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Fachtag „Schülerinnen und Schüler stark machen – Psychische Gesundheit von Schülerinnen und Schülern“

Gesundheit ist ein elementarer Bestandteil von Wohlbefinden, Lebensqualität und Leistungsfähigkeit. Wie die psychische Gesundheit von Schülerschaft und Lehrkräften erhalten und gefördert werden kann und ein positives Lern- und Arbeitsklima an Schulen geschaffen wird, damit befasste sich ein Fachtag am 27. Oktober 2010 im Erbacher Hof in Mainz. Die Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) hatte gemeinsam mit dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur (MBWJK) zu der Veranstaltung unter dem Titel „Psychische Gesundheit und Schule“ eingeladen. Referentinnen und Referenten vermittelten Hintergrundwissen zu Voraussetzungen für psychische Gesundheit in der Schule und ihre Folgen für Bildungsqualität und Leistungsvermögen. Praktische Anregungen zeigten, welche Maßnahmen Schulen ergreifen können, um ihre Qualität zu steigern und für alle Beteiligten ein gutes, gesundheitsförderliches Lernen und Arbeiten zu ermöglichen.

„Schülerinnen und Schüler verbringen einen Großteil ihrer Zeit in der Schule und machen hier elementare Erfahrungen, die sich langfristig auf die psychische Stabilität und Gesundheit auswirken. Um die positive Entwicklung der Kinder und Jugendlichen zu fördern, brauchen wir ein Schulklima, in dem Respekt, Toleranz und Wertschätzung eine große Rolle spielen“, sagte Bildungsstaatssekretärin Vera Reiß zum Auftakt der Veranstaltung. Auch die Lehrkräfte, so die Staatssekretärin, verdienten Anerkennung und Unterstützung für ihre anspruchsvolle Arbeit. „Die Schule soll ein Arbeits- und Lebensraum sein, in dem sich alle Beteiligten gerne aufhalten, weil sie sich dort gefördert und gut aufgehoben fühlen“, betonte Vera Reiß in ihrem Grußwort.

„Wir wollen den Vertreterinnen und Vertretern der Schulen auf diesem Fachtag Möglichkeiten unterbreiten, den Schulalltag so zu gestalten, dass er Fehlentwicklungen auffängt und die psychische Gesundheit aller Beteiligten stärkt“, so Jupp Arldt, Geschäftsführer der LZG. „Gerade in der Kindheit und Jugend werden wichtige Grundsteine für die zukünftige Gesundheit gelegt. Daher ist uns die Schule als Ort der Gesundheitsförderung besonders wichtig.“

Prof. Dr. Peter Paulus vom Kompetenzzentrum für psychische Gesundheit in Erziehung und Bildung der Leuphana Universität Lüneburg berichtete von einem Modellprojekt zur psychischen Gesundheit in Ganztagsschulen, welches zeigt, dass eine entwicklungsanregende Umgebung und die Beteiligung fürsorgender Erwachsener  positive Auswirkungen auf die psychische Entwicklung der Heranwachsenden haben. Darüber hinaus können negative Einflüsse, deren Ursprung außerhalb des Schulkontextes liegen (z. B. soziale Problemlagen), in Ganztagsschulen reduziert bzw. ausgeglichen werden, auch weil notwendige Kooperationen mit außerschulischen Einrichtungen und Experten besser als in der Halbtagsschule realisiert werden können.

Diplom-Psychologe Arne Bürger stellte das „Mainzer Schultraining zur Essstörungsprävention“ (MaiStep) der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz vor. Das Training soll Schülerinnen und Schüler, die ihr Essverhalten nicht selten am medialen Schönheitsideal ausrichten, darin unterstützen, ein gesundes Bewusstsein für ihren Körper zu entwickeln. Sie sollen Fähigkeiten erlernen, um dem übertriebenen Streben nach einem möglichst schlanken und athletischen Körper selbstbewusst begegnen zu können.

Als Abschluss des Fachtags präsentierte Dr. Rüdiger Meierjürgen von der Barmer GEK das Programm „Mind Matters“, das der Förderung der psychischen Gesundheit an Schulen der Sekundarstufe I dient. Das Programm bezieht die gesamte Schule (Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Schulleitungen, nicht unterrichtendes Personal und Eltern) sowie das schulische Umfeld mit ein und soll insgesamt die Schulqualität verbessern.  Über hundert Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben die Vorträge des Fachtags von LZG und MBWJK interessiert verfolgt.

Flyer "Psychische Gesundheit und Schule" (pdf-Format)

"Schülerinnen und Schüler –stark für´s Leben machen" (pdf-Format)
Vortrag von Prof. Dr. Peter Paulus

"MaiStep ein Projekt zur Prävention von Essstörungen" (pdf-Format)
Vortrag von Dipl.-Psych. Arne Bürger

Das Programm MindMatters - mit psychischer Gesundheit gute Schule machen

Ansprechpartnerin in der LZG: Monika Kislik, Tel: 06131 / 20 69 22