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Ansprechpartnerin:
Marielle Becker
Tel. 06131 2069-45


Inhalt

Im Winter beachten: Gesundes Raumklima

16. bis 30. November 2011

Guten Tag, meine Damen und Herren, herzlich willkommen am Gesundheitstelefon der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. Unser Thema lautet: „Im Winter beachten: Gesundes Raumklima“.

Wenn es draußen ungemütlich kalt und nass ist, gibt es kaum etwas Schöneres, als sich gemütlich nach drinnen zu verziehen und dem Wettertreiben durch die Fensterscheiben zuzuschauen. Doch ob wir uns in unseren eigenen vier Wänden so richtig wohlfühlen, hängt unter anderem von einem einwandfreien Raumklima ab.

Dazu gehört zunächst einmal eine gute Raumluft. Eine dezent duftende Wohnung ist sehr angenehm, wobei nicht jeder Duft gleichermaßen zu empfehlen ist. Gut ist alles, was aus natürlichen ätherischen Ölen besteht. Untersuchungen haben gezeigt, dass das kontinuierliche Einatmen von einem leichten Orangen- oder Lavendelduft nach nur zwei Monaten den Schlaf, den inneren Antrieb und insgesamt die Stimmungslage deutlich messbar verbessert. Für den Gesundheitseffekt ist wichtig, dass Sie einen Duftspender benutzen, der die Düfte permanent abgibt und nicht einfach nur mal gelegentlich. Achten Sie bitte darauf, dass die Öle wirklich natürlichen Ursprungs sind, und nicht etwa künstlich oder nur naturidentisch.

Künstlich erzeugten Gerüchen aus dem Weg zu gehen fällt allerdings zunehmend schwerer, da sie in den letzten Jahren sehr beliebt geworden sind. Sei es Raumspray, Duftdepot, WC-Duft – das Angebot für den privaten und öffentlichen Bereich wird immer größer. Um künstliche Düfte zu erzeugen, werden mehr als 2.500 verschiedene Chemikalien eingesetzt. Diese sind im Körper oftmals schwer abbaubar und reichern sich im Fettgewebe an. In geringerer Konzentration ist das kein Problem für den Körper, in größerer Menge aber können sie zu einer Gesundheitsgefahr werden. Einige der Stoffe stehen im Verdacht, allergieauslösend zu sein, eine Überempfindlichkeit gegen Sonnenlicht sowie Schädigungen an Organen und Nerven hervorzurufen. Vertrauen Sie also auf natürliche Duftstoffe. An diese hat sich unser Körper im Laufe der Evolution gewöhnt, er kennt sie und kann sie gut abbauen. Ein Strauß frischer Blumen, oder jetzt im Winter harzig duftende Tannenzweige und Tannenzapfen sind gute Alternativen zum Duft aus der Retorte.

Auch die richtige Raumtemperatur gehört zu einer behaglichen Wohnung. Sie liegt idealerweise zwischen 19 und 22 °C. Auch bei der Luftfeuchtigkeit gibt es Empfehlungen: sie sollte zwischen 40 und 60 Prozent betragen. Darüber wird es schnell unbehaglich feucht, darunter fühlt sich die Luft unbehaglich trocken an.

Abgesehen von der Behaglichkeit sind Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit auch wichtig für Ihre Gesundheit. Trockene Luft beispielsweise reizt die Atemwege und lässt sie austrocknen. Damit wird die natürliche Barrierefunktion der Schleimhäute geschwächt. Krankheitserreger und Schadstoffe haben es leichter, in den Körper einzudringen. Trockene Luft ist zudem ein gutes Transportmedium für Erkältungs- und Grippeviren. Wenn diese beim Niesen oder Husten in die Luft geschleudert werden, befinden sie sich immer auf einem Tröpfchen Sekret. In trockener Luft können die Tröpfchen länger zirkulieren, die Ansteckungsgefahr steigt. Am besten, Sie verschaffen sich mit einem einfachen Gerät aus dem Baumarkt einen Anhaltspunkt, wie es um die Luftfeuchtigkeit in Ihrer Wohnung bestellt ist. Für Allergiker übrigens ist es ratsam, die Nasenschleimhäute zusätzlich mit Meerwasser- oder Meersalzsprays zu befeuchten, am besten zwei bis dreimal täglich.

Wenn die Luft zu trocken ist, sollten Sie Abhilfe schaffen. Früher lautete die Empfehlung, einfach ein Schälchen mit Wasser zum Verdunsten auf die Heizung zu stellen. Davon ist man heute abgekommen, da diese zu einer Brutstätte für Keime werden können. Die schönste Möglichkeit der Luftbefeuchtung bieten Zimmerpflanzen, insbesondere Gräser, Zimmerlinde, Zimmerbambus und Grünlilien. Auch ein elektrischer Luftbefeuchter kann eingesetzt werden. Eine zu hohe Luftfeuchtigkeit ist aus gesundheitlichen Gründen zu vermeiden, denn diese fördert Schimmelbildung. Schimmelpilzsporen finden sich praktisch überall in der Luft, brauchen aber Feuchtigkeit zum Auskeimen. Vor allem an kälteren Ecken und Wänden der Wohnung, wo das Wasser aus der Raumluft kondensiert, herrschen ideale Lebensbedingungen für Sporen. Sie siedeln sich hier an, verbreiten sich und wachsen in das Gemäuer hinein. Damit vermehrt sich auch die Menge der Pilzspuren in der Raumluft. Geraten Sporen in die Atemwege, kann es zu Allergien und Atemwegserkrankungen kommen. Einige Pilzsporen stehen im Verdacht, Krebserkrankungen auszulösen. Lüften Sie mehrmals am Tag kurz bei weit geöffnetem Fenster, auch an kalten Tagen. Auf diese Weise normalisiert sich die Luftfeuchtigkeit. Achten Sie darauf, dass Sie nach dem Kochen, aber auch nach dem Duschen oder Baden gründlich durchlüften. Generell gilt: Sind die Fensterscheiben beschlagen, ist es höchste Zeit, die Fenster aufzureißen und frische Luft hereinzulassen.

Und so hoffen wir, dass Sie die ungemütlichen Tage gut in einer wohligen Wohnung überstehen, wobei ein täglicher Spaziergang bei jedem Wetter auch nicht das Schlechteste ist.

In unserem nächsten Gesundheitstelefon ab 1. Dezember 2011 geht es um das Thema „Gluten-Unverträglichkeit – Wenn Brot krank macht“. Vielen Dank für Ihr Interesse und bleiben Sie gesund!

© Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG)
Text: Dr. Beatrice Wagner, www.beatrice-wagner.de, Redaktion: Birgit Kahl-Rüther

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