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Symposium "Geldspielautomaten mit Gewinnmöglichkeit"
Spielsucht geht nicht nur von Angeboten der Glücksspielanbieter aus. Darauf wies der rheinland-pfälzische Gesundheitsstaatssekretär Christoph Habermann zur Eröffnung des Symposiums "Geldspielautomaten mit Gewinnmöglichkeit" hin, zu dem die Fachstelle "Prävention der Glücksspielsucht Rheinland-Pfalz" der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz (LZG) und die Universitätsmedizin der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen in den Erbacher Hof in Mainz eingeladen hatten. "Unter dem Gesichtspunkt der Spielsucht sind besonders die Geldspielgeräte in Spielhallen und Gaststätten problematisch, die im rechtlichen Sinne nicht als Glücksspiel gelten", erklärte Habermann vor den rund 60 Besucherinnen und Besuchern des Fachtags.
Rheinland-Pfalz setze sich gemeinsam mit den anderen Ländern dafür ein, dass das hohe Suchtpotenzial von Geldspielgeräten allgemein anerkannt und eingeschränkt werde, so Staatssekretär Habermann weiter. "Es nützt ja nichts, wenn an vielen Stellen etwas gegen die Spielsucht getan wird, aber gerade da viel zu wenig, wo die Gefahr am größten ist. Auf Initiative von Rheinland-Pfalz hat daher die Gesundheitsministerkonferenz am 24. und 25. Juni mit großer Mehrheit die Bundesregierung dazu aufgefordert, durch Änderung der bundesgesetzlichen Regelungen die Gewerbeordnung so zu ändern, dass das hohe Suchtpotential von Geldspielgeräten unterbunden wird."
Untermauert wurde dieser Beschluss durch aktuelle Forschungsergebnisse zur Spielsucht, die Prof. Dr. Manfred E. Beutel von der Universität Mainz bei dem Symposium vorstellte. "Die strukturellen Merkmale von Geldspielautomaten mit Gewinnmöglichkeit ähneln denen von Glücksspielautomaten staatlich konzessionierter Spielbanken. Eine rasche Spielabfolge, das heißt die kurze Zeitspanne zwischen dem Einsatz, der Gewinnauszahlung und der Möglichkeit den nächsten Einsatz zu tätigen, die Förderung der Illusion durch Betätigung von Reaktionstasten ein Spiel beeinflussen zu können, viele kleine Gewinne sowie eine hohe Verfügbarkeit erhöhen das (Sucht-) Gefährdungspotential eines Glücksspielangebotes", erklärte der Direktor der Mainzer Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Erfahrungen, die Dr. phil. Jörg Petry von der Allgemeinen Hospitalgesellschaft aus seiner Praxis als Psychologischer Psychotherapeut bei der Behandlung Spielsüchtiger in der Klinik sowie Jürgen Trümper vom Arbeitskreis gegen Spielsucht e.V. aus den Kontakten mit Betroffenen im Suchtkrankenhilfesystem bestätigten.
"Vor diesem Hintergrund erscheint es unumgänglich, auch beim gewerblichen Automatenspiel eine weitere Verbesserung der Spielsuchtprävention und des Spielerschutzes anzustreben", unterstützte auch der Geschäftsführer der LZG, Jupp Arldt, die Forderung nach einer effektiven Beschränkungen des Suchtpotenzials der gewerblichen Geldspielgeräte.
Diskutiert wurde unter den Fachleuten auf dem Podium, unter reger Beteiligung aus dem Publikum, wie eine effektive Prävention von Spielsucht insgesamt und insbesondere im Blick auf die geschilderten Angebote der Automatenanbieter gestaltet werden könnte. Hierbei wurden die verschiedenen Ansätze des aktiven Spielerschutzes kontrovers debattiert.
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