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Organspende

Organspende in Zahlen

In Deutschland werden jeden Tag durchschnittlich zwölf Organe transplantiert. Im gleichen Zeitraum sterben aber im Schnitt auch drei Menschen, weil für sie kein passendes Herz, keine Leber, Niere, Lunge oder Bauchspeicheldrüse zur Verfügung steht. Mehr als 10.000 Patienten warteten in Deutschland zu Beginn des Jahres 2017 auf ein Spenderorgan, ungefähr Dreiviertel von ihnen auf eine Niere.* Das sind etwa dreimal so viele Menschen wie Transplantate vermittelt werden können. Die Situation ist allgemein schwierig: Einige Patienten müssen wegen ihres schlechten Allgemeinzustandes von der Warteliste genommen werden, andere sterben, weil nicht rechtzeitig ein passendes Organ zur Verfügung steht.

Zahl der Organspenden weiterhin niedrig

Die Zahl der Organspender lag im Jahr 2016 bundesweit mit 857 auf einem ähnlich niedrigen Niveau wie in den Vorjahren (2015: 877; 2014: 864). Insgesamt kamen in Deutschland 10,4 Spender auf eine Million Einwohner (2015: 10,8; 2014: 10,7). Im Jahr 2016 wurden postmortal 2.867 Organe in Deutschland gespendet (2015: 2.901; 2014: 2.989). Damit wurden durchschnittlich 3,3 Organe pro Spender entnommen und tranplantiert.

Die Situation in Rheinland-Pfalz

  • Im Jahr 2016 gab es in Rheinland-Pfalz 38 Organspender (2015 und 2014 jeweils: 39). Das entspricht 9,4 Spendern pro Million Einwohner.
  • Ihnen wurden 124 Organe entnommen, die vermittelt und transplantiert wurden.
  • Am 31. Dezember 2016 standen 444 Bürger aus Rheinland-Pfalz auf der Warteliste für ein Spenderorgan, 310 von ihnen benötigen eine Spenderniere.*

Quellen: * Eurotransplant, alle anderen Angaben: DSO

 

Die Organspendebereitschaft ist zu selten dokumentiert

Laut einer repräsentativen Umfrage der BZgA aus dem Jahre 2016 stehen 81 Prozent der Deutschen einer Organ- und Gewebespende positiv gegenüber. Allerdings haben nur 58 Prozent der Befragten eine persönliche Entscheidung getroffen – mehrheitlich fällt diese zugunsten einer Einwilligung aus: 74 Prozent derer, die sich entschieden haben, stimmen einer Organ- und Gewebespende nach dem Tod zu, 18 Prozent widersprechen ihr, vier Prozent übertragen die Entscheidung auf eine andere Person. Nur jeder dritte Deutsche (32 Prozent) hat seine getroffene Entscheidung in einem Organspendeausweis dokumentiert.

Fehlende Informationen führen in vielen Fällen zur Ablehnung

Der Hauptgrund, weshalb Menschen noch keine persönliche Entscheidung bezüglich Organ- und Gewebespende getroffen haben, ist die fehlende Auseinandersetzung mit der Thematik. Zudem fühlt sich knapp die Hälfte der Bevölkerung (46 Prozent) weniger gut bis schlecht über das Thema Organ- und Gewebespende informiert. Hauptmotiv für die Zustimmung zu einer postmortalen Organ- und Gewebespende ist, anderen helfen zu wollen. Die Befürchtung, nicht als Spender geeignet zu sein, Angst und Unsicherheit gegenüber der Organentnahme sowie mangelndes Vertrauen in das Organspendesystem sind die wichtigsten Faktoren, die zu einem Widerspruch führen.

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