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Hinweise



Inhalt

Prävention von Essstörungen in Rheinland-Pfalz

Informationen zu Essstörungen:
Magersucht oder Anorexia Nervosa
Ess-Brech-Sucht oder Bulimie
Binge Eating Disorder (BED)

Kompetenznetz Essstörungen

Modellprojekte Essstörungen

Artikel in Fachzeitschriften

Essstörungen sind nach den medizinischen Klassifikationssystemen keine Suchterkrankungen, weisen in ihren Merkmalen und Verlaufsformen aber durchaus viele Parallelen zu süchtigem Verhalten auf. Daher ist die Prävention von Essstörungen im Büro für Suchtprävention angesiedelt.

 

Magersucht oder Anorexia Nervosa

  • Das Körpergewicht liegt unter einem BMI von 17,5 (nach Gewichtsabnahme oder nach Wachstum ohne entsprechende Gewichtszunahme).
  • Der Gewichtsverlust ist absichtlich herbeigeführt (Ernährung, Sport etc).
  • Die Person kann ihr Körpergewicht nicht adäquat einschätzen (fühlt sich trotz Untergewichts normal gewichtig oder zu dick).
  • Die Betroffenen fühlen sich in der Regel gesund.

Manche reduzieren ihr Körpergewicht ausschließlich über eine Nahrungseinschränkung, andere machen Sport und Gymnastik zur Gewichtsreduktion, andere nehmen Abführmittel (Laxantien), Entwässerungsmittel (Diuretika) oder Appetitzügler zu Hilfe.

Psychische und psychosoziale Veränderungen:

Trotz anfänglicher Stimmungsverbesserung (es geschafft zu haben, Gewicht zu reduzieren, sich in Kontrolle haben, bewundert werden und sich selbst für diese „Leistung” bewundern) kommt es bald zu Stimmungsverschlechterungen.
Die Betroffenen berichten über verstärkte Verletzbarkeit, Empfindsamkeit, häufigeres Weinen. Essen und Ernährung nehmen immer mehr Raum im Denken ein. Mit der Gewichtsabnahme kommt es häufig zu einer Einschränkung des Kontakts zu Freunden, die betroffenen Mädchen und Frauen schränken ihre Freizeitaktivitäten ein, wenden sich wieder mehr ihrer Familie zu.

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Ess-Brech-Sucht oder Bulimie

Eine bulimische Erkrankung diagnostizieren wir,

  • wenn eine Person in einer „Heißhungerattacke“ („Fressanfall“ sagen die Betroffenen selbst dazu) in einem bestimmten Zeitraum erhebliche Nahrungsmengen (meist mehr als die doppelte übliche Menge) zu sich nimmt und dabei das Gefühl hat, in dieser Situation die Kontrolle über das Essen verloren zu haben.
  • wenn wiederkehrende, unangemessene Gewichtssteuerungsstrategien vorliegen, wie selbstinduziertes Erbrechen, übermäßige körperliche Betätigung, Benutzung von Abführmitteln, Entwässerungsmitteln, Appetitzüglern, Klistieren u.ä. ...
  • wenn Essattacken und die unangemessenen Gewichtssteuerungsstrategien drei Monate lang mindestens zweimal pro Woche auftreten.

Diese Symptomatik führt zu Störungen des Elektrolythaushalts und ggf. zu Menstruationsstörungen bei Mädchen bzw. Frauen. Durch das häufige Erbrechen kommt es auch zu Entzündungen der Speiseröhre, der Speicheldrüsen, zu Schädigungen des Zahnschmelzes. Extreme Essmengen können eine Magenruptur (Riss der Magenwand) hervorrufen, eine lebensgefährliche Komplikation.

Unzufriedenheit mit der Figur, mehrere Diätversuche und deutliche Gewichtsschwankungen finden sich häufig in der Vorgeschichte an Bulimie erkrankter Personen.

Das eingeschränkte (gezügelte) Essverhalten mit Diäten und Fastenzeiten bringt den Körper immer wieder in zeitweilige Mängelzustände. Die empfindliche Steuerung von Hunger und Sättigung wird aus dem Gleichgewicht gebracht und Heißhungerzustände und ein Verlust der Kontrolle beim Essen sind die Folge.

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Binge Eating Disorder (BED)

„Binge“ bedeutet „Schlingen“. Der Unterschied zu den anderen Essstörungen liegt im Wesentlichen darin, dass keine Gegenmaßnahmen nach einem Essanfall ergriffen werden.

Binge eating ist eine seelisch bedingte Essstörung, die meist mit Übergewicht oder Adipositas verbunden ist.
Das bedeutet aber nicht, dass Übergewichtige automatisch an Binge Eating leiden. Ebenso kann das Krankheitsbild auch bei Normalgewichtigen auftreten.
Die körperlichen Folgeschäden bei starkem Übergewicht (BMI über 30) sind z.B. Herz-Kreislauferkrankungen, Bluthochdruck, Schlaganfall, Herzinfarkt, Gelenkleiden, Wirbelsäulenschäden, Diabetes.

Infos zum BMI

BMI steht für „Body-Mass-Index“ und bezeichnet einen Vergleichswert, um Gewicht und Körpergröße in Beziehung zueinander zu setzen. Er betrachtet die Statur des Menschen aus dem Blickwinkel der medizinischen Gesundheit (Lebenserwartung in Bezug auf Erkrankungshäufigkeit).

BMI = Körpergewicht in Kilogramm dividiert durch das Quadrat der Körpergröße (in Metern gemessen)

Ist dieser Wert niedriger als 18,5, kann von einem beginnenden Untergewicht ausgegangen werden. Bei einer Überschreitung von 25 dagegen beginnt der Bereich des Übergewichtes.

Der BMI stellt lediglich einen groben Richtwert für die körperliche Statur dar. Weitere Faktoren wie beispielsweise Alter, Geschlecht oder die individuelle Körperzusammensetzung aus Fett- und Muskelgewebe finden hier keine Berücksichtigung. Für die Diagnose einer Essstörung sind weitere Faktoren unerlässlich!

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Kompetenznetz Essstörungen

Hintergrund zum Angebot

Für die meisten Menschen ist Essen in der Regel mit Genuss, Befriedigung und Lebensfreude verbunden. In der Suchtprävention und der psychosozialen
Beratung wird jedoch zunehmend deutlich, dass viele Jugendliche und jungen Erwachsene unter einer Essstörung leiden, die mit erheblichen somatischen,
psychischen und sozialen Folgen verbunden ist.

Obwohl Essstörungen nach den medizinischen Klassifikationssystemen keine Suchterkrankungen sind, in ihren Ausprägungen aber durchaus Parallelen
zu süchtigem Verhalten aufweisen können, werden die Suchtberatungsstellen in Rheinland-Pfalz von den Betroffenen im Vorfeld oder nach Abschluss einer
stationären therapeutischen Maß­nahme in Anspruch genommen. Dies macht die Kooperation der einzelnen Fachdienste wichtig.

Das Kompetenznetz Essstörungen, in dem Multiplikatorinnen und Multiplikatoren der Suchtprävention und Suchtberatung, der Psychosomatik, der Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie der Selbsthilfe vertreten sind, hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Kooperation aller mit der Beratung und Behandlung von Menschen mit Essstörungen befassten Fachkräften zu unterstützen.


Ziele des Kompetenznetzes Essstörungen

Das Kompetenznetz Essstörungen

  • unterstützt den fachlichen Austausch zum Thema Essstörungen.
  • bietet fachliche Informationen und kollegiale Beratung.
  • initiiert und gestaltet Fachveranstaltungen und Fortbildungen.
  • entwickelt eine landesweite Vernetzung in Rheinland-Pfalz.

Ziele sind

  • den effektiven Zugang von Betroffenen in die Hilfsangebote von Rheinland-Pfalz zu gewährleisten.
  • den fachlichen Transfer in die Einrichtungen zu sichern.
  • Absprachen und Kooperationen landesweit effizient zu gestalten.
  • die Öffentlichkeitsarbeit und Prävention zu fördern.

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Modellprojekte Essstörungen

Liste der Modellprojektstandorte zu Essstörungen in Rheinland-Pfalz

Hintergrund zum Angebot

Mehr als jedes fünfte Kind zwischen 11 und 17 Jahren leidet unter Symptomen einer Essstörung. Das sind 1,4 Millionen junge Menschen. Diese Zahlen weisen darauf hin, dass das Thema Prävention von Essstörungen nach wie vor einen hohen Stellenwert hat. Die Ausweitung des Schönheitsideals auf Jungen bzw. Männer, pro-Anorexie-Angebote im Internet, der Schlankheitswahn in der Modeindustrie und die Rolle von Multiplikatoren und Angehörigen sind unter anderem zentrale Themen.

Essstörungen können ein Versuch sein, gängigen Schönheitsidealen zu entsprechen, „verbotene“ Gefühle wie z.B. Aggressionen zu unterdrücken, mit unangenehmen Situationen, Erfahrungen oder Konflikten, die aus widersprechenden Rollenanforderungen resultieren, umgehen zu können.

Basierend auf den bisherigen Kenntnissen zur Prävention von Essstörungen werden  Modellprojekte zur Weiterentwicklung des Themas durch die Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. unterstützt.

Projektziele

Die Modellprojekte haben folgende Ziele zum Gegenstand:

  • Die Entwicklung von innovativen und effektiven Methoden zur Prävention von Essstörungen bei Jugendlichen, die eine praxisnahe Projektarbeit ermöglicht.
  • Es sollen Methoden angewandt werden, die eine frühe Erreichbarkeit der Zielgruppe im Blick haben.
  • Die aktuell zentralen Themen im Bereich der Essstörung sollen Berücksichtigung finden (wie beispielsweise die Ausweitung der Zielgruppe auf Jungen, die Auseinandersetzung mit dem Internet oder der Modeindustrie).
  • Die Modellprojekte sollen eine Praxisnähe aufweisen und Anleitung zur landesweiten Umsetzung geben.
  • Die Modellprojekte sollen eine umsetzbare Konzeptentwicklung beinhalten, die Vergleiche zwischen den Projektstandorten und Arbeitsansätzen ermöglicht.
  • Durch zeitgleiche Umsetzung der Projekte soll die regionale, aber auch die landesweite Netzwerkbildung gefördert werden.
  • Die Modellprojekte sollen dokumentiert werden.

Die Öffentlichkeitsarbeit zu den Modellprojekten findet in Absprache mit dem Büro für Suchtprävention der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. statt.

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Artikel in Fachzeitschriften

Das Büro für Suchtprävention der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. unterstützt das Thema "Prävention von Essstörungen" auch in der Öffentlichkeitsarbeit.

Ansprechpartnerin:
Nina Roth, Telefon: 06131 2069-42

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