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Männer-Checkup

 

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Aktionswoche der Männergesundheitskampagne in Trier vom 10. – 14. Dezember 2007

Während Autos ersetzbare Gebrauchsgegenstände darstellen und kaputte Autoteile leicht auswechselbar sind, verhält es sich mit dem menschlichen Körper gänzlich anders. Die Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) stellte daher ihre Männergesundheitskampagne unter das Motto „Männer lieben ihr Auto mehr als ihre Gesundheit’“.

Vom 10. - 14. Dezember 2007 fand die Aktionswoche der Männergesundheitskampagne in Trier statt, die mit dem provokativen Titel an die Vernunft der Männerwelt appellierte, sorgsamer mit ihrer eigenen Gesundheit umzugehen. An der TÜV- Prüfstelle Trier konnte sich das „starke Geschlecht“, das sein Auto für gewöhnlich intensiver pflegt als seine Gesundheit, einer Untersuchung unterziehen. Dementsprechend wurden gleichzeitig die Leistungsfähigkeit des Wagens, wie auch ihre eigenen gesundheitlichen Werte überprüft.

Die Zahlen sind erschreckend: Nur jeder sechste Mann nimmt regelmäßig die Möglichkeit der Vorsorgeuntersuchungen wahr, obwohl diese von den gesetzlichen Krankenkassen in einer Vielzahl angeboten werden. Über 40.000 Männer erkranken jährlich an Prostata-Krebs, doch nur 20 Prozent gehen zur Krebs-vorsorge.

Aus Angst vor der negativen Diagnose, der unangenehmen Untersuchung oder der Überzeugung, sich in Sicherheit wähnen zu können, verzichten die Männer auf die Vorsorgeuntersuchungen. Diese gelten jedoch gerade aus diesem Grund als unverzichtbar: Im Frühstadium zeigen viele Krankheiten keine Symptome. Je früher jedoch die Krankheit erkannt wird, desto größer werden auch die Heilungschancen. „Bei frühzeitiger Diagnose besteht bei Prostatakrebs eine Heilungs-Chance von 85 Prozent“, erklärt Dietmar Neisius, Urologe am Trierer Mutterhaus. So sollte sich ab 35 Jahren jeder Mann im Abstand von zwei Jahren auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Nierenerkrankungen und Diabetes untersuchen lassen. Ab 45 Jahren wird eine jährliche Prostatakrebs- und Hautkrebsuntersuchung empfohlen. Eine jährliche Darmspiegelung ab 50 Jahren erhöht die Früherkennung und die Heilungschancen.

Nicht nur niedergelassene Ärzte und Krankenhaus-Mediziner warben für regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, auch das Patienteninformationszentrum (PIZ) des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder beteiligte sich durch einen Informationsstand rund um das Thema Männergesundheit im Trierer Rathaus. Parallel dazu konnten sich Interessenten an Informationsständen der Krebsgesellschaft Rheinland-Pfalz und der ILCO-Selbsthilfegruppe Bitburg e.V über gesundheitsrelevante Themen informieren. Weitere Unterstützung erfuhr die LZG von der Stadt Trier, dem Krankenhaus der Barmherzigen Brüder, dem Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen, der Selbsthilfe Kontakt- und Informationsstelle e.V. (Sekis) und dem Gesundheitsamt der Kreisverwaltung Trier-Saarburg.

Die Aktionswoche solle die Männer für ihre Gesundheit sensibilisieren, zur Enttabuisierung beitragen und Mut zur Vorsorge entfachen, erklärte die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Malu Dreyer, welche auch am 10. Dezember den Kampagnen-Kinospot „Mein Auto hat Krebs“ präsentierte. Dieser beleuchtet das ernste Thema auf eine humorvolle Art und Weise.

Des Weiteren ermöglichte die Aktionswoche, welche unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters Klaus Jensen stand, sich in Vorträgen über Vorsorgemaßnahmen und Krebsrisiko zu informieren. Dr. Randolf Oermann, zweiter Landesvorsitzender des Berufsverbandes der Deutschen Urologen, hielt einen Vortrag mit dem Titel "Hodenkrebs – Krebs bei jungen Männern. Vorsorge, Therapie, Nachsorge". Dr. Claus Luxenburger, Oberarzt in der Abteilung Urologie des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder Trier stellte die Prävention von Prostatakrebs in den Mittelpunkt.

Am letzten Tag der Aktionswoche standen drei Experten für Wissbegierige, Betroffene und Interessenten am TV-Telefon zur Verfügung. Diese beantworteten Fragen rund um das Thema Männergesundheit. So riet Dr. Stefan Weiner, Chefarzt der Abteilung Innere Medizin II im Trierer Brüderkrankenhaus, einem an erhöhtem Blutdruck leidenden 58-Jährigen zu „Lifestyle-Maßnahmen“ in Form von Sport, salzarmer Nahrung und Gewichtsreduktion. Auf die Frage hin, ob Potenzprobleme nach Prostata-Operationen auftreten können, erklärte Dr. Thomas Schürmeyer, Chefarzt der Abteilung Innere Medizin im Mutterhaus der Borromäerinnen, dass Potenzprobleme auch ein Symptom für Erkrankungen sein könnten, zum Beispiel für Hormonstörungen und Stress. In jedem Fall, empfahlen die drei Experten, sollte bei Beschwerden oder Unklarheiten ein Urologe aufgesucht werden.

Die Kampagne unterstreicht dies:„Auch wenn Ihr Auto keine Krankheitssymptome aufweist, bringen Sie es regelmäßig zur Untersuchung. Dementsprechend sorgen Sie sich bitte auch um die eigene Gesundheit!“. Es bleibt zu hoffen, dass sich auch der Motor der Männer durch die Aktionstage in Bewegung gesetzt hat.