Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V.
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Leben und Wohnen

6. Wohnprojektetag Rheinland-Pfalz 2020

10./11./12. September 2020 (Online-Seminar)

Veranstalter
Landesberatungsstelle Neues Wohnen Rheinland-Pfalz

Förderung
Der Wohnprojektetag Rheinland-Pfalz wird gefördert vom Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie des Landes Rheinland-Pfalz

Flyer
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Haben Sie Fragen?

Berit Herger, Telefon 06131 2069-37 E-Mail

Grußwort

„Clever geteilt – gemeinsam bewohnt“ - Virtueller Wohnprojektetag Rheinland-Pfalz 2020

Gemeinschaft macht stark, das zeigt sich auch in der Corona-Zeit. Bewohnerinnen und Bewohner aus Gemeinschaftsprojekten berichten, man habe sich abends von den Balkonen und Laubengängen aus unterhalten, in Zweiergruppen im Garten gearbeitet oder das Home-Schoolinggemeinsam organisiert und so trotz der pandemiebedingten Einschränkungen durch das Coronavirus keine Einsamkeit verspürt.

Das unterstreicht mein Anliegen für Quartiers- und Nachbarschaftskonzepte zu werben und die neuen Wohnformen voranzubringen.

Ich freue mich daher sehr, dass auch in diesem herausfordernden Jahr ein bunter Wohnprojektetag mit der vereinten Kraft aller Projekte, der Landesberatungsstelle Neues Wohnen und mit der finanziellen Unterstützung des Landes möglich geworden ist. Diesmal im neuen, virtuellen Format.

Genießen Sie die Vielfalt der Beiträge, nehmen Sie am Online-Seminar teil und, wenn Sie selbst darüber nachdenken, ein gemeinschaftliches Wohnprojekt zu gründen, dann wenden Sie sich an die Landesberatungsstelle Neues Wohnen Rheinland-Pfalz. Dort erfahren Sie auch mehr zu den Förderprogrammen des Landes."

Sabine Bätzing-Lichtenthäler

Ministerin für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie des Landes Rheinland-Pfalz

Donnerstag von 18–20 Uhr
Virtuelle Exkursion nach Trier

in Zusammenarbeit mit dem Offenen Kanal e.V.
Moderation: Berit Herger (LZG)

18:00 Uhr - Einführung
Grußwort der Stadt Trier / Andreas Ludwig (Baudezernent)

18:15 Uhr - Projektportraits
Schammatdorf e.V.
zak Wohnpakt eG
WOGEBE eG

19:30 Uhr - Private Talk
Gelegenheit für telefonische Fragen direkt an die Projekte

20:00 Uhr - Ende

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Trier ist als Standort besonders spannend, weil hier schon früh lokale Akteure neue Wohnkonzepte erprobt haben. Als eine der ersten Gemeinden in Rheinland-Pfalz hatte Trier 2014 ein Baufeld für „Gemeinschaftliches Wohnen“ reserviert. Auch heute liest sich die Agenda des Planungsamtes ambitioniert, um zielgruppengerechtes Wohnen auf den Weg zu bringen, Altbestand zu sanieren und Quartiere aufzuwerten.

Mit einer virtuellen Exkursion laden wir Sie zu einem Rundgang zu Wohnstandorten in Trier ein.

Das Trierer Schammatdorf e.V. ist das älteste rheinland-pfälzische Wohnprojekt. Das Dorf in der Stadt wurde 1979 gegründet, und erst heute wird deutlich, wie weit die Konzeption damals ihrer Zeit voraus war.

Mit der Wohnungsgenossenschaft am Beutelweg (WOGEBE eG) fand 1991 die erste Neugründung einer Wohnungsgenossenschaft in Rheinland-Pfalz statt, die aus der Gemein-wesenarbeit heraus entstand, mit einer Stadtteilsanierung begann und heute ein soziales Quartier bewegt. Mit über 500 Wohnungen hat sie die Größenordnung eines kleineren Wohnungsunternehmens erreicht und leistet mit rund 70 Prozent gefördertem Wohnungsbau einen wichtigen Beitrag zur Daseinsvorsorge in der Stadt.

Die Wohnprojekt-Genossenschaft zak Wohnpakt hingegen ist eine Graswurzelbewegung - eine homogene Bewohnergemeinschaft - die 2016 ein Bauprojekt aus eigener Kraft gestemmt hat und mit viel freiwilligem Einsatz für besondere Lebensqualität sorgt.

Wir danken dem Offenen Kanal e.V. in Trier, der mit Manpower, Equipement und Know-How das Filmportrait unterstützt hat. Der Beitrag wird zu einem späteren Zeitpunkt im Fernsehkanal des OK erneut ausgestrahlt.

Freitag von 18:00 - 21:00 Uhr
Virtueller Marktplatz der Wohnprojekte

Moderation: Berit Herger

18:00 Uhr - Begrüßung im Online-Seminar

Begrüßungstalk mit Susanne Herbel-Hilgert
(stv. Geschäftsführerin der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V.)

Video-Portraits
Rheinland-pfälzische Wohnprojekte und Initiativen

Bad Dürkheim: Wir im Fronhof Eck GbR
Ludwigshafen: Wohnen mit Freu(N)den GmbH & Co. KG
Neuwied: La Compostella GbR
Edenkoben: Zammeziehe im Ludwigspalast
Mainz: 49Grad Nord
Pluwig: Initiative WohnKulturHof
Longuich: WAL Wohnen im Alter GbR

Bad Dürkheim: Froh2Wo eG
Wörrstadt: WIR - Wohnprojekt in Rheinhessen e.V.
Südliche Weinstraße: Initiative Im Wingert

Neuwied: gewoNR e.V.
Bad Neuenahr / Ahrweiler: Zweig e.V.
Mainz: Queer im Quartier e.V

Gemeinsames Resümee

Interview mit der Landesarbeitsgemeinschaft
Gisela Heimen (Vorstand der LAG GeWo RLP e.V.)

20:15 Uhr - Private Talk
Gelegenheit für telefonische Fragen direkt an die Projekte

21:00 Uhr - Ende

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Das Leben in gemeinschaftlich organisierten Wohnprojekten hat viele Gesichter.

In der Zeit der Corona-Pandemie laden uns einige Projekte virtuell oder digital zu sich nach Hause ein und erlauben uns einen Blick über den Gartenzaun. In Beiträgen aus den Planungsgruppen lernen wir, welche Stolpersteine in der Gründungsphase gemeistert werden müssen. Gemeinsam tragen sie zum Erfahrungsaustausch über Planungsprozesse und den Wohnalltag in der Gemeinschaft bei.

  • Sie erzählen, was Sie antreibt und wie Sie den Traum vom Gemeinschaftlichen Wohnen bauen / leben / umsetzen werden.
  • Sie zeigen, wofür sie die Gemeinschaftsräume nutzen oder welche Dinge sie künftig gemeinsam tun werden.
  • Sie berichten, warum es die Mühe wert ist und warum es sich lohnt.
  • Sie erzählen, wie sie die Corona-Krise erlebt haben und was den Unterschied macht.
  • Sie verraten, warum sie Gemeinschaftliches Wohnen auch anderen empfehlen würden.
  • Sie informieren kurz über die Projekt-Rahmendaten.
  • Oder sie werben um Mitglieder und Menschen, die mitmachen wollen.

Samstag von 10-12:30 Uhr
Virtueller Fachtag „Clever geteilt – Gemeinsam bewohnt“

Moderation: Berit Herger (LZG)

10:00 Uhr - Begrüßung im Online-Seminar

10:00 Uhr - Videobotschaft
Sabine Bätzing-Lichtenthäler
Ministerin für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie des Landes Rheinland-Pfalz

10:30 Uhr - Begrüßungsinterview und Vortrag
Referent: Markus Zilker (einszueins architekten, Wien)

11:15 Uhr - Podiumsdiskussion „Clever geteilt – Gemeinsam bewohnt“
Markus Zilker (einszueins architekten, Wien)
Carolin Holzer (Z.WO eG, Mainz)
Axel Köpsell (Projektentwickler)
und andere

12:30 Uhr - Ende

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Die Stadt Wien ist bekannt für ihr traditionelles Engagement im sozialen Wohnungsbau. Sie ist aber auch Vorreiterin in der mutigen Stadtplanung mit selbstorganisierten Baugruppen. Ein Blick nach Wien zeigt, was Bürgerinnen und Bürger möglich machen. Markus Zilker ist Architekt und Gründer des Planungsbüros einszueins architektur, er ist Wiener mit Leidenschaft und - natürlich - Wohnprojektbewohner.

„Penthouse für alle?" titelte eine österreichische Tageszeitung über das Wohnprojekt Wien, in dem er lebt. „Ja, tatsächlich wirkt es auf den ersten Blick äußerst luxuriös, was in Baugruppenprojekten wie dem Wohnprojekt Wien realisiert wird“, gesteht er, „aber wir erreichen das durch die Reduktion des privaten Wohnraums.“ Gemeinschaftsküche, Kinderspielraum, Bibliothek, Sauna, Ruheraum, Werkstatt und vieles mehr machten aus einem schlanken Wohnbau ein üppiges Haus des gemeinschaftlichen Wohnens. So werde es möglich, gemeinsam vermeintlichen Luxus zu realisieren und in Fülle zu leben, so Zilker. Das Teilen von Räumen, Fahrzeugen und Infrastruktur aller Art ermöglicht es, Vieles zu nutzen, ohne es besitzen zu müssen.

2017 hat die Landesberatungsstelle Neues Wohnen RLP mit Gastreferent Dr. Deinsberger-Deinsweger (Wohnspektrum Graz) die Psychologie der Architektur am Beispiel von Gemeinschaftsflächen diskutiert.

2020 gehen wir den Schritt in die Praxis und fragen nach den baulichen Qualitäten der Gemeinschaftsräume sowie der spannenden Kombination von Nutzungen. Wir wollen wissen, wie bewohnt und bewirtschaftet man sie gemeinsam?

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