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Organspende

Organspende in Zahlen

In Deutschland werden jeden Tag durchschnittlich zwölf Organe transplantiert. Im gleichen Zeitraum sterben aber im Schnitt auch drei Menschen, weil für sie kein passendes Herz, keine Leber, Niere, Lunge oder Bauchspeicheldrüse zur Verfügung steht. Mehr als 10.200 Patienten warteten in Deutschland zu Beginn des Jahres 2016 auf ein Spenderorgan, ungefähr 75 Prozent davon auf eine Niere.* Das sind etwa dreimal so viele Menschen wie Transplantate vermittelt werden können. Die Situation ist allgemein schwierig: Einige Patienten müssen wegen ihres schlechten Allgemeinzustandes von der Warteliste genommen werden, andere sterben, weil nicht rechtzeitig ein passendes Organ zur Verfügung steht.

Leichter Anstieg der Spendenbereitschaft

Die Zahl der Organspender ist im Jahr 2015 bundesweit um 1,5 Prozent auf 877 leicht angestiegen (2014: 864). Insgesamt kamen in Deutschland 10,8 Spender auf eine Million Einwohner (2014: 10,7). Damit zeigt sich die Zahl der Organspender erstmals wieder stabil, nachdem sie in den Vorjahren zum Teil stark rückläufig war. Die Anzahl der in Deutschland gespendeten Organe lag im Jahr 2015 mit 2.900 Organen etwas niedriger als im Vorjahr (2014: 2.989). Eine mögliche Erklärung für den Rückgang der Zahl der gespendeten Organe bei gleichzeitigem Anstieg der Zahl der Organspender sieht die DSO in dem zunehmenden Durchschnittsalter der Spender. Da es für die Organspende keine Altersbegrenzung gibt, mit zunehmendem Alter jedoch die Wahrscheinlichkeit von Begleiterkrankungen zunimmt, sind insbesondere bei älteren Spendern häufig weniger Organe für eine Transplantation geeignet.
Quellen: *Eurotransplant, alle anderen Angaben: DSO

Die Situation in Rheinland-Pfalz

  • Im Jahr 2015 gab es in Rheinland-Pfalz 39 Organspender (2014: 39).
  • Ihnen wurden 133 Organe entnommen, die vermittelt und transplantiert wurden (Herz: 15; Lunge: 13; Niere: 69; Leber: 33; Pankreas: 3).
  • Am 31. Dezember 2015 standen 462 Bürger aus Rheinland-Pfalz auf der Warteliste für ein Spenderorgan, 328 von ihnen benötigen eine Spenderniere.
    Quelle: DSO

Die Organspendebereitschaft ist zu selten dokumentiert

Laut einer repräsentativen Umfrage der BZgA aus dem Jahre 2016 stehen 81 Prozent der Deutschen einer Organ- und Gewebespende positiv gegenüber. Allerdings haben nur 58 Prozent der Befragten eine persönliche Entscheidung getroffen – mehrheitlich fällt diese zugunsten einer Einwilligung aus: 74 Prozent derer, die sich entschieden haben, stimmen einer Organ- und Gewebespende nach dem Tod zu, 18 Prozent widersprechen ihr, vier Prozent übertragen die Entscheidung auf eine andere Person. Nur jeder dritte Deutsche (32 Prozent) hat seine getroffene Entscheidung in einem Organspendeausweis dokumentiert.

Fehlende Informationen führen in vielen Fällen zur Ablehnung

Der Hauptgrund, weshalb Menschen noch keine persönliche Entscheidung bezüglich Organ- und Gewebespende getroffen haben, ist die fehlende Auseinandersetzung mit der Thematik. Zudem fühlt sich knapp die Hälfte der Bevölkerung (46 Prozent) weniger gut bis schlecht über das Thema Organ- und Gewebespende informiert. Hauptmotiv für die Zustimmung zu einer postmortalen Organ- und Gewebespende ist, anderen helfen zu wollen. Die Befürchtung, nicht als Spender geeignet zu sein, Angst und Unsicherheit gegenüber der Organentnahme sowie mangelndes Vertrauen in das Organspendesystem sind die wichtigsten Faktoren, die zu einem Widerspruch führen.

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