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Inhalt

Fachforum Kultursensibilität in der medizinischen Behandlung

am 8. April 2011 von 14:00 Uhr bis 17:30 Uhr im Ratssaal des Rathauses,
Jockel Fuchs-Platz 1, 55116 Mainz

Das rheinland-pfälzische Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen (MASGFF) hat im Rahmen der „Initiative Gesundheitswirtschaft Rheinland-Pfalz“ gemeinsam mit der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) das Landesleitprojekt „Prävention für Menschen mit Migrationshintergrund“ entwickelt.

Ziel ist es, Angebote der Gesundheitsförderung für Migrantinnen und Migranten besser zugänglich zu machen, bei Präventionsmaßnahmen kulturelle Bedürfnisse zu berücksichtigen und medizinisches Fachpersonal für kulturell unterschiedliche Werthaltungen zu sensibilisieren.

In Rahmen  des Landesleitprojekts veranstaltet die LZG gemeinsam mit der Stadt Mainz ein Fachforum, das sich dem Thema „Kultursensibilität in der medizinischen Behandlung“ widmet. Neben der Information durch drei Fachvorträge bietet die Veranstaltung die Möglichkeit des Austauschs. Da das Landesleitprojekt zudem landesweit den  Aufbau von regionalen Netzwerken zur Gesundheitsförderung von Migrantinnen und Migranten vorsieht, fungiert  das Fachforum gleichzeitig als Auftaktveranstaltung für das Mainzer Präventionsnetzwerk.

Der Integrationsbeauftragte und die Stelle für Gesundheitsförderung der Landeshauptstadt Mainz unterstützen die Landeszentrale für Gesundheitsförderung und organisieren die Auftaktveranstaltung mit dem Ziel, das neue Netzwerk der Öffentlichkeit vorzustellen sowie weitere interessierte Institutionen und Personen für die Zusammenarbeit in der Gesundheitsförderung für Migrantinnen und Migranten in Mainz zu gewinnen.

Im Rahmen des Projekts werden landesweit Schulungen für Gesundheitsmediatorinnen und -mediatoren angeboten. Diese sollen in den Bereichen Gesundheitssystem, Diabetes, Ernährung, Bewegung, Suchtprävention, seelische Gesundheit, Demenz, Krebs und Stressbewältigung sowie methodisch in Kommunikationsfragen fortgebildet werden. Aufgabe der Mediatoren ist es zukünftig, in ihrem Lebensumfeld Menschen für Gesundheitsthemen zu sensibilisieren. Dabei geben sie ihr erworbenes Wissen unter den Migrantinnen und Migranten weiter und begleiten sie auf ihrem Weg durch das deutsche Gesundheitswesen.


Hintergrund des Projekts

Rund 17 Prozent der in Rheinland-Pfalz lebenden Menschen haben einen Migrationshintergrund. Sie sind verstärkt von bestimmten Krankheiten und gesundheitlichen Belastungen betroffen, wozu auch die Stoffwechselkrankheit Diabetes gehört. Oft fehlt den Menschen wichtiges Wissen über Faktoren, die krank machen und solche, die gesund halten.

Menschen mit Migrationshintergrund nehmen die Angebote des deutschen Gesundheitssystems im Allgemeinen wenig in Anspruch. Demzufolge wird von ihnen auch die Bedeutung von Vorsorgeuntersuchungen und Früherkennungsmaßnahmen häufig unterschätzt. Mangelnde Kenntnis kultureller Besonderheiten auf Seiten der Medizin und verschiedene kulturbedingte Auffassungen von Krankheit und Gesundheit kommen erschwerend hinzu.

Präventive Angebote, die Diabetes und anderen Erkrankungen vorbeugen können, müssen Menschen mit Migrationshintergrund in ihrer Lebenswelt erreichen und deren kulturelle Besonderheiten berücksichtigen.

Die Bedeutung von kulturellen Unterschieden und sprachlichen Barrieren in der Wahrnehmung von Körper und Seele bewusst zu machen, ist ein erster Schritt, die kulturspezifischen Bedürfnisse von Menschen mit Migrationshintergrund zu verstehen und bei der individuellen Behandlung zu berücksichtigen.