Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V.
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Organspende

Organspende in Zahlen

Eine Organtransplantation ist für viele schwerkranke Menschen, bei denen ein Organ versagt, häufig die einzige Chance zu überleben. Jeden Tag sterben durchschnittlich drei von ihnen, weil für sie kein passendes Herz, keine Leber, Niere, Lunge oder Bauchspeicheldrüse zur Verfügung steht. Rund 10.000 Patienten warteten in Deutschland zu Beginn des Jahres 2019 auf ein Spenderorgan, ungefähr Dreiviertel von ihnen auf eine Niere.* Das sind etwa dreimal so viele Menschen wie Transplantate vermittelt werden können. Die Situation ist allgemein schwierig: Einige Patienten müssen wegen ihres schlechten Allgemeinzustandes von der Warteliste genommen werden, andere sterben, weil nicht rechtzeitig ein passendes Organ zur Verfügung steht.

Organspende in Deutschland

955 Menschen haben bundesweit im Jahr 2018 nach ihrem Tod ihre Organe für schwer kranke Patienten gespendet (2017: 797; 2016: 857). Das entspricht 11,5 Spendern pro eine Million Einwohner (2017: 9,7; 2016: 10,4). Damit hat sich in Deutschland die Zahl der Organspender erstmals seit dem Jahr 2010 wieder deutlich positiv entwickelt . Im Jahr 2018 wurden postmortal 3.113 Organe in Deutschland gespendet (2017: 2.594; 2016: 2.867). Jeder Spender hat im Durchschnitt drei schwerkranken Patienten eine neue Lebenschance geschenkt.

Die Situation in Rheinland-Pfalz

  • Im Jahr 2018 gab es in Rheinland-Pfalz 37 Organspender (2017: 38; 2016: 38).
  • Ihnen wurden 115 Organe entnommen, die vermittelt und transplantiert wurden (2017: 137; 2016: 124).
  • Am 31. Dezember 2018 standen 411 Bürger aus Rheinland-Pfalz auf der Warteliste für ein Spenderorgan, 306 von ihnen benötigen eine Spenderniere.*

Die Organspendebereitschaft ist zu selten dokumentiert

Laut einer repräsentativen Umfrage der BZgA aus dem Jahre 2018 stehen 84 Prozent der Deutschen einer Organ- und Gewebespende positiv gegenüber. Allerdings haben nur 56 Prozent der Befragten eine persönliche Entscheidung getroffen – mehrheitlich fällt diese zugunsten einer Einwilligung aus: 72 Prozent derer, die sich entschieden haben, stimmen einer Organ- und Gewebespende nach dem Tod zu, 14 Prozent widersprechen ihr, neun Prozent übertragen die Entscheidung auf eine andere Person. Nur jeder dritte Deutsche (36 Prozent) hat seine getroffene Entscheidung in einem Organspendeausweis dokumentiert.

Fehlende Informationen führen in vielen Fällen zur Ablehnung

Der Hauptgrund, weshalb Menschen noch keine persönliche Entscheidung bezüglich Organ- und Gewebespende getroffen haben, ist die fehlende Auseinandersetzung mit der Thematik. Zudem fühlt sich knapp die Hälfte der Bevölkerung (48 Prozent) weniger gut bis schlecht über das Thema Organ- und Gewebespende informiert. Hauptmotiv für die Zustimmung zu einer postmortalen Organ- und Gewebespende ist, anderen helfen zu wollen. Die Befürchtung, nicht als Spender geeignet zu sein, Angst und Unsicherheit gegenüber der Organentnahme sowie mangelndes Vertrauen in das Organspendesystem sind die wichtigsten Faktoren, die zu einem Widerspruch führen.

Quellen: * Eurotransplant, alle anderen Angaben: DSO