Telefon 06131 2069-31 E-Mail