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Demenz

Archiv „Demenz und Kultur“

Die Kooperation der LZG mit dem Museumsverband Rheinland-Pfalz

Die Zusammenarbeit des Museumsverbandes Rheinland-Pfalz und der LZG wurde auf dem jährlichen Museumstag des Museumsverbandes im September 2014 im Mainzer Landesmuseum angebahnt. Dort wurde vereinbart, in einem ersten Schritt die Museen und Ausstellungshäuser auf vier Regionalkonferenzen mit den regionalen Demenznetzwerken an einen Tisch zu bringen.

Das erste dieser Treffen war im Oktober 2014 in Mainz, das zweite im November 2014 im Stadtmuseum Simeonstift in Trier. Die Kooperationspartner fanden sich zu weiteren Regionaltreffen am 20. April 2015 in Bad Kreuznach und am 11. Mai 2015 in Kaiserslautern zusammen.

Parallel dazu wurde vom Museumsverband RLP und der LZG der „Runde Tisch Demenz und Museum“ ins Leben gerufen. Hier kommen Vertreterinnen und Vertreter der Museen und Demenznetzwerke von Rheinhessen zusammen und erarbeiten gemeinsam einen Leitfaden für den Museumsbesuch von Menschen mit Demenz. Zuletzt traf man sich im Januar 2015 im Naturhistorischen Museum in Mainz, um einen ersten Entwurf des Leitfadens zu erstellen.

Der Leitfaden ist weiter in Bearbeitung und sollte im Laufe des Jahres 2018 fertiggestellt werden.

Hier finden Sie gemeinsame Veranstaltung der LZG und des Museumsverbands Rheinland-Pfalz:

Demenz und Museum – Eine Führung für Menschen mit Demenz im Landesmuseum Mainz

Aus Anlass des Welt-Alzheimertages am 21. September 2015 zeigte die Stadt Mainz im Rathaus die Ausstellung „Kunst trotz(t) Demenz“. Im Rahmen des vielfältigen Begleitprogramms zu der Ausstellung, hat das Landes-Netz-Werk Demenz der LZG am 6. Oktober 2015 eine Führung für Menschen mit Demenz im Mainzer Landesmuseum angeboten.

An der Führung nahmen 7 Menschen mit Demenz und 8 Begleitpersonen teil - eine gute Gruppengröße, da nicht mehr als acht Teilnehmende mit Begleitpersonen zu einem solchen Anlass zusammenkommen sollten. 

Um die Besucherinnen und Besucher willkommen zu heißen und ihnen Zeit zu geben, sich in der neuen Umgebung zu recht zu finden, traf man sich zunächst zu Kaffee und Kuchen in einem Veranstaltungsraum des Museums. Hier führte die pädagogische Fachkraft, Frau Kathinka Tischendorf, die Teilnehmenden in das Thema des Nachmittages ein. Um auf die zuvor ausgesuchten Bilder aus der Zeit des Impressionismus einzustellen, verteilte Frau Tischendorf Requisiten, die später auf den Gemälden der Maler wieder zu sehen und zu entdecken waren: Sommerhüte, Fächer und eine türkisfarbene Schärpe.

Danach führte Frau Tischendorf die Teilnehmenden in die Abteilung Impressionismus des Landesmuseums und stellte fünf Werke, u. a. von Ferdinand Koch und Lovis Corinth vor. Hier kamen dann auch wieder die Requisiten zum Einsatz, um das Erzählte visuell zu verstärken. Um die Beschreibung eines Wüstenbilds mit Kamel des eng mit Rheinland-Pfalz verbundenen Malers Max Slevogt besonders zu untermalen, spielte Frau Tischendorf der Gruppe via CD-Spieler Laute echter Trampeltiere vor. Die Führung endete nach 45 Minuten mit einem Abschied im Foyer des Landesmuseums.

Es ist noch immer eine große Ausnahme, dass Führungen für Menschen mit Demenz in Museen angeboten werden. Es fehlt vor allem an geschultem Personal, das die pädagogischen Voraussetzungen einer solchen Veranstaltung erfüllt. Deshalb strebt die LZG in Kooperation mit dem Museumsverband Rheinland-Pfalz an, 2016 Fortbildungen in Kulturgeragogik in Rheinland-Pfalz zu organisieren, um interessierte Museumspädagogen in Führungen für Menschen mit Demenz zu schulen.

Demenz und Museum – Die Regionalkonferenz des Museumsverbandes RLP in Kaiserslautern

Am 11. Mai 2015 trafen sich in Kaiserslautern aus Anlass der jährlichen Regionalkonferenz des Museumsverbandes Rheinland-Pfalz (MV RLP)Vertreterinnen und Vertreter der Museen und der Demenznetzwerke der Region Pfalz. Der MV RLP und die LZG hatten zu dieser Zusammenkunft geladen, um die Zusammenarbeit der Museen und der Demenznetzwerke im Namen der Teilhabe von Menschen mit Demenz am kulturellen Leben der Gesellschaft voranzutreiben.

Die Veranstaltung wurde von einem Vortrag von Frau Dr. Rose Götte von der Alzheimer Gesellschaft Rheinland-Pfalz eingeleitet. Die ehemalige Kultusministerin von Rheinland-Pfalz, die in Kaiserslautern eine Tagesstätte für Alzheimerpatienten gegründet hat, sprach eindringlich über ihre Erfahrungen mit Menschen mit Demenz. Sie betonte die Bedeutung, die die Einrichtung von kulturellen Angeboten für Menschen mit Demenz habe und begrüßte die Initiative des MV RLP und der LZG.

Danach stellte Sabine Geith vom Saarländischen Museumsverband e. V. den „Erinnerungskoffer“ vor. Dieser ist ein Instrument, mit dem das Museum zu den Menschen mit Demenz kommen kann. Da nicht alle dementiell Erkrankten mehr in der Lage sind, ein Museum zu besuchen, ist der „Erinnerungskoffer“ eine gute Möglichkeit, sie dennoch an deren Beständen teilhaben zu lassen. Die „Erinnerungskoffer“ können mit den verschiedensten Exponaten und nach Themen geordnet bestückt werden. Frau Geith führte Koffer zu den Bereichen „Kleinkind und Säuglingspflege“, „Bergmann“, „Kindheit und Schule“ sowie „Haushalt und Küche“ vor.  Die Artefakte stammten aus der Zeit von der Wende des 19. Jahrhunderts bis in die 50er Jahre. Die Koffer werden in der Regel für zwei Monate in die Einrichtung gegeben und das Pflegepersonal kann diese dann, etwa zu Erinnerungsarbeit, einsetzen. 

Die Geschäftsführerin des MV RLP, Bettina Scheeder, kündigte in diesem Zusammenhang an, dass die Diakonie Rheinland-Pfalz angeboten habe, allen Museen, die bereit seien, Erinnerungskoffer zu bestücken und an Pflegeeinrichtungen zu geben, diese Koffer zu finanzieren. 

In einer Talkrunde zum Abschluß der Veranstaltung diskutierten Vertreterinnen und Vertreter der Demenznetzwerke des südlichen Rheinland-Pfalz (Frau Dagmar Schendera aus Kaiserslautern, Frau Ria Krampitz aus Speyer und Herr Horst Roos aus Frankenthal) mit den Anwesenden Museumsmitarbeiterinnen und –mitarbeitern über Formen und Möglichkeiten der zukünftigen Kooperation. Wie in den vorangegangenen Regionaltreffen des Museumsverbandes mit den Demenznetzwerken wurde auch hier betont, dass es vor allem externen pädagogischen Personals bedarf, um Führungen für Menschen mit Demenz anbieten zu können. Hauptgrund dafür sei, dass dem überwiegenden Teil der Museen in Rheinland-Pfalz zu wenig Personal zur Umsetzung eines solchen Programms zur Verfügung steht. Frau Scheeder und der Vertreter der LZG, Dr. Carl-Wilhelm Reibel, kündigten an, sich für die landesweite Fortbildung  von Kulturgeragogen, die solche Führungen anbieten könnten, einzusetzen.

Öffnung der Museen für Menschen mit Demenz – ein Regionaltreffen des Museumsverbandes Rheinland-Pfalz und des Landes-Netz-Werks Demenz

Museen für Menschen mit Demenz als Bereiche der Teilhabe am kulturellen Leben zu erschließen – das ist Ziel eines Vernetzungsprojekts des Museumsverbandes Rheinland-Pfalz und des Landes-Netz-Werks Demenz. Am 20. April 2015 trafen sich im Schloßparkmuseum in Bad Kreuznach dazu Vertreterinnen und Vertreter der Museen aus der Region Nord des Museumsverbandes Rheinland-Pfalz (MV RLP), des Demenznetzwerks Selters und der LZG.

Zu Beginn des dritten Kooperationstreffens zwischen dem MV RLP und dem Landes-Netz-Werk Demenz (L-N-W Demenz) der LZG begrüßten die Oberbürgermeisterin von Bad Kreuznach, Dr. Heike Kaster-Meurer, die Direktorin des Schloßmuseums und der Museen im Rittergut Bangert,  Dr. Angela Nestler-Zapp, und die Regionalvertreterin für die Region Koblenz, Brigitte Schmutzler, Direktorin des Landesmuseums Koblenz die 15 Teilnehmenden.

Es entspann sich rasch eine intensive Diskussion über eine Zusammenarbeit zwischen den Museen im Raum Koblenz und den Demenznetzwerken. Die Museumsvertreterinnen und -vertreter in Bad Kreuznach betonten, dass sie gerne ihre Häuser mehr für Menschen mit Demenz öffnen möchten und es auch keine Schwierigkeit bereite, etwa Exponate aus dem Fundus der Häuser als pädagogische Anschauungsmaterialien für die Besuche bereitzustellen. Es fehle jedoch an finanziellen Mitteln und vor allem an Personal, geeignete Führungen mit Begleitprogramm für diesen Anlass anzubieten.

Hintergrund für diese Feststellung ist, dass gut 60 Prozent der Museen in Rheinland-Pfalz ehrenamtlich und oft nur von einer Person geführt werden. Aber auch die Häuser mit hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern haben selten die Kapazitäten, ein eigenes pädagogisches Programm für Führungen für Menschen mit Demenz zu entwerfen und durchzuführen.

Deshalb begrüßten die Anwesenden die Ankündigung des MV-RLP und der LZG, sich für die Einrichtung einer Fortbildung für Kulturgeragogen einzusetzen. Auf diese Weise könnten freischaffende Museumspädagogen weitergebildet und befähigt werden, Gruppen von Mensch mit Demenz durch die Museen zu führen. 

Ein Pilotprojekt „Fortbildung Kulturgeragogik“ wird vom MV RLP in Kooperation mit der LZG demnächst für die Region West  des MV RLP in Trier angeboten. Ein Angebot für die anderen Regionen ist in Planung.

„Demenz und Museum“ – Runder Tisch am 26. Januar 2015 im Naturhistorischen Museum in Mainz

Ende Januar 2015 trafen sich auf Einladung des Museumsverbandes Rheinland-Pfalz und der LZG Vertreterinnen und Vertreter der Mainzer Museen und der Demenznetzwerke Mainz-Bingen und Alzey-Worms im Naturhistorischen Museum in Mainz. Die zweite Zusammenkunft dieser Art hatte zum Ziel, die Museen für Menschen mit Demenz als Bereiche der Teilhabe am kulturellen Leben zu erschließen.

Nach der Begrüßung durch den Direktor den Naturhistorischen Museums, Dr. Michael Schmitz, diskutierten die gut 20 Teilnehmenden zunächst über allgemeine Fragen und Erfahrungen mit dem Thema. Danach wandte man sich dem eigentlich Grund für die Zusammenkunft zu: der Erarbeitung eines Leitfadens, der eine Handreichung sein soll, wie der Besuch im Museum und die Führungen für Menschen mit Demenz am besten  organisiert werden können.

Als Vorbedingungen eines gelungenen Besuchs bestimmten die Teilnehmenden u. a. eine im Vorfeld vorgenommene genaue Absprache zwischen den Betreuenden einer Gruppe und dem Museumspersonal. Dies auch, um unterschiedliche Vorstellungen über den Besuch miteinander abzugleichen. In diesem Zusammenhang wäre es hilfreich, auf der Internet-Seite des jeweiligen Museums eine Rubrik für Gruppen mit Menschen mit Demenz einzurichten, die u. a. genau über die barrierefreien Zonen des Hauses informieren.

Die Führungen für Menschen mit Demenz sollten nicht zu viele Werke umfassen, nicht zu viel Bewegung verlangen (ein oder zwei Räume) und in einfacher Wortwahl gehalten sein. Um den Museumsbesuch abzurunden wurde diskutiert, ob eine kreative Nachbereitung – Malen, Zeichnen oder Töpfern als Angebot an die Menschen mit Demenz, das Gesehene zu verarbeiten – sinnvoll sei oder dies nicht auch zu Überforderungen führen könne. 

Da sich während des Treffens auch die Notwendigkeit zeigte, die Museumspädagogen im Umgang mit Menschen mit Demenz zu schulen, soll der nächste „Runde Tisch“ dazu dienen, eine entsprechende Fortbildung anzubieten. Beim Folgetreffen soll außerdem der Leitfaden vervollständigt werden.

Der Museumsverband Rheinland-Pfalz und die LZG kooperieren seit 2014 in dem Bemühen miteinander, die Museen in Rheinland-Pfalz in Zusammenarbeit mit den Demenznetzwerken für Menschen mit Demenz zu öffnen.

„Demenz und Museum“ – Die Regionalkonferenz des Museumsverbandes Rheinland-Pfalz in Trier

Am 3. November 2014 fand im Stadtmuseum Simeonstift in Trier eine Regionalkonferenz des Museumsverbandes Rheinland-Pfalz zum Thema „Demenz und Museum“ statt. Neben der Leiterin des Stadtmuseums Trier und Vorsitzenden des Museumsverbandes RLP, Dr. Elisabeth Dühr, waren Vertreterinnen und Vertreter von 18 weiteren Museen aus dem Westen von Rheinland-Pfalz zu der Veranstaltung gekommen. Es war nach der Regionalveranstaltung des Museumsverbandes RLP im Oktober 2014 in Mainz die zweite Gelegenheit für die LZG, Museen und Demenznetzwerke im Land zusammenzubringen, um für Menschen mit Demenz die Teilhabe am öffentlichen Leben zu verbessern.

Die Regionalkonferenzen stehen im thematischen Zusammenhang mit der Jahresversammlung des Museumsverbandes RLP im September 2014, die sich ausschließlich mit der Frage beschäftigt hat, wie Menschen mit Demenz der Zugang zu den Museen in Rheinland-Pfalz ermöglicht werden kann. Im Mittelpunkt der Veranstaltung im Mainzer Landesmuseum standen Beiträge von Vertreterinnen von Museen aus Bonn und Manchester, die entsprechende Begleitungsprogramme für Menschen mit Demenz schon seit längerem in ihre pädagogische Arbeit integriert haben.

In Trier ging es bei diesem ersten Treffen in dieser Runde zunächst um die Klärung grundsätzlicher Fragen. In seinem Eröffnungsvortrag stellte Dr. Carl-Wilhelm Reibel (LZG) das Landes-Netz-Werk Demenz vor und führte in die Thematik „Demenz und Museum“ ein. Danach gab die Vertreterin des regionalen Demenznetzwerks Trier/Saarburg und Mitarbeiterin des Demenzzentrums Trier, Uschi Wihr, einen erhellenden Einblick in ihre Arbeit vor Ort und die große Bedeutung kultureller Aktivitäten für Menschen mit Demenz.

In der sich anschließenden Diskussion zeigte sich, dass bei den vertretenen Museen ein großes Interesse an einer Öffnung ihrer Häuser für Menschen mit Demenz und einer Kooperation mit lokalen und regionalen Pflegeeinrichtungen besteht. Viele konnten berichten, dass Menschen mit Demenz mit ihren Angehörigen die Ausstellungen besuchten, es jedoch bislang an einer fachgerechten Betreuung und Begleitung fehlte. 

Frau Wihr und Herr Dr. Reibel schilderten den Teilnehmenden, wie ein Besuch von einer Gruppe von Menschen mit Demenz im Museum aussehen könnte: von der Begrüßung in angenehmer Atmosphäre bei Kaffee und Kuchen, über den Besuch der Ausstellung, der sich auf wenige gezielt ausgesuchte Werke konzentriert bis hin zu einer kreativen Nachbereitung, in deren Rahmen die Besucherinnen und Besucher das Gesehene mit Farben oder anderen Materialien verarbeiten. Wihr wies daraufhin, dass ausgebildete Kunstvermittler bzw. Kulturgeragogen in der Lage sind, solche Programme zu entwerfen und entsprechende Veranstaltungen für Menschen mit Demenz durchzuführen.

Da es für viele Museen zu aufwändig wäre, jeweils eigene Kulturgeragogen auszubilden, fand der Vorschlag von Frau Dr. Dühr, eine noch zu bestimmende Anzahl interessierter Museumspädagogen auf Fortbildung zu schicken und sie dann nach Bedarf in den Häusern einzusetzen, großen Anklang. 

Mit diesem positiven Ergebnis endete die Veranstaltung, die ein erster Schritt in die Richtung war, Menschen mit Demenz im Westen von Rheinland-Pfalz den Zugang zu den Museen zu erleichtern und somit den Teilhabegedanken wieder ein Stück mehr zu verwirklichen.

Museen im Dienste der Gemeinschaft - Angebote für Menschen mit Demenz und deren Angehörige"

Eine Veranstaltung des Museumsverbandes Rheinland-Pfalz in Kooperation mit der Landeszentrale für Gesundheitsförderung 

Am 15. September 2014 fand im Mainzer Landesmuseum der Museumstag Rheinland-Pfalz unter dem Motto "Museen im Dienste der Gemeinschaft - Angebote für Menschen mit Demenz und deren Angehörige" statt. Über 80 Teilnehmende aus der Museumsarbeit und den Demenznetzwerken folgten einem regen Austausch über die zentrale Frage, wie Museen zur gesellschaftlichen und kulturellen Teilhabe von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen beitragen können.

Wie alle öffentlichen Orte der Kultur sind auch Museen Räume, in denen das Recht von Menschen mit Demenz auf Teilhabe verwirklicht werden kann. Darüber hinaus finden sie und ihre Angehörigen hier auch Bereicherung für ihr Leben. Museen eignen sich etwa besonders dafür, als „Gedächtnis- und Speicherorte der Gesellschaft, Menschen mit Demenz Brücken zu ihrem Langzeitgedächtnis zu bauen“, so Bettina Scheeder, Geschäftsführerin des Museumsverbandes RLP und Organisatorin der Veranstaltung. Ständige und wechselnde Ausstellungen können so z.B. Teil einer erfolgreichen und erfüllenden Biografiearbeit werden. 

Die Veranstaltung wurde durch eine launige Begrüßung von Staatssekretär Walter Schumacher (Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur) eingeleitet. Danach führte Dr. Ingrid Schermuly, klinische Neuropsychologin, zunächst in die medizinischen Hintergründe der Demenz ein. In ihren Ausführungen betonte Dr. Schermuly, dass kulturelle Teilhabeprogramme eine nachweisbar positive Auswirkung auf das Lebensgefühl von Menschen mit Demenz haben.

Einen ersten Einblick, wie Museen sich für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen öffnen können, bot Wendy Gallagher, Arts for Health Partnership Manager im Manchester Museum and Withworth Gallery der Universität Manchester. Gallagher stellte ein Projekt ihres Hauses vor: „Coffee, Cake &Culture: An Arts for Health programme for older adult living with dementia“ (Kaffee, Kuchen & Kultur: Ein Kunst für Gesundheit-Programm für ältere Erwachsene mit Demenz). 

Seit 2012 bietet das Manchester Museum für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen monatlich ein Programm an, das in fünf Stufen abläuft: Zunächst werden die Besucherinnen und Besucher am Eingang willkommen geheißen. Darauf folgt eine Führung durch die jeweilige Ausstellung und eine gemeinsame Kreativstunde, in der die Menschen mit Demenz ihre Eindrücke verarbeiten können. Danach werden Kaffee und Kuchen gereicht und die Besucher haben die Gelegenheit sich auszutauschen. Schließlich verabschiedet das Museumspersonal die Gäste. In jeder Etappe wird Wert darauf gelegt, eine gute Atmosphäre zu schaffen und auf die Bedürfnisse der Menschen mit Demenz einzugehen.

Das Programm, so Gallagher weiter, könne nur erfolgreich sein, wenn verschiedene Partnerinnen und Partner eng zusammen wirken. Deshalb pflegt das Museum schon seit 2008 intensive Kooperationen mit den örtlichen Krankenhäusern und Pflegeheimen. Dies alles mit dem Ziel, das Wohlbefinden und vor allem die mentale Gesundheit der Menschen mit Demenz zu fördern.

Im darauf folgenden Vortrag nahm Dr. Carl-Wilhelm Reibel (LZG) den Partnerschaftsgedanken auf und präsentierte das Landes-Netz-Werk Demenz Rheinland-Pfalz. Das 2009 von der damaligen Sozialministerin Malu Dreyer ins Leben gerufene Projekt berät entstehende Demenznetzwerke in der Gründungsphase und betreut und unterstützt schon bestehende Verbünde in unterschiedlichen Fragen. Im Auftrag des MSAGD bietet die LZG Fortbildungen und Fachveranstaltungen an, unterstützt die Arbeit der Netzwerke mit Broschüren zum Thema Demenz und gewährt diesen finanzielle Förderung für lokale Projekte.

Im Laufe der Jahre haben sich in Rheinland-Pfalz 38 Demenznetzwerke gebildet, die neben der klassischen Netzwerkarbeit, Fachveranstaltungen und Demenzwegweisern auch kulturelle Angebote für Menschen mit Demenz realisieren. Eine Ausweitung der kulturellen Aktivitäten auf eine Kooperation mit Museen trifft hier auf breites Interesse.

Im letzten Beitrag des Tages – „Kunst und Kultur für Menschen mit Demenz in der Bundeskunsthalle Bonn. Ein Erfahrungsbericht über vielfältige Angebote in Wechselausstellungen“ – stellten Birgit Tellmann, Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH, Uschi Baetz, Kulturvermittlerin, und Peter Gauchel, Leiter des Haus Katharina in Königswinter, ihr gemeinsames Projekt vor. 

So besuchen Menschen mit Demenz aus dem Haus Katharina die Bundeskunsthalle – jeder mit einer betreuenden Person – und werden zunächst mit einem gemeinsamen Kaffeetrinken empfangen. Nach einer halben Stunde schließt sich eine 45 – 60 minütige Führung durch die Ausstellung an, in denen wenige Werke gezielt betrachtet werden. Die Veranstaltung endet dann mit einer Abschlussrunde oder einem praktisch-kreativen Angebot. 

Im Rahmen des Projekts wird auch eine gemeinsame Veranstaltung für Menschen mit Demenz und Kindergartenkindern angeboten. Hier treffen maximal vier Menschen mit Demenz und acht Kinder aufeinander, erleben die Ausstellung zusammen und lassen im Anschluss daran in einem Werkraum ihrer Kreativität gemeinsam freien Lauf.

Aber nicht nur Museen in großen Städten können Angebote für ein neues Zielpublikum erarbeiten. Das Stadtmuseum in Ingelheim etwa präsentierte im Rahmenprogramm der Veranstaltung ihr Inklusions-Konzept für Menschen mit Demenz. Auch hier verbringen Kinder und Menschen mit Demenz gemeinsame Nachmittage im Museum, besuchen die Ausstellung und setzten das Gesehene danach zusammen in spielerischer Kreativität im Werkraum um.

Der Museumsverband Rheinland-Pfalz und das Landes-Netz-Werk Demenz der LZG wollen sich auch nach der Veranstaltung weiter dafür einsetzen, dass in Rheinland-Pfalz neue Kooperationen zwischen Museen, Demenznetzwerken und sozialen Einrichtungen entstehen. Ziel ist es, dass das Teilhabeangebot für Menschen mit Demenz im Land verbreitert und vielfältiger wird.