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Newsletter: Aus der Arbeit des Regionalen Knoten
Dokumentation Migrationshintergrund: Ein Faktor für die Gesundheitsförderung für Kinder und Jugendliche in sozial benachteiligten Lebenslagen erschienen
In der 60seitigen Broschüre wird der Fachtag des Regionalen Knotens „Migrationshintergrund:
Ein Faktor für die Gesundheitsförderung für Kinder und Jugendliche in sozial benachteiligten Lebenslagen
vom 14. Januar 2010 im Rathaus Mainz dokumentiert.
Die Broschüre enthält u.a. Referate von Dr. phil. Liane Schenk (Charité-Universitätsmedizin Berlin), PD Dr. Haci-Halil Uslucan (Helmut-Schmidt-Universität Hamburg), Dr. med. Gabriele von der Weiden (Adipositasnetzwerk Rheinland-Pfalz).
Vorgestellt werden u.a. Ergebnisse der aktuellen KIGGS-Studie zum Gesundheitsstatus von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund, Angebote aus Bewegungsförderung und Sport, das Projekt „Frühe Hilfen nach der Geburt für Migranten-Eltern“ des St. Marien- und St. Annastiftskrankenhaus Ludwigshafen, das Konzept „Hilfe zur Selbsthilfe“ für Eltern mit Migrationshintergrund des Vereins Gesundheitsprävention in Mainz und Umgebung e.V. und weitere.
Die Broschüre ist im LZG-Shop erhältlich und steht zum Download bereit.
Fachtag „Gesundes Essen für alle?! – Gesunde Ernährung für Kinder und Jugendliche in sozial benachteiligten Lebenslagen“
Donnerstag, 04. November 2010, Bürgerhaus Mainz-Lerchenberg
Am 04. November 2010 veranstaltete das Netzwerk Regionaler Knoten RLP „Kindergesundheit in sozial benachteiligten Lebenslagen“, das bei der LZG angesiedelt ist, o. g. Fachtag im Bürgerhaus Mainz-Lerchenberg. Die Veranstaltung bot interessierten Einrichtungen, Fachkräften und Akteuren aus der Gesundheitsförderung und dem Sozialwesen neue wissenschaftliche Erkenntnisse zum Ess- und Einkaufsverhalten von Kindern, Jugendlichen und Familien in sozial benachteiligten Lebenslagen. Gleichzeitig zeigte die Fachtagung Wege auf, wie gesunde Ernährung für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche in der Praxis ermöglicht werden kann.
„Unser Aussagepunkt liegt in den Lebenswelten der jungen Menschen. Wir wollen möglichst früh ansetzen, um die Ernährungssituation in sozial benachteiligten Familien zu verbessern“, so Christine Morgenstern von Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen (MASGFF) bei der Begrüßung.
Sissi Westrich vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur (MBWJK) betonte in ihrem Grußwort die wichtige Rolle, die Kindertagesstätten und andere Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe sowie Schulen für die Entwicklung gesunder Ernährungsweisen und den Erwerb von Ernährungswissen spielten.
In ihrem Vortrag zum Ess- und Einkaufsverhalten von Familien in sozial benachteiligter Lebenslage ging Frau Prof. Dr. Ingrid-Ute Leonhäuser vom Institut für Ernährungswissenschaft der Justus-Liebig-Universität Giessen darauf ein, dass Ernährungsverhalten oft geprägt ist durch unzureichende finanzielle Ressourcen und fehlende Ernährungskompetenzen. Sie betonte, dass es unbedingt notwendig sei, Gesundheitsförderung an die soziale Lebenslage der Zielgruppe anzupassen und die Menschen insbesondere bei der Entwicklung von Angeboten mit einzubeziehen. Gesundheitsförderung und Ernährungsbildung seien sowohl in der Familie als auch in Kindergarten, Schule und Betrieb unverzichtbar.
Alexandra von Garmissen von der Leibniz Universität Hannover berichtete über ein Forschungsprojekt zur Verbesserung der Wirksamkeit der Adipositasprävention für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche. Unter der Überschrift „Dicke Freunde?!“ trafen sich im Rahmen dieser Studie Betroffene zu Gruppendiskussionen, in denen ihre eigene Sichtweise in den Vordergrund gestellt wurde. Der Vortrag machte deutlich, dass zur Adipositasprävention oder -minderung immer die gesamte Familie einzubeziehen ist, da Kinder und Jugendliche sich sonst alleine gelassen fühlen und gegenüber Gewohnheiten im Elternhaus machtlos sind.
Dass Grund- und Förderschüler mehr Obst und Gemüse essen, dafür will das kürzlich gestartete landesweite Schulobstprogramm in Rheinland-Pfalz sorgen. Hierzu sprach Ute Schmazinski-Damp vom MBWJK.
Während der Mittagspause konnten alle Besucherinnen und Besucher an einem angeleiteten Rundgang durch die Poster Session: „Gesunde Ernährung bei sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen“ teilnehmen. Sechs Projekte bzw. Initiativen aus der Region visualisierten auf einem mit dem Regionalen Knoten RLP erstellten Plakat ihre Inhalte, Kooperationspartner und Finanzierungsgrundlagen.
Die Workshops am Nachmittag befassten sich mit praktischen Themen, wie etwa der Finanzierung von Projekten gesunder Ernährung (Stichwort: Fundraising) oder der Frage, wie man „Haushalt lehren“ und betroffenen Familien vermitteln kann, dass gutes Essen auch mit geringem Budget möglich ist. In weiteren Workshops wurde diskutiert, wie man Eltern als Partner für gute Ernährung gewinnt und welche Zugänge im Quartier zu Kindern mit Migrationshintergrund geschaffen werden können. Den Abschluss bildete die Vorstellung des Projekts „Gesundes Netzwerk Spiel- und Lernstube“.
Der Fachtag erreichte ca. 170 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den unterschiedlichsten Bereichen des Gesundheits- und Sozialwesens.
Good-Practice-Projekte aus Rheinland-Pfalz
Mit dem Projekt "Gesundheitsteams vor Ort, Trier" wurde ein weiteres rheinland-pfälzisches Good Practice Projekt durch den bundesweiten Kooperationsverbund "Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten" der BZgA anerkannt.
Die "Gesundheitsteams vor Ort" in Mainz und Tier wurden durch die rheinland-pfälzische Sozial- und Gesundheitsministerin Malu Dreyer im Rahmen ihrer familienunterstützenden Kampagne "Viva Familia" in Trier-Nord initiiert. Niedrigschwellig wird ein großes Spektrum an Angeboten zur Gesundheitsprävention von Vorsorgeuntersuchungen, Impfberatung und psychosexueller Gesundheit bis hin zu Selbstwertförderung und gesunder Bewegung zu den Bewohnerinnen und Bewohner in Programmgebieten der "Sozialen Stadt" gebracht.
Als besonders Nachahmenswert wird das Projekt für die Praxisbereiche "Integriertes Handlungskonzept / Vernetzung", "Innovation und Nachhaltigkeit" und "Setting-Ansatz" ausgezeichnet.
Die Good-Practice-Projekte werden auf der Datenbank auf http://www.gesundheitliche-chancengleichheit.de und im Dokumentationsband des Kooperationsverbundes in Buchform veröffentlicht.
Die rheinland-pfälzischen Good-Practice-Projekte wurden vom Regionalen Knoten Rheinland-Pfalz in der LZG erarbeitet und durch den wissenschaftlichen Begutachtungsprozess begleitet.
Kostenübernahmen bei nicht-verschreibungsfähigen Medikamenten
Nicht verschreibungspflichtige Medikamente und Salben, die aus medizinischen Gründen notwendig sind, dienen der Gesunderhaltung und sind daher vom Leistungsträger nach dem SGB XII unter Anwendung des § 73 SGB XII als Bedarf anzuerkennen, soweit sie nicht mit dem in der Regelleistung vorgesehenen Betrag von ca. 8 % der Regelleistung sichergestellt werden können.
Das hat jetzt das Sozialgericht Lüneburg festgestellt. Das Urteil kann beim Regionalen Knoten angefordert werden.
Regionale Knoten im 13. Kinder- und Jugendbericht
Die Arbeit der Regionalen Knoten findet bundesweit immer mehr Anerkennung. In der Stellungnahme zum 13. Kinder- und Jugendbericht bezeichnet die Bundesregierung im Mai 2009 den Kooperationsverbund Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten als gutes Beispiel für eine bessere Vernetzung und erwähnt ausdrücklich die 16 Regionalen Knoten in den Bundesländern.
Niedrigschwelligkeit, Empowerment und Partizipation sowie die Arbeit an den Schnittstellen zwischen Gesundheitswesen und Kinder- und Jugendhilfe erachtet der 13. Kinder- und Jugendbericht als zentral für eine Verbesserung der Lebenssituation sozial benachteiligter Kinder und Jugendlicher. Download 13. Kinder- und Jugendbericht.
Wegen erhöhter Verkehrsunfallzahlen, verschiedener Krankheiten, Übergewicht und psychischen Auffälligkeiten, insbesondere bei Kindern aus sozial benachteiligten Lebenslagen, hat Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt eine Strategie zu Förderung der Kindergesundheit entwickelt, die unter www.die-praevention.de nachzulesen ist.
Für den Regionalen Knoten Rheinland-Pfalz liegt die federführende Koordination seit 2005 bei der LZG. In der Steuerungsgruppe beteiligt sind die Ministerien für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen sowie für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, die gesetzlichen Krankenkassen, die Unfallkasse Rheinland-Pfalz, Kommunale Spitzenverbände in Rheinland-Pfalz, LIGA der Spitzenverbände der Wohlfahrtspflege, Vertreter der Wissenschaft sowie der Verein Armut und Gesundheit vertreten.
Regionale Knoten im Leitfaden der Krankenkassen zur Umsetzung von Prävention und Gesundheitsförderung
An mehreren Stellen verweist der Leitfaden auf die Arbeit des Kooperationsverbundes "Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten" als Anknüpfungspunkte, z.B. die Regionalen Knoten und die Auswahl von Beispielen guter Praxis.
Aktiv werden für Gesundheit – Arbeitshilfen für Prävention und Gesundheitsforderung im Quartier
Der Info-Ordner „Aktiv werden für Gesundheit – Arbeitshilfen für Prävention und Gesundheitsforderung im Quartier“ wurde vom Kooperationsverbund „Gesundheitsförderung bei sozial Benachteiligten“, dem Zusammenschluss der Regionalen Knoten bundesweit, entwickelt. Allein gut 500 Exemplare wurden über den Regionalen Knoten kostenfrei an Fachkräfte in Rheinland-Pfalz verteilt.
Unter www.gesundheitliche-chancengleichheit.de / Gesundheitsförderung im Stadtteil stehen die Arbeitshilfen weiterhin online zur Verfügung. Unter arbeitshilfen(at)gesellschaftliche-chancengleichheit.de können sich Interessierte für Aktualisierungen des Info-Ordners vormerken lassen. Ein Rückmeldebogen steht ebenfalls online zur Verfügung.
Einzelne Rest-Exemplare des Ordners können noch gegen Rückporto beim Regionalen Knoten Rheinland-Pfalz angefordert werden.
Erkennen – Bewerten – Handeln: Zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen
Unter dem Titel „Erkennen – Bewerten – Handeln: Zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen“ haben das Robert-Koch-Institut und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) eine Auswertung des bundesweiten Kinder- und Jugendgesundheitssurveys (www.kiggs.de) vorgelegt, die den relativ schlechteren Gesundheitsstatus von Kindern und Jugendlichen in schwierigen sozialen Lagen belegt. Die Auswertung kann als Broschüre beim RKI (www.rki.de) bezogen bzw. auch heruntergeladen (pdf, 4MB) werden.
„Armut raubt jungen Menschen die Zukunft“
Das Diskussionspapier des Landesjugendhilfeausschusses in Rheinland-Pfalz vom 09. Februar 2009 ist veröffentlicht und beim Landesjugendamt als Download (pdf, 870 kB) erhältlich.
Sozialfonds für Mittagessen in Kindertagesstätten eingerichtet
Kein Kind, das in Rheinland-Pfalz über die Mittagszeit hinaus eine Kindertagesstätte besucht, soll künftig wegen fehlender finanzieller Mittel vom Mittagessen ausgeschlossen sein. Das haben in einer Vereinbarung Bildungs- und Jugendministerin Doris Ahnen sowie Innenstaatssekretär Roger Lewentz für die Landesregierung, für den Landkreistag Direktor Burkhard Müller sowie für den Städtetag Geschäftsführer Professor Dr. Gunnar Schwarting festgeschrieben.
Zur Pressemitteilung (pdf, 80kB) des MBWJK. Der Text der Vereinbarung und das entsprechende Rundschreiben des Städtetages können beim Regionalen Knoten angefordert werden.
